• Der Blutgräfin auf der Spur

    July 30, 2024 in Slovakia ⋅ ☀️ 21 °C

    Als ich heute morgen aufwachte, war ich schon ganz gespannt, wo ich denn gelandet war. Gestern Abend hatte ich ja nicht mehr wirklich gesehen, wo ich stehe. Ich habe auch ziemlich schlecht geschlafen. Das lag aber eher daran, dass sich Ilvy in meinem Bett so breit gemacht hat aber auch die Unsicherheit, ob ich an diesem Platz sicher bin war groß. Als ich meine Tür dann nun öffnete war ich überwältigt, ich hatte einen wunderschönen Ausblick auf die Berge und auf das unten liegende Tal. Auch beim Spaziergang mit Ilvy bot sich mir ein toller Panoramablick. Mein erstes Ziel war heute Trenčin. Die Stadt fand ich aber nicht wirklich schön, weswegen ich nur mit dem Auto rumfuhr. Trotzdem entdeckte ich eine Moschee und eine Burg. Mein nächstes Ziel war da schon etwas spannender, es ging zur Blutgräfin. Diese folterte und tötete früher Jungfrauen und badetet in deren Blut. In die Burgruine durfte ich sogar Ilvy mitnehmen. Diese war auch ganz interessiert und schnüffelte wild auf dem Boden.
    Man konnte sogar einige Foltergeräte sehen, die die Blutgräfin damals verwendet hatte.
    Als wir mit der Besichtigung der Ruine fertig waren, ging es weiter zum Mausoleum von Milan R. Štefánik. Dieser war mit einem anderen Herren zusammen einer der Gründerväter der ersten Tschechoslowakischen Republik. Sein Mausoleum sah auch dementsprechend aus, es war riesig und stand auf einem über 500 Meter hohen Berg. Somit konnte man von dem Mausoleum aus bis zum Horizont gucken. Es war ein wunderschöner Ausblick und ein klein wenig habe ich mir gewünscht, dass ich genau dort mit meinem Camper stehen könnte aber das war leider nicht möglich. Also ging es weiter zum nächsten Punkt auf meiner Liste. Die Kirche aus dem 11. Jahrhundert konnte man schon von weitem sehen, denn sie steht ganz alleine, wie eine Burg, auf einem Berg. Ich wollte dort eigentlich mal die Drohne steigen lassen aber es waren zu viele Leute dort und deswegen musste die Drohne in meinem Rucksack bleiben. Die Kirche war aber super niedlich, sie war sehr klein und aus den einfachsten Materialien. Leider konnte man nicht ins Innere gehen. Für die kommende Nacht entschied ich mich auf einen Campingplatz zu fahren, ich brauche einfach mal ein Gefühl der Sicherheit. Ich folgte also wieder meinem Navi, doch ziemlich schnell bemerkte ich, dass der Weg definitiv nicht richtig sein kann. Doch da war es schon zu spät. Ich war einen steilen Berg mit Schotter hochgefahren. Links von mir ging es weiter steil bergauf und rechts von mir war der Abgrund und nur ein Maschendrahtzaun. Nach vorne ging nichts mehr, also musste ich rückwärts. Aus irgendeinem Grund habe ich aber nicht richtig rückwärts gelenkt und mein Wagen drehte sich, sodass der hintere Teil meines Autos auf dem steilen Berg nach oben war und der vordere Teil des Wagens gleich hinterher kam. Somit fing der Crafter an bedrohlich zur Seite zu kippen. Mit Vollgas fuhr ich nun Rückwärts diese steile Bergwand hoch und betete, dass das Auto nicht samt Insassen zur Seite kippt. Meine Schutzengel hatten mich erhört und somit hatte ich es irgendwie geschafft, zu drehen. Es ist ein Wunder, dass mein Auto heil geblieben ist, von den Büschen am Hang kann man das jedenfalls nicht mehr behaupten. Durch diese Aktion zitterte ich am ganzen Körper und wieder fingen die Gedanken an, ob das alles so das richtige ist. Ich fühlte mich unheimlich alleine und einsam und das ist wirklich kein schönes Gefühl. Auf dem Weg zum Campingplatz ließ mich dieses Gefühl nicht mehr los und ich kämpfte mehr denn jeh mit dem Gedanken, dass ganze hier abzubrechen. Um mir einen Rat zu holen, fing ich an mit meinen Eltern zu telefonieren und währenddessen war ich auch am Campingplatz angekommen. Dieser sah eher aus wie ein Streichelzoo, überall laufen Tiere frei rum oder sind in Gehege eingesperrt. Von Truthähnen bis hin zu Kühen gibt es hier alles. Auch wenn das Gefühl der Einsamkeit mich bis jetzt nicht losließ so fühle ich mich dennoch sicher und das ist wirklich schön. Ich hoffe, dass ich heute Nacht zur Ruhe kommen kann und wenn es so sein sollte, fahre ich halt den Rest der Reise abends immer auf Campingplätze. Aber für heute fahre ich erstmal runter.
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