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Polen Rundreise

Interrail in Polen, geht das überhaupt? Und ob! Wir reisen im Sommer mit dem Zug durch das Land. Read more
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    June 30, 2026

    Görlitz an der Neiße

    Jun 30–Jul 2 in Germany ⋅ ☁️ 27 °C

    Die östlichste Stadt Deutschlands direkt an der polnischen Grenze ist die Wahlheimat meiner Studienfreundin Andrea. Schönes Wiedersehen nach so langer Zeit! Schmucke Kleinstadt mit unzähligen historischen Bauwerken, nennt sich Görliwood wegen der vielen Filmdrehs hier. In Polen waren wir kurz zu Fuß auf ein Bier. Über die Altstadtbrücke kommt man ans polnische Ufer der Neiße nach Zgorzelec, der Nachbarstadt von Görlitz, ganz ohne Grenzkontrollen.Read more

  • Wrocław in Schlesien (Breslau)

    Jul 2–4 in Poland ⋅ ☀️ 26 °C

    Von Görlitz in 3 Minuten mit S- und Regionalbahn nach Zgorzelec auf der polnischen Seite der Neiße und dann sehr bequem und pünktlich mit dem Zug in 1,5 Stunden nach Breslau an der Oder. Der Fluß ist sehr verzweigt in der Stadt, und von den vielen Brücken hat man wunderschöne Blickwinkel auf die schönen Altstadthäuser und Kirchen von Wroclaw [ˈvrɔt͡suaf!] . Unbedingt sehenswert ist die Universität. Vom Mathematischen Turm aus sieht man in alle Richtungen. Und wir hatten Glück, im reich verzierten Oratorium Marianeum der Uni haben junge Musiker geprobt, Klavier, drei Geigen, Cello, zauberhafte Musik.Read more

  • Krakau an der Weichsel

    Jul 4–8 in Poland ⋅ ☁️ 21 °C

    Drei gemütliche Stunden dauert die Zugfahrt vom schlesischen Breslau nach Krakau in Kleinpolen. Der Schaffner fordert die Fahrgäste auf, alle Kippfenster zu öffnen; die Klimaanlage wäre ausgefallen und würde auch später ganz bestimmt nicht wieder funktionieren :) Die polnische Bitte haben wir nicht verstanden, aber prompt kam die Ansage auf Englisch.
    Bestes Stadtbesichtigungswetter, 25 Grad mit ein paar Regenschauern zwischendurch. Auf den ersten Blick sind die Krakauer Fassaden weniger farbenfroh wie die in Breslau, aber es gibt viel mehr zu sehen. Die Stadt wurde im Krieg kaum zerstört. Auf dem Rynek Główny, einem der größten mittelalterlichen Marktplätze Europas, steht die riesige Tuchhalle, daneben der alte Rathausturm, die kleine St.-Adalbert Kirche, ein Denkmal des Nationaldichters Adam Mickiewicz und natürlich die Marienbasilika - und das ist nur der Anfang! Buntes Treiben, Demos, Musik, sehr kurzweilig. Krakau wirkt nicht frisch renoviert, sondern beeindruckend authentisch, trotz vieler Touristen.
    Einen interessanten Kontrast zur Altstadt bildet Kazimierz, das alte jüdische Viertel. Viel Kunst, Kultur und Geschichte. Man merkt, dass ca. 140.000 Studenten in der Stadt leben. Von den jüdischen Wurzeln der Stadt ist allerdings nicht viel übrig. Vor der Nazizeit lebten in Krakau 65.000 Menschen mit jüdischem Glauben (etwa 1/4 der Stadtbevölkerung). Heute hat die jüdische Gemeinde nur ca. 100 offizielle Mitglieder. Polen ist katholisch.
    Fazit: Spannende Stadt, Krakau ist einen Besuch wert!
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  • Ojców im Prądnik-Tal

    Jul 8–11 in Poland ⋅ ☁️ 17 °C

    Nördlich von Krakau liegt der Nationalpark Ojców, dahin sind wir weitergereist, um ein paar Tage zu wandern und die dortigen Höhlen zu erkunden. Der kleine Ort Ojców liegt in einem kleinen Tal, von Wald und Kalksteinfelsen umgeben, Bäche plätschern, ansonsten himmlische Ruhe. Die frisch geräucherten Forellen von Pstrąg Ojcowski (Mutter und Tochter) duften durch den ganzen Ort. Etwas weiter haben wir unser niedliches Zimmer unterm Dach in der Willa Pod Bocianem, dem ‘Haus zum Storch’. Ojców war in den 1920er und 30er Jahren ein mondäner Ort, mit Autorennen und Heimatfilm Ambiente. Heute ist er Ausgangspunkt der Wanderrouten rund um das Prądnik- und das Sąspówka-Tal. Wir erwandern sie alle - trotz 17 Grad und Regenschauer 😎. Kann mal jemand die Sonne aus Westeuropa hierherschicken?!

