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Polen Rundreise

Interrail in Polen, geht das überhaupt? Und ob! Wir reisen im Sommer mit dem Zug durch das Land. Read more
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    June 30, 2026

    Görlitz an der Neiße

    Jun 30–Jul 2 in Germany ⋅ ☀️ 28 °C

    Die östlichste Stadt Deutschlands direkt an der polnischen Grenze ist die Wahlheimat meiner Studienfreundin Andrea. Schönes Wiedersehen nach so langer Zeit! Schmucke Kleinstadt mit unzähligen historischen Bauwerken, nennt sich Görliwood wegen der vielen Filmdrehs hier. In Polen waren wir kurz zu Fuß auf ein Bier. Über die Altstadtbrücke kommt man ans polnische Ufer der Neiße nach Zgorzelec, der Nachbarstadt von Görlitz, ganz ohne Grenzkontrollen.Read more

  • Wrocław in Schlesien (Breslau)

    Jul 2–4 in Poland ⋅ ☀️ 26 °C

    Von Görlitz in 3 Minuten mit S- und Regionalbahn nach Zgorzelec auf der polnischen Seite der Neiße und dann sehr bequem und pünktlich mit dem Zug in 1,5 Stunden nach Breslau an der Oder. Der Fluß ist sehr verzweigt in der Stadt, und von den vielen Brücken hat man wunderschöne Blickwinkel auf die schönen Altstadthäuser und Kirchen von Wroclaw [ˈvrɔt͡suaf!] . Unbedingt sehenswert ist die Universität. Vom Mathematischen Turm aus sieht man in alle Richtungen. Und wir hatten Glück, im reich verzierten Oratorium Marianeum der Uni haben junge Musiker geprobt, Klavier, drei Geigen, Cello, zauberhafte Musik.Read more

  • Krakau an der Weichsel

    Jul 4–8 in Poland ⋅ ☁️ 21 °C

    Drei gemütliche Stunden dauert die Zugfahrt vom schlesischen Breslau nach Krakau in Kleinpolen. Der Schaffner fordert die Fahrgäste auf, alle Kippfenster zu öffnen; die Klimaanlage wäre ausgefallen und würde auch später ganz bestimmt nicht wieder funktionieren :) Die polnische Bitte haben wir nicht verstanden, aber prompt kam die Ansage auf Englisch.
    Bestes Stadtbesichtigungswetter, 25 Grad mit ein paar Regenschauern zwischendurch. Auf den ersten Blick sind die Krakauer Fassaden weniger farbenfroh wie die in Breslau, aber es gibt viel mehr zu sehen. Die Stadt wurde im Krieg kaum zerstört. Auf dem Rynek Główny, einem der größten mittelalterlichen Marktplätze Europas, steht die riesige Tuchhalle, daneben der alte Rathausturm, die kleine St.-Adalbert Kirche, ein Denkmal des Nationaldichters Adam Mickiewicz und natürlich die Marienbasilika - und das ist nur der Anfang! Buntes Treiben, Demos, Musik, sehr kurzweilig. Krakau wirkt nicht frisch renoviert, sondern beeindruckend authentisch, trotz vieler Touristen.
    Einen interessanten Kontrast zur Altstadt bildet Kazimierz, das alte jüdische Viertel. Viel Kunst, Kultur und Geschichte. Man merkt, dass ca. 140.000 Studenten in der Stadt leben. Von den jüdischen Wurzeln der Stadt ist allerdings nicht viel übrig. Vor der Nazizeit lebten in Krakau 65.000 Menschen mit jüdischem Glauben (etwa 1/4 der Stadtbevölkerung). Heute hat die jüdische Gemeinde nur ca. 100 offizielle Mitglieder. Polen ist katholisch.
    Fazit: Spannende Stadt, Krakau ist einen Besuch wert!
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  • Ojców im Prądnik-Tal

    Jul 8–11 in Poland ⋅ ☁️ 17 °C

    Nördlich von Krakau liegt der Nationalpark Ojców, dahin sind wir weitergereist, um ein paar Tage zu wandern und die dortigen Höhlen zu erkunden. Der kleine Ort Ojców liegt in einem kleinen Tal, von Wald und Kalksteinfelsen umgeben, Bäche plätschern, ansonsten himmlische Ruhe. Die frisch geräucherten Forellen von Pstrąg Ojcowski (Mutter und Tochter) duften durch den ganzen Ort. Etwas weiter haben wir unser niedliches Zimmer unterm Dach in der Willa Pod Bocianem, dem ‘Haus zum Storch’. Ojców war in den 1920er und 30er Jahren ein mondäner Ort, mit Autorennen und Heimatfilm Ambiente. Heute ist er Ausgangspunkt der Wanderrouten rund um das Prądnik- und das Sąspówka-Tal. Wir erwandern sie alle - trotz 17 Grad und Regenschauer 😎. Kann mal jemand die Sonne aus Westeuropa hierherschicken?!

