Tag 5: Eroberung eines Teslas, Tjøme
July 16, 2024 in Norway ⋅ ☁️ 18 °C
Es kann ja wohl nicht so schwer sein, so ein Scheiss-Auto zu öffnen, oder?
Wahrscheinlich hatte ich länger, in den Tesla zu kommen, als zum Tesla zu kommen.
Dabei hatte alles super angefangen: Früh den Bus genommen, bei der Herz-Station angekommen, gemerkt, dass da nur ein Automat steht, ohne persönlichen Einweiser. Tja, hätte ich den gehabt, wäre es wohl nicht so kompliziert gewesen. Unser Schnucki hatte ich ja schon lange auf dem Parkplatz gesichtet.
Dann noch ein bisschen tip-tip-tip am Automaten, ein Telefonat mit den zuständigen Angestellten der Vermietung, weil dann doch etwas nicht klappte und bald hatte ich dieses komische Ding von Schlüssel in der Hand: Eine schwarze Plastikkarte. Soll das ein Schlüssel sein? Wo soll ich den denn reinstecken oder durchschieben?
Im Tesla hatte es auf dem Armaturenbrett nichts ausser ein grosses Display. Dieses zeigte mir dann mit einer Grafik und wenig Text auch munter an, wie diese ominöse Plastikkarte zu nutzen ist:
A-Säule: Sensor: Tap
Gut. Kann ja nicht so schwer sein.
Ich tappte gegen den Sensor. Nichts.
Hm, Karte mal umdrehen, tap: Nichts.
Karte mall aus der Hülle nehmen, nochmal tappen: nichts.
Ich tappte diese bescheuerte Karte wohl in allen erdenklichen Winkeln gegen diesen blöden Sensor, doch der Tesla wollte sich mit nicht erschliessen.
Gut. Mitschu fuhr schon in so einem Ding. Doch auch das Telefon mit ihm blieb ohne Rat: Na, Knopf der Fernbedienung drücken. Da ist halt kein Knopf, nur ne Plastikkarte.
Bist du sicher, dass du den Schlüssel schon hast?
Nein, aber ja. Irgendwie schon.
Gut Mitschu halt nichts. Youtube ebenso wenig, auch da gab es nur Teslas mit Schlüsseln, wie ich es von anderen PWs kenne.
Mann. Nochmal die Leute von Herz angerufen.
Die eine Mitarbeiterin war zwar nett, hatte aber auch keine Ahnung.
Gut. Nächster Mitarbeiter: Der behauptet steif und fest, dass das Ding geht, immerhin hat er persönlich gestern den Tesla da hin chauffiert. Ich erkläre ihm, wie ich diese Karte in allen erdenklichen Winkeln an diesen Sensor getappt habe. Er meint, ich soll es langsam machen. Mach ich, bringt halt nichts. Ich erkläre ihm nochmal, wie ich tappe.
Was tappen? Die A-Säule runtersliden sollst du?
Ja was jetzt?!?! Ich slide.
Bling-bling - Leuchte-Leuchte.
Der Tesla geht auf. Nach 45min!!!
Und ohne getappe! Sliden. Wie irreführend wird das Gerät denn sonst noch sein, wenn es mir nicht mal selbst erklären kann, wie es aufgeht?!
Ich bedanke mich bei dem geduldigen Herrn. Und mache einen Freudentanz. ENDLICH!!
Das Ding Timmy-Freundlich eingerichtet war er schnell: Die Kofferraumabdeckung, die uns ja eh beim Schlafen störte, diente als perfekte Stabilisationsunterlage unter Timmys Rücksitzdecke, sodass Mösiö Dijondelox auch ja gerade stehen konnte.
Nach ein paar Metern erkannte ich auch, wie einfach es war, die Bonzenkarre zu steuern. Und so erreichten wir bald ein nahegelegenes IKEA. Tesla musste noch ein bisschen ausgestattet werden. Zudem musste ich sowas von pinkeln und hunger hatte ich auch.
Mit Freude erkannte ich, dass es im Tesla eine Hundefunktion gab: Damit würde König Lox konstant mit 21°C belüftelt und ich konnte ihn ohne schlechtes Gewissen alleine lassen, während ich meine Grundbedürfnisse befriedigen und die Innenausstattung für unser neues Hei besorgen konnte:
Ein Leintuch, um den Kofferraum so sauber und haarfrei wie möglich zu halten, ein paar Tücher, um die Liegefläche gemütlicher zu gestalten, 2 Decken, eine als Sichtschutz und eine für Timmy, Kleiderbügel, ein Enthaarungs-Roller, und das beste überhaupt: Eine Plastikbox mit Deckel: Die beste Investition meiner ganzen Reise: Darin verstaute ich die nassen, stinkigen Sachen. Und JA, die war wirklich Gold wert!!!!
Zurück bei meinem Lox, der erstaunlich entspannt im neuen Gefährt wartete, machten wir uns schliesslich auf den Weg zu unserer ersten Station unter freiem Himmel: Ein Parkplatz in der Nähe des Torås Fort bei Tjøme. Zum Glück gab mit Mam den Tipp mit der Park4Night-App: Damit habe ich all unsere zukünftigen Schlafplätze ausfindig gemacht.
Wir waren auch die einzigen dort.
Und so richteten wir uns noch gänzlich ein, assen etwas kleines und verbrachten schliesslich eine wunderbar ruhige erste Nacht in unserem neuen Tesla-Baby...Read more