    Gegen den Strom verlassen wir Ojców am Samstag mit dem Bus LR0, während die Krakauer Touristen in Massen zum Wandern ankommen. Der Bus fährt wirklich nur am Wochenende. Für uns geht es nun weiter in Hauptstadt Polens.
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  • Warschau an der Weichsel

    Jul 11–15 in Poland ⋅ ☁️ 21 °C

    Mit dem modernen EIP3800 fahren wir in drei Stunden ohne Halt von Krakau in die polnische Hauptstadt Warschau. Der Zug ist reservierungspflichtig, aber nicht ausgebucht. Bequeme Sitze, Wasser wird gratis verteilt, der Schaffner spricht englisch, der Müll der Fahrgäste wird zwischendurch mehrfach eingesammelt, und pünktlich ist der EIP auch noch. Besser geht’s nicht.

    Warschau liegt in der Region Masowien. Bis zu den Karpaten im Süden und bis zur Ostsee sind es jeweils 350 km, Belarus im Osten ist etwas mehr als 200 km entfernt. Aber vom damaligen Ostblock sieht man in der 1,7 Mio Stadt inzwischen nur noch Spuren - sie kommt als Weltstadt daher!

    Beeindruckende Skyline, eine nach dem Krieg wieder aufgebaute, sehenswerte Altstadt - natürlich mit vielen Touristen aus aller Welt - am langen Königsweg unzählige eindrucksvolle Schlösser und Paläste, spannende Geschichte und Kultur, tolle Restaurants und Bars, das haben wir nicht erwartet!

    Mit Metro, Bussen und Straßenbahn kommt man unkompliziert überall hin. Ziel in die Jakdojade App eingeben, Barcode scannend beim Einsteigen in die Bahn, fertig.

    Das Wahrzeichen der Stadt, den monumentalen Kulturpalast, haben die Polen nach der kommunistischen Ära glücklicherweise nicht abgerissen. Er überstrahlt alles, sehr beeindruckend und immer noch das höchste Gebäude. Man kann Warschau von dort von oben sehen - oder von der Sky Bar im 40. Stock des Presidential Hotels :) Mein Highlight ist aber der Innenhof des ehemaligen Nobelkaufhauses Jabłkowski, in dem ein DJ alte Singles auflegt, stimmungsvolle lateinamerikanische Musik und ein unglaubliches Wandbild.

    Am letzten Tag schauen wir uns Praga an. Der Stadtteil am östlichen Ufer der Weichsel ist sowohl Szeneviertel mit frisch renovierten Fabrikgebäuden wie dem Google Campus als auch Arbeiterviertel mit Einschusslöchern in dem Hausfassaden und heruntergekommenen Innenhöfen. Einige Fassaden werden absichtlich nicht renoviert, sie sollen erinnern an den Warschauer Aufstand von 1944; anschließend wurde die Stadt von den Nazis fast vollständig zerbombt. Nicht zu verwechseln mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto. Vom Ghetto gibt es auch Reste, aber nicht mehr viel.

    Leider geht es schon weiter. Morgen fahren wir raus aus der Stadt ins Weichseltal.
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  • Kasimierz Dolny im Weichseltal

    Jul 15–20 in Poland ⋅ ☁️ 28 °C

    Wir wohnen direkt hinter’m Deich!Merkwürdig, denn die Weichsel scheint recht flach, an vielen Stellen sind Sandbänke zu sehen. Der Fluss fliesst hier durch das Kleinpolnische Hügelland und verengt sich auf so 60-100m Breite. Wir sind ein paar Tage in Kasimierz Dolny, Stadt der Künstler, 150 km südöstlich von Warschau und 40 km entfernt von Lublin.