    Gegen den Strom verlassen wir Ojców am Samstag mit dem Bus LR0, während die Krakauer Touristen in Massen zum Wandern ankommen. Der Bus fährt wirklich nur am Wochenende. Für uns geht es nun weiter in Hauptstadt Polens.
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  • Warschau an der Weichsel

    Jul 11–15 in Poland ⋅ ☁️ 21 °C

    Mit dem modernen EIP3800 fahren wir in drei Stunden ohne Halt von Krakau in die polnische Hauptstadt Warschau. Der Zug ist reservierungspflichtig, aber nicht ausgebucht. Bequeme Sitze, Wasser wird gratis verteilt, der Schaffner spricht englisch, der Müll der Fahrgäste wird zwischendurch mehrfach eingesammelt, und pünktlich ist der EIP auch noch. Besser geht’s nicht.

    Warschau liegt in der Region Masowien. Bis zu den Karpaten im Süden und bis zur Ostsee sind es jeweils 350 km, Belarus im Osten ist etwas mehr als 200 km entfernt. Aber vom damaligen Ostblock sieht man in der 1,7 Mio Stadt inzwischen nur noch Spuren - sie kommt als Weltstadt daher!

    Beeindruckende Skyline, eine nach dem Krieg wieder aufgebaute, sehenswerte Altstadt - natürlich mit vielen Touristen aus aller Welt - am langen Königsweg unzählige eindrucksvolle Schlösser und Paläste, spannende Geschichte und Kultur, tolle Restaurants und Bars, das haben wir nicht erwartet!

    Mit Metro, Bussen und Straßenbahn kommt man unkompliziert überall hin. Ziel in die Jakdojade App eingeben, Barcode scannend beim Einsteigen in die Bahn, fertig.

    Das Wahrzeichen der Stadt, den monumentalen Kulturpalast, haben die Polen nach der kommunistischen Ära glücklicherweise nicht abgerissen. Er überstrahlt alles, sehr beeindruckend und immer noch das höchste Gebäude. Man kann Warschau von dort von oben sehen - oder von der Sky Bar im 40. Stock des Presidential Hotels :) Mein Highlight ist aber der Innenhof des ehemaligen Nobelkaufhauses Jabłkowski, in dem ein DJ alte Singles auflegt, stimmungsvolle lateinamerikanische Musik und ein unglaubliches Wandbild.

    Am letzten Tag schauen wir uns Praga an. Der Stadtteil am östlichen Ufer der Weichsel ist sowohl Szeneviertel mit frisch renovierten Fabrikgebäuden wie dem Google Campus als auch Arbeiterviertel mit Einschusslöchern in dem Hausfassaden und heruntergekommenen Innenhöfen. Einige Fassaden werden absichtlich nicht renoviert, sie sollen erinnern an den Warschauer Aufstand von 1944; anschließend wurde die Stadt von den Nazis fast vollständig zerbombt. Nicht zu verwechseln mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto. Vom Ghetto gibt es auch Reste, aber nicht mehr viel.

    Leider geht es schon weiter. Morgen fahren wir raus aus der Stadt ins Weichseltal.
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  • Kasimierz Dolny im Weichseltal

    Jul 15–20 in Poland ⋅ ☁️ 28 °C

    Wir wohnen direkt hinter’m Deich!Merkwürdig, denn die Weichsel scheint recht flach, an vielen Stellen sind Sandbänke zu sehen. Der Fluss fliesst hier durch das Kleinpolnische Hügelland und verengt sich auf so 60-100m Breite. Wir sind ein paar Tage in Kasimierz Dolny, Stadt der Künstler, 150 km südöstlich von Warschau und 40 km entfernt von Lublin.

