• Von Burgruine bis Steinbruch

    July 28, 2024 in Slovakia ⋅ ☀️ 26 °C

    Auch heute startete der Tag um halb acht. Als ich von der Hunderunde mit Ilvy wiederkam winkte mir mein Nachbar ( ein Mann Mitte 50 aus dem Camper neben mir) freundlich zu. Wir beide waren die Einzigen, die um diese Uhrzeit wach waren. Während Ilvy ihr Frühstück fraß schaute ich nach überwachten Parkplätzen in Bratislava. Leider wurde ich nicht fündig und die Rezensionen der anderen Parkplätze machten mir eher Angst. Ich entschied mich dafür nicht nach Bratislava zu fahren, da mir das Risiko, danach kein Auto mehr zu haben oder dieses aufgebrochen vorzufinden, einfach zu groß war. Ich schaute erneut in meinen Reiseführer und fand eine Burgruine ganz in der Nähe. Da diese erst um 10 Uhr öffnen sollte ließ ich mir Zeit und ging in einen slowakischen Einkaufsladen. Dieser war riesig aber da ich Hunger hatte und ich nicht zu viel Zeit verplämpern wollte, suchte ich nur schnell die Backabteilung und fuhr weiter. Da ich ja wie schon geschrieben noch etwas Zeit hatte entschied ich mich dafür, Mautstraßen und Autobahnen zu meiden und mir so die Dörfer der Slowakei anzuschauen. Somit hatte ich dann doch eine Stadtrundfahrt durch Bratislava und ich kam sogar an fast allen Sehenswürdigkeiten vorbei. Bekanntlich sollte man jedoch aus seinen Fehlern lernen, ich tat es nicht und somit vertraute ich Google Maps und landete kurz vor der Burgruine auf einem Fahrradweg. Ich wunderte mich schon, warum die Straße so eng war und warum die Leute lachten, die im Restaurant neben der Ruine saßen, bis ich das Verbotsschild für Autos und Motorräder sah. Vielen Dank für garnichts Google Maps. Ich suchte mir schnell einen Parkplatz, machte Ilvy ihr Geschirr um und ging hoch zur Burg. Dort durfte man leider keine Hunde mit rein nehmen, deswegen ging ich eine schöne Runde mit ihr an der Donau entlang und ließ sie baden. Ein Chinese machte noch ein Bild von Ilvy und sagte zu mir, dass ich einen tollen Hund habe. Danach verfrachtete ich sie ins Womo und machte alle Fenster für sie auf. Während sie ein bisschen schlief ging ich mir die Burg anschauen. Der Eintritt kostete 8 Euro und diese haben sich auch wirklich gelohnt. Man konnte nicht nur schöne Ausblicke auf den Zusammenfluss von Donau und March sehen, sondern auch die Burg Hrad Devin war ein echter Hingucker. Ich konnte sogar eine grüne Eidechse sehen. Ein netter Junge in meinem Alter fragte mich dann, ob er ein Bild von mir machen solle und da sagte ich natürlich nicht nein. Der Wind gab mir auf den Bildern auch die schönste Sturmfrisur. Nachdem ich mir alles angeschaut hatte ging es wieder zu Ilvy zurück. Mein nächstes Ziel war eine Kirche in einem Nachbarort von Bratislava. Dort angekommen fuhr ich ausversehen erstmal komplett an der Kirche vorbei und landete in einer verdammt engen Straße mitten auf einem Berg. Ich fand zum Glück eine Möglichkeit zum umdrehen aber bei meinem Glück kamen mir natürlich an der engsten Stelle des Weges Autos entgegen. Als auch das vorbei war fuhr ich natürlich auch noch mal an ein paar freien Parklücken vorbei, musste nochmal drehen und stand dann endlich quer über drei Parkplätze auf dem Parkplatz vor der Kirche. Zu meiner Verteidigung, ich musste drei Parkplätze einnehmen, weil mein Auto sonst halb auf der Straße gestanden hätte. Als ich dann die Stufen zu der Kirche hochgekrackselt bin, musste ich feststellen, dass die Kirche verschlossen war. Trotzdem machte ich noch ein Foto von außen und stiefelte die Stufen wieder runter. Enttäuscht suchte ich über Park4Night einen Schlafplatz, da auch mein nächstes Ziel vorübergehend geschlossen war. Nach 27 Minuten kam ich dann an dem Schlafplatz an, dieser war aber extrem voll und es lag sehr viel Müll überall herum. Da ich ja sonst nichts zu tun hatte fuhr ich einen einstündig entfernten Schlafplatz an und somit sah ich dann Bratislava auch nochmal von einer anderen Seite aus. Mein auserkorener Platz war ein Steinbruch in einem Wald. Auch der Weg dorthin war wieder ein Abenteuer. Die Straße hatte sehr tiefe Schlaglöcher und es kamen mir keine Autos sondern nur Fahrradfahrer entgegen, was mich schon wieder glauben ließ, ich sei auf einem Fahrradweg gelandet, dies war zum Glück nicht der Fall. Am Wegrand waren mehrere verlassene Häuser wo das Interriör komplett zerstört war. Hierbei muss man bedenken, dass ich schon im tiefsten Wald war. Dennoch ließ ich mich nicht beirren und fuhr weiter. Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich dann endlich bei dem Steinbruch angekommen. Hier stehe ich nun komplett alleine. Nur auf der anderen Hälfte des Steinbruchs steht ein weiterer Camper, diesen kann man aber kaum sehen. Die Temperatur ist hier auch wirklich erträglich. Ich laß noch meinen Reiseführer für Ungarn weiter, telefonierte mit meinen Eltern und aß dann später Abendbrot. Heute bekam ich das erste mal ein beklemmendes Gefühl. Was ist wenn doch nicht alles so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe? Was ist wenn ich überfallen werde? Ist es überhaupt das Richtige was ich hier tue? Aber egal wie ich mich jetzt fühle ich weiß, dass ich diese Reise durchziehen werde und wenn es mir doch irgendwann zu viel werden würde, dann könnte ich einfach die Notbremse ziehen und nach Hause fahren. Mal schauen, was der morgige Tag so bringt.Read more