    Die Öffi-Reise war wieder unkompliziert, mit der Bahn vom Warszawa Centralna nach Puławy Miasto und weiter mit dem Bus 12 bis Kazimierz D, direkt vor die Tür unseres Hotels. Wir sind vermutlich die einzigen deutschen Gäste im „Król Kasimierz“, überall polnische Urlauber. Man vertreibt sich die Zeit mit Wandern in den bewaldeten Lössschluchten, Bootfahren auf der Weichsel, Weinproben bei einem der 15 Weingüter in der Gegend, besucht die vielen Galerien oder besichtigt die historischen Gebäude. Viele Leute sind sicher auch hier wegen des Musikfestivals hier, „Kazimiernikejszyn 2026“ im alten Steinbruch - Motto: Miłość jest odpowiedzią. Wir haben kein Wort verstanden, weder Ansagen noch Liedtexte, die begeistert mitgesungen wurden :) Aber Open Air Konzerte bei tollem Sommerwetter und gechillter Atmosphäre gehen immer!
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  • Toruń - Kopernikus, Lebkuchen und was noch?

    Jul 20–22 in Poland ⋅ ☁️ 24 °C

    Mit dem IC3538 geht es von Pulawi Miasto Richtung Nordwesten. Ziel ist Toruń, eine der ältesten Städte Polens. Drei Stunden Bahnfahrt durch Wälder und Felder, wir folgen der Weichsel bis fast genau in die Mitte von Polen, in die Woiwodschaft Kujawien-Pommern.

    Vom Bahnhof machen wir uns zu Fuß auf in die Innenstadt entlang dem Fernwanderweg E11. Wir überqueren mit unseren Rollkoffern die Weichsel über die Józef-Piłsudski-Brücke (polnischer Nationalheld des 20.Jh., noch nie gehört…). Wunderschöner Blick auf die Sandbänke der Weichsel und auf die Altstadt Toruńs! Roter Backstein bestimmt das Bild, Ostseearchitektur :)

    Toruń hat knapp 200.000 Einwohner. Wir haben nur einen Bruchteil der Stadt gesehen, aber der ist UNESCO Weltkulturerbe und
    unbedingt eine Reise wert.
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  • Wilkasy in Ermland-Masuren

    Jul 22–28 in Poland ⋅ ☁️ 22 °C

    Von Polens Mitte fahren wir drei Stunden in den Nordosten bis fast an die Grenze, wieder völlig problemlos mit der Bahn.

    Die Fahrt geht durch Wälder und Felder wie gehabt. Und dann kommen die schönen Masurischen Seen in Sicht, einer nach dem anderen! In Giżycko (Lötzen), einem kleinen Urlaubsort am Jezioro Niegocin (Löwentinsee), steigen wir aus. Und nun? Proviant besorgen, denn die nächsten Tage verbringen wir in einem Tiny House im Ortsteil Wilkasy.

    Wir marschieren zu Fuß die Straße “Ulica Bulhayerow Westerplatte” hoch zum nächsten Lidl. Das Sortiment ist vergleichbar mit zuhause, wenn auch viel mehr Wurst und weniger Käse :) Drei Einkaufstaschen machen wir voll mit Lebensmitteln, alle sehr vertraut. Aber mit dem Übergepäck können wir ganz bestimmt nicht weiterlaufen...

    Glücklicherweise gibt es in Polen fast überall Uber, damit geht es die letzen 5 km nach Wilkasy. Der Skoda Fabia reicht grad so aus, einer unser Rollkoffer nimmt auf dem Beifahrersitz Platz :) Die Uber-Fahrerin fragt unterwegs mehrfach, ob wir richtig sind, als sie auf die unbefestigten Waldwege kommt… und dann sind wir da! Unser kleines Häuschen liegt wunderschön direkt am Ufer des Tajty Sees, einem Nachbarsee des Niegocin-Sees.

    Von hier bis an die russische Grenze sind es nur noch 44 km. Die Suwalki-Lücke ist auch nur 80 km entfernt. Woher kennt man diese Gegend noch? Die ehemalige Wolfschanze bei Kętrzyn (sprich ‘ken-tschin’, historisch-deutsch Rastenburg) ist auch nicht weit weg. Dort hat Stauffenberg 1944 das Attentat auf Hitler verübt. Die Bunker wurden in ein riesiges Geschichts-Freilichtmuseum umgewandelt, sehr beeindruckend.

    Für die Menschen hier ist die Gegend um Wilkasy vor allem eines: eine wunderschöne Urlaubsregion und ein tolles Segel- und Motorbootrevier. Oder wie eine Freundin es ausdrücken würde: So ein Tag am See… einfach immer wieder schön!
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