    Die Öffi-Reise war wieder unkompliziert, mit der Bahn vom Warszawa Centralna nach Puławy Miasto und weiter mit dem Bus 12 bis Kazimierz D, direkt vor die Tür unseres Hotels. Wir sind vermutlich die einzigen deutschen Gäste im „Król Kasimierz“, überall polnische Urlauber. Man vertreibt sich die Zeit mit Wandern in den bewaldeten Lössschluchten, Bootfahren auf der Weichsel, Weinproben bei einem der 15 Weingüter in der Gegend, besucht die vielen Galerien oder besichtigt die historischen Gebäude. Viele Leute sind sicher auch hier wegen des Musikfestivals hier, „Kazimiernikejszyn 2026“ im alten Steinbruch - Motto: Miłość jest odpowiedzią. Wir haben kein Wort verstanden, weder Ansagen noch Liedtexte, die begeistert mitgesungen wurden :) Aber Open Air Konzerte bei tollem Sommerwetter und gechillter Atmosphäre gehen immer!
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  • Toruń - Kopernikus, Lebkuchen und was noch?

    Jul 20–22 in Poland ⋅ ☁️ 24 °C

    Mit dem IC3538 geht es von Pulawi Miasto Richtung Nordwesten. Ziel ist Toruń, eine der ältesten Städte Polens. Drei Stunden Bahnfahrt durch Wälder und Felder, wir folgen der Weichsel bis fast genau in die Mitte von Polen, in die Woiwodschaft Kujawien-Pommern.

    Vom Bahnhof machen wir uns zu Fuß auf in die Innenstadt entlang dem Fernwanderweg E11. Wir überqueren mit unseren Rollkoffern die Weichsel über die Józef-Piłsudski-Brücke (polnischer Nationalheld des 20.Jh., noch nie gehört…). Wunderschöner Blick auf die Sandbänke der Weichsel und auf die Altstadt Toruńs! Roter Backstein bestimmt das Bild, Ostseearchitektur :)

    Toruń hat knapp 200.000 Einwohner. Wir haben nur einen Bruchteil der Stadt gesehen, aber der ist UNESCO Weltkulturerbe und
    unbedingt eine Reise wert.
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  • Wilkasy in Ermland-Masuren

    Jul 22–28 in Poland ⋅ ☁️ 22 °C

    Von Polens Mitte fahren wir drei Stunden in den Nordosten bis fast an die Grenze, wieder völlig problemlos mit der Bahn.

    Die Fahrt geht durch Wälder und Felder wie gehabt. Und dann kommen die schönen Masurischen Seen in Sicht, einer nach dem anderen! In Giżycko (Lötzen), einem kleinen Urlaubsort am Jezioro Niegocin (Löwentinsee), steigen wir aus. Und nun? Proviant besorgen, denn die nächsten Tage verbringen wir in einem Tiny House im Ortsteil Wilkasy.

    Wir marschieren zu Fuß die Straße “Ulica Bulhayerow Westerplatte” hoch zum nächsten Lidl. Das Sortiment ist vergleichbar mit zuhause, wenn auch viel mehr Wurst und weniger Käse :) Drei Einkaufstaschen machen wir voll mit Lebensmitteln, alle sehr vertraut. Aber mit dem Übergepäck können wir ganz bestimmt nicht weiterlaufen...

    Glücklicherweise gibt es in Polen fast überall Uber, damit geht es die letzen 5 km nach Wilkasy. Der Skoda Fabia reicht grad so aus, einer unser Rollkoffer nimmt auf dem Beifahrersitz Platz :) Die Uber-Fahrerin fragt unterwegs mehrfach, ob wir richtig sind, als sie auf die unbefestigten Waldwege kommt… und dann sind wir da! Unser kleines Häuschen liegt wunderschön direkt am Ufer des Tajty Sees, einem Nachbarsee des Niegocin-Sees.

    Von hier bis an die russische Grenze sind es nur noch 44 km. Die Suwalki-Lücke ist auch nur 80 km entfernt. Woher kennt man diese Gegend noch? Die ehemalige Wolfschanze bei Kętrzyn (sprich ‘ken-tschin’, historisch-deutsch Rastenburg) ist auch nicht weit weg. Dort hat Stauffenberg 1944 das Attentat auf Hitler verübt. Die Bunker wurden in ein riesiges Geschichts-Freilichtmuseum umgewandelt, sehr beeindruckend.

