• Warum immer Katastrophen?

    February 26 in Scotland ⋅ 🌧 7 °C

    Es hat die ganze Nacht geregnet und es regnet weiter. Also werden wir schon bei der Hunderunde durch die Berge nass. Das lässt auch nichts Gutes für unser erstes Ziel erwarten. Wir wollen heute auf den Ben Nevis, den höchsten Berg Schottlands und Großbritanniens. Doch als wir ankommen zeigt ein Schild das die erste Gondel erst um 10.30 Uhr startet, wegen dem Wind. Immer wieder überlege ich lieber unten zu bleiben aber letztendlich löse ich dann doch für uns beide ein Ticket. Ich frage noch ob es sicher ist und die freundliche Dame am Schalter erklärt, wenn es nicht mehr sicher wäre, würde man den Berg evakuieren. Na dann... Allerdings bereue ich meine Entscheidung schon wenige Minuten später,nämlich als ich in der Gondel durch den Sturm hin und her geschaukelt werde. Es ist der Horror für mich und meine Höhenangst. Endlich sind wir oben und ich bereue es gleich nochmal. Der Regen peitscht uns ins Gesicht, der kalte Wind ist so stark das wir kaum vorwärts kommen. Es dauert nicht lange und meine Schuhe lassen Wasser rein so das auch meine Socken nass sind. Vom Tal kann man auch kaum was erahnen. Als wir endlich in der Station zurück sind, gönnen wir uns eine heiße Schokolade. Doch kurz nach dem ersten Schluck kommt der Mitarbeiter und teilt uns mit das der Berg sofort evakuiert wird, da der Sturm zu stark ist. Mir graust vor der Abfahrt. Als wir in der Gondel sitzen und gerade starten sollen kommen Allerdings 3 Mitarbeiter und versuchen irgendwie unsere Tür richtig zu schließen und ich drehe endgültig durch. Ich will nur noch aus dieser Gondel raus. Auch wenn die Mitarbeiter versuchen mich zu beruhigen, will ich in eine andere Gondel und so holt man uns mit vereinten Kräften raus. Die Fahrt mit der anderen Gondel macht den Sturm auch nicht besser. Immer wieder hält die Seilbahn um Windböen abzuwarten und wir sitzen fest. Letztendlich hilft mir nur Entspannungsmusik und Atemtechnik um nicht komplett durchzudrehen. Als wir endlich unten sind bin ich vollkommen fertig. Wir lesen noch das nach uns die Bahn für heute geschlossen wird. Im Camper muss ich mich erstmal hinlegen, so fertig bin ich. Irgendwann geht es weiter und wir fahren in Fort William zu einem Tierladen. Ari ist im Urlaub so gewachsen das ihr Geschirr zu klein geworden ist und sie dringend
    ein neues braucht. Zum Glück finden wir ein gutes und einige Leckereien auch noch dazu. Unser weiterer Weg ist traumhaft, immer wieder stürzen Wasserfälle die Berge herunter. Es müssen weit über 100 sein, die wir sehen. Leider wirken diese durch den Regen nicht auf den Fotos so schön wie sie eigentlich sind. Unser Fotostop zu dem wir fahren kommt mir zwar null bekannt vor aber ich bin auch kein James Bond 007 Fan. Auf jeden Fall muss ich im strömenden Regen von Jenny Fotos machen so wie 007 da stand. Klar gibt es was schöneres? Es benötigt einige Anläufe bevor Jenny zufrieden ist. Zu unserem Schlafplatz fahren wir wieder an vielen Wasserfällen vorbei und ich frage mich ob ich jemals so viele Wasserfälle gesehen habe. Der Regen und das Schmelzwasser der schneebedeckten Berge schaffen diese Kulisse und der Fluss ist dadurch so reißend das ein Mensch es nicht überleben würde. Wieder einmal zeigt die Natur ihre Macht.
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