• Bitte lächeln

    August 8, 2024 in Hungary ⋅ ☁️ 27 °C

    Gegen 10 Uhr traf ich Brandl und Bodnár noch einmal. Ilvy wurde nochmal ordentlich von den beiden durchgekuschelt und wir verabschiedeten uns voneinander und versprachen uns, uns in Budapest wiederzusehen. Kurze Zeit später ging es auch für mich los, nachdem ich wieder mit ein paar Sprachverständnissen beim bezahlen des Campingplatzes zu kämpfen hatte. Der Mann an der Rezeption war aber super süß und versuchte sogar zum Abschied auf deutsch tschüss zu sagen. Der Platz war bisher auch der absolut günstigste von allen. Auf dem Weg zu meinem nächsten Ziel viel mir auf einmal etwas auf. Am Straßenrand stand eine Figur aus Holz, sie sah aus wie eine Polizistin, ihr Gesicht war hinter etwas versteckt und beim genaueren Hinsehen, sah ich das in diese Holzfrau ein Blitzer eingearbeitet worden war. Echt unfassbar. Da guckt man bei dem Foto dann auch noch direkt in die Kamera, nach dem Motto einmal lächeln bitte. Ich fuhr zum Glück aber vorschriftsmäßig. In einem weiteren Ort wiederholte sich das noch einmal und ich schoss ein Foto. Kurz vor meinem Ziel, einem der Nationalparks, stand ich vor einer Schranke. Auf einem großen Schild wurde ich darüber informiert, dass ich gleich auf eine Privatstraße fahren würde und die einzelnen Preise wurden auch gleich gezeigt. Das Problem war nur, dass es zwei unterschiedliche Automaten zum bezahlen gab, einen für den Parkplatz und einen um die Straße danach passieren zu dürfen. Ehe ich das verstanden hatte war ich schon mehrfach verzweifelt und stand schon ein mal vor der Schranke und versuchte vergebens mein Ticket in den Rachen des Automaten zu schieben. Am Ende hat es dann aber irgendwann geklappt und ich durfte auf die Straße fahren. Dort war ich dann so ziemlich das einzige Auto zwischen vielen Menschen. Nach einer Weile kam ich auf einen Parkplatz und stellte das Auto dort ab. Ilvy zog ihr Wandergeschirr an und ich schulterte meinen Rucksack. Dann ging es los. Knapp drei Stunden sind wir durch einen schönen Wald gelaufen, haben in Flüssen gestanden und haben uns Wasserfälle angeschaut. Der Wasserfall im Berg, mit einem kleinen See davor hatte mir am besten gefallen. In einem Gehege war dann noch Damwild zu sehen und Ilvy konnte auch mal aus sicherer Entfernung gucken. Auf unserem Weg entdeckten wir noch eine alte Wassermühle und einen süßen Unterschlupf für Wanderer, in Form eines Steinhäuschens. Einen Höhleneingang entdeckten wir auch aber dieser war total abgeriegelt, schade eigentlich. Wieder beim Auto angekommen gab ich schonmal einen Campingplatz ein, der direkt an meinem morgigen Ziel liegt, vorher jedoch wollte ich noch etwas anderes machen. Da ich fast 8 Euro bezahlt hatte, um die Straße passieren zu dürfen konnte ich mir ein paar Serpentinen bis ganz nach oben auf einen der Berge natürlich nicht entgehen lassen. Die Straße war extrem eng und da es an der linken Seite der Straße gleich mehrere hundert Meter in die Tiefe ging und auf der rechten Seite mich die Felsen beschränkten hoffte ich wirklich sehr, dass mir kein Auto entgegen kommt. Das war Gott sei dank auch nicht der Fall. Der Parkplatz oben auf dem Berg war aber auch direkt an der steilen Seite und als mein Wagen nach dem Stillstand noch ein paar Zentimeter weiter rollte, zog ich hektisch die Handbremse nochmal so weit hoch wie ich konnte. Ilvy ließ ich diesmal im Auto denn mein Ziel war der Millenium Aussichtsturm. Dieser bietet mit nur 20 Metern Höhe direkt auf der Spitze eines Berges eine Aussicht der Extraklasse. Auch hier ist die Aussicht unbeschreiblich schön und man konnte bis zur Tatra, ganz hinten am Horizont gucken. Ich versuchte die Bilder in meinem Kopf abzuspeichern, um diese Erinnerung niemals wieder zu vergessen. Beim Abstieg war ich schon fast ein bisschen traurig, dass dieses Erlebnis nur so kurz andauerte aber das war definitiv ein Erlebnis für die Ewigkeit. Was würde ich geben, um dort ein Haus zu haben, mit dieser grandiosen Aussicht. Wieder unten angekommen sah ich noch eine kleine Eidechse. Sie schaute direkt in die Kamera, als ich ein Foto von ihr machte, nur das mit dem Lächeln muss sie noch üben. Nachdem ich noch kurz in einem Lidl war, um Remoulade zu kaufen, ging es weiter zum Campingplatz. Aber bevor ich über den Campingplatz schreibe, eine sehr wichtige Info. Es gibt hier doch tatsächlich Tiramisuschokolade, die musste ich einfach mitnehmen. Und eine wichtig Info noch für die Männer, der Lidl hatte sogar eine komplette Abteilung von Bosch für all das Werkzeug was ein Mann braucht. Es wunderte mich auch nicht, dass in dieser Abteilung nur Männer standen, während die Frauen im ganzen Laden verteilt waren. Aber jetzt zum Campingplatz. Ich kam dort gegen 17 Uhr an und als ich in die Rezeption ging, saß da ein jüngerer Mann mit langen Haaren, der sich mit zusemmengefalteten Händen erst in seinem Drehstuhl zu mir drehte als ich reinkam. Das war ungefähr so eine Situation, als wenn der Chef eine ernste Nachricht an einen Mitarbeiter zu verkünden hat. Der Mann war auch irgendwie ein bisschen eigenartig. Er redete ganz langsam und betonte seine Wörter auf eine mystische Art und Weise. Komisch war auch wie er mich nach meiner Frage nach einem freien Platz anstarrte und musterte. Ich hoffe der verhext mich heute Nacht nicht. Ich suchte mir einen Platz aus und wie ihr es euch vielleicht schon denken könnt, fing ich an zu lesen. Ilvy schlummerte derweilen seelenruhig auf ihrer Decke, die lange Wanderung hatte sie müde gemacht. In diesem Moment, da auf ihrer Decke, sah sie so klein und unschuldig aus. Doch als ich reinging, um nach meinem Essen zu sehen, war sie wieder hellwach, saß vor der Tür und schaute mich mit erwartungsvollen Augen an. Morgen werde ich auch noch hier auf dem Platz stehen, da ich hier viele Ziele in der Stadt habe, die ich mir anschauen möchte, unter anderem einen Markt. Mal sehen, wie gut ich im handeln bin.Read more