    Für die Menschen hier ist die Gegend um Wilkasy vor allem eines: eine wunderschöne Urlaubsregion und ein tolles Segel- und Motorbootrevier. Oder wie eine Freundin es ausdrücken würde: So ein Tag am See… einfach immer wieder schön!
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  • Danzig an der Motława

    Jul 28–Aug 2 in Poland ⋅ 🌬 21 °C

    So viele Menschen! Eigentlich hatten wir den Touristenrummel in Krakau erwartet, nicht hier. In Danzig findet gerade der 766. Dominikanermarkt statt, einer der größten historischen Märkte Europas. Viele Polen verbringen ihren Sommerurlaub an der Ostsee und lassen sich den Marktbesuch natürlich nicht nehmen. Aber man hört auch immer wieder Deutsch in den Straßen :) Herrlich zu stöbern, Kunsthandwerk, natürlich Bernsteinschmuck, Kulinarik aus allen Regionen, ein großer Antikmarkt, viele Veranstaltungen. Aber keine öffentlichen Bühnen mit Live Musik, komisch. Die „Silent Disco“ kommt nicht gut an; die Straßenmusiker umso mehr, sehr stimmungsvolle, oft klassische Musik. Man könnte stundenlang zuhören.

    Danzig ist absolut sehenswert. Eine toll wiederaufgebaute Altstadt (schon wieder eine) mit viel Geschichte und Geschichten. Von der App „VoiceMap“ lassen wir uns über den Königsweg zu Danzigs Sehenswürdigkeiten leiten durch die Altstadt und am Fluss Motława entlang, der mit mehren Armen durch Danzig fliesst und im Osten der Stadt in die Weichsel und dann ins Meer mündet. Ostseeflair.

    Ein Muss ist die Danziger Werft mit der Solidarnosz Zentrale, so riesig! Ein eindrucksvolles Museum, das uns einen ganzen Tag beschäftigt. Auch unbedingt lohnenswert ist eine Schiffahrt zur Westerplatte, wo die Nazis den Überfall auf Polen gestartet haben; sie führt quer durch den Danziger Hafen. Und der dritte Anlaufpunkt für uns ist dieser schiefe rote Klotz, was das wohl ist? Drei Stockwerke darunter befindet sich das Museum des Zweiten Weltkriegs. Nichts für schwache Nerven, ungeschminkte Sicht von außen auf Deutschlands Geschichte. Man lernt nie aus.

    Lecker essen kann man übrigens u.a. im Kubicki an der Motława-Promenade in der Nähe der Klappbrücke (Wartka 5) und im Bistro Brut in der Toruńska 25. Letzterer hat einen lokalen Wein auf der Karte, wie sich herausstellt ist das ein Apfelwein von Młode Wino Mosty. Schmeckt wie Wein, weit, weit weg von jedem hessischen Äppler :)

    Ein erster schöner Schnappschuss vom Kern-Danzig waren die fünf Tage hier. Morgen haben wir noch Zeit, durch den Großraum Danzig zu fahren zu den Stränden von Sopot und dem Hafen von Gdynia.
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  • Kaschubien in Pommern

    Aug 2–6 in Poland ⋅ ☁️ 21 °C

    Mit einem Hyundai von Europcar fahren wir kurz in den Norden von Danzig. Ein Spaziergang am schönen Sandstrand von Sopot, an dem gefühlt ganz Polen Ferien macht, und in Gdynia, wo im Museumshafen die Dreimaster liegen und wo am Tag danach die „Tour de Pologne“, ein professionelles Straßenradrennen, losgeht. Emsige Vorbereitung der Radteams. Wir haben genug vom Trubel und wollen nun auf’s Land.

    Warum wir nicht dem Zug fahren? Weil unser Ziel-Bahnhof Krzeszna gerade eine riesige Baustelle ist. Schienen rausgerissen, das alte kleine Bahnhofsgebäude eine Graffiti-Baracke, Brückengerüste … da wird modernisiert und elektrifiziert, Großprojekt der Polnischen Staatsbahn bis 2028.

    Das kleine Dorf, in dem wir angemeldet sind, heißt Pierszczewko. Es hat um die 45 Einwohner und liegt am Patulskie See in der Woiwodschaft Pommern, ungefähr eine Stunde südwestlich von Danzig. Zu unserer Unterkunft geht es über Landstraßen und unbefestigte Wege, bis wir vor einem alten Holztor stehen: Agroturystyka Stare Gospodarstwo.

