• Krakau an der Weichsel

    Jul 4–8 in Poland ⋅ ☁️ 21 °C

    Drei gemütliche Stunden dauert die Zugfahrt vom schlesischen Breslau nach Krakau in Kleinpolen. Der Schaffner fordert die Fahrgäste auf, alle Kippfenster zu öffnen; die Klimaanlage wäre ausgefallen und würde auch später ganz bestimmt nicht wieder funktionieren :) Die polnische Bitte haben wir nicht verstanden, aber prompt kam die Ansage auf Englisch.
    Bestes Stadtbesichtigungswetter, 25 Grad mit ein paar Regenschauern zwischendurch. Auf den ersten Blick sind die Krakauer Fassaden weniger farbenfroh wie die in Breslau, aber es gibt viel mehr zu sehen. Die Stadt wurde im Krieg kaum zerstört. Auf dem Rynek Główny, einem der größten mittelalterlichen Marktplätze Europas, steht die riesige Tuchhalle, daneben der alte Rathausturm, die kleine St.-Adalbert Kirche, ein Denkmal des Nationaldichters Adam Mickiewicz und natürlich die Marienbasilika - und das ist nur der Anfang! Buntes Treiben, Demos, Musik, sehr kurzweilig. Krakau wirkt nicht frisch renoviert, sondern beeindruckend authentisch, trotz vieler Touristen.
    Einen interessanten Kontrast zur Altstadt bildet Kazimierz, das alte jüdische Viertel. Viel Kunst, Kultur und Geschichte. Man merkt, dass ca. 140.000 Studenten in der Stadt leben. Von den jüdischen Wurzeln der Stadt ist allerdings nicht viel übrig. Vor der Nazizeit lebten in Krakau 65.000 Menschen mit jüdischem Glauben (etwa 1/4 der Stadtbevölkerung). Heute hat die jüdische Gemeinde nur ca. 100 offizielle Mitglieder. Polen ist katholisch.
    Fazit: Spannende Stadt, Krakau ist einen Besuch wert!
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