    Kasia und Kaja begrüßen uns sehr herzlich auf Polnisch und Englisch und stellen auch gleich ihre kleinen Hunde vor. Sie leben zu viert auf diesem wunderschönen alten Hof am See. Für Gäste gibt es vier Doppelzimmer im Obergeschoss der Scheune und viel Platz zum Entspannen im großen Garten. Morgens stehen Frühstückskörbe für jeden bereit, den kann man dann irgendwo auf dem Hof genießen, drinnen am alten langen alten Holztisch oder draußen. Sehr nett. Alles ist selbst gemacht mit frischen, gesunden Produkten, vegetarisch und non-veg, je nach Präferenz, sehr viel Auswahl, sogar Kombucha, selbstgebraut. Das Knistern in den Zimmern? Nicht wundern, sagt Kaja, das wären die Holzwürmer in den alten Balken, „but everything is under control.“, und lächelt.

    Wenn man nicht im Garten chillt, fährt man Kajak über die Seen, schwimmt, fährt Fahrrad oder wandert in den Wäldern. Die Seenplatte, zu der unser Patulskie See gehört, liegt direkt am Wieżyca (Turmberg), mit 329m der höchste Berg Pommerns. Die Gegend ist als Kaschubische Schweiz bekannt. Unglaublich, aber es gibt hier sogar ein Skigebiet. Auf dem Turm waren wir, bei den Steinkreisen leider nicht, das heiße Wetter gab dem See den Vorzug :)

    Tiefenentspannt verabschieden wir uns von unserem pommerschen Ferienhof. Danke für die Gastfreundschaft und das leckere Essen! Kaschubien ist mit seinen uralten Traditionen (über die wir staunend gelesen haben) und den vielen Seen und Wäldern ein ganz besonderer Ort.
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  • Łeba an der Ostsee

    Aug 6–7 in Poland ⋅ ☀️ 24 °C

    Das ist etwas für Ostseefans! Nein, nicht unbedingt der Urlaubsort Łeba. Da reiht sich ein Souvenirladen an den nächsten, die für Polen typischen offenen Elektro-Busse fahren die Touristen zum „Fokarium Sea Park“ oder zum „Park rozrywki z dinozaurami“ und abends gibt es Musik auf dem Marktplatz, besinnlicher polnischer Rapp oder etwas zum Mitklatschen im Discotakt. Unsere Unterkunft „Zamek Nowecin“, immerhin das einzige Schloss weit und breit, hat auch schon bessere Tage gesehen. Nicht unsers.

    Es sind auch nicht die breiten feinsandigen Strände, die uns zu dieser Tagestour bewogen haben, obwohl sie wirklich schön sind. Was sich wirklich lohnt, sind die riesigen Wanderdünen im Slowinzischen Nationalpark. Unsere Gastgeberin Kasia vom Stare Gospadarstwo hat uns den Tipp gegeben, man solle viel Wasser mitnehmen, „es wäre wirklich weit.“

    Was sie damit gemeint hat, wurde uns erst klar, als wir den genaueren Standort von Europas größten Wanderdünen gegoogelt haben. Man kann sich aussuchen, ob man 50 Złoty für einen Parkplatz ausgibt oder für den Elektrobus. Beide bringen dich „in die Nähe“ der Düne nach Rabka. Den Rest läuft man.

    Insgesamt sind wir schließlich 14 km zu Fuß unterwegs. Der Hinweg führt durch einen langweiligen Kiefernwald. Da muss man durch…. Einige machen das mit dem Rad oder auch mit einem E-Bus. Aber jeder muss am Ende noch 5 km laufen, so ist die Anzahl der Besucher überschaubar :)

    Endlich, die Dünen kommen in Sicht! Die größte ist 40m hoch und wandert jährlich bis zu 10 Meter. Das alte Łeba liegt bereits unter dem feinen Sand und nach und nach wird jetzt der Nehrungswald vom Sand begraben. Von oben hat man einen unglaublichen Ausblick auf die Ostsee, auf den großen Strandsee Łebsko gegenüber und auf die ausgedehnten Sanddünen, einfach schön! Auch der Rückweg, barfuss am Strand entlang, die Sonne im Rücken.
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  • Ostseebad Kolberg

    Aug 8–10 in Poland ⋅ ☀️ 24 °C

    Unseren Mietwagen haben wir in Danzig wieder abgegeben, ganz unkompliziert, sehr freundlicher Service. Dann mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof. Noch kurz neue Zahnbürsten und Sonnencreme bei Rossmann besorgt, denn das Wetter an der Ostsee bleibt sonnig.

    Der Zug sollte eigentlich knapp 4 Stunden unterwegs sein. Parallel zur Ostsee geht es Richtung Westen, 250 km, 11 Haltestellen. Auf der Fahrt rumpelt es zwischendurch ordentlich und der Zugführer legt mehrere scharfe Bremsungen hin. Am Ende haben wir eine Stunde Verspätung. Aber wir sind angekommen an der nächsten Station unseres Ostseeurlaubs: Kolberg, polnisch Kołobrzeg, an der Parsęta Mündung!

    Zu Fuß geht es bei bestem Wetter 20 Min. vom Bahnhof Richtung Osten zum “Hotel Leda Spa, adults only” - dazu unten mehr :). Der Reisetag war lang. Gerade noch rechtzeitig zum wunderschönen Sonnenuntergang kommen wir an den Strand und schlendern am Wasser entlang zu dem Restaurant „Onsen Sushi & Grill“ zum leckeren Abendessen. Nicht „adults only“…

    Von der Kolberger Bäderarchitektur ist ja schon lange nichts mehr da. Kolberg wurde im Krieg vollständig zerstört. Wiederaufgebaut hat man einen bunten Mix aus verschiedenen Stilen. Viele große Hotelgebäude gibt es und auch Plattenbauarchitektur. Nicht wirklich schön, eher zweckmäßig, genug Platz für Urlauber.

    Vom Strand aus sieht man davon netterweise kaum etwas. Ein Grüngürtel mit hohen Bäumen verdeckt die meisten Gebäude. Die Strandpromenade ist eine lange Allee und es gibt gut ausgebaute Fahrradwege.

    Wir haben die Innenstadt ausgelassen, obwohl es da sicher das ein oder andere zu entdecken gibt.. Bei dem tollen Wetter zieht es uns an den Ostseestrand, 11 km feinster Sandstrand, an einigen Stellen 100m breit. Am Wasser laufen wir zur Seebrücke und verfolgen von dort eine kleine Segelregatta. Dann weiter zur Flussmündung, die gleichzeitig Hafeneinfahrt ist für Yachten, Fischkutter, Holzpellets-Frachter und Ausflugsschiffe. Die zwei Piratenschiffe mit ihren Rundfahrten kommen sehr gut an.

    Schließlich gehen wir auf der anderen Seite des Flusses zum Yachthafen und weiter zum Fischereihafen, ein ordentlicher Fussmarsch. Weiter hinten liegt der Miliärhafen und maritime Anlagen. Viel zu sehen!

    Viel Trubel, viele Urlauber, wohl 20- 30% Deutsche. Kolberg hat ca. 45000 Einwohner und bestimmt 50.000 Gästebetten. Trotzdem gibt es nirgendwo Gedränge, alles auffällig sauber und ordentlich. Auf der Dachterrasse eines Fischrestaurants bekommen wir ohne Wartezeit einen Tisch mit schönem Blick auf die Ostsee durch etwas weniger schönes, sprich schmutziges Glas - Windschutz und Möwenschutz. Bis 23:00 Uhr gibt es Musik an einigen Standabschnitten, Gemäßigte Lautstärke ist vorgeschrieben. Dann ist ganz Ruhe und die Zeit der Jüngeren beginnt in den Clubs - und am dunklen Strand, ganz leise.

    Wir hatten keine großen Erwartungen an Kolberg und haben leider nur einen Tag eingeplant. Dabei könnte man hier gut einen klassischen Ostseeurlaub verbringen, Sonne, Strand, Meer, ein gutes Buch….

    Ach ja, nochmal zu „adults only“: Tobende, herumtollende Kinder sind herzerfrischend und können den Strand in vollen Zügen genießen. Kolberg ist toll für Familien mit Kindern, viele Spielplätze, Jahrmarktattraktionen usw. Aber die Familien haben auch kein Problem, ihre Kinder um 22 Uhr mit in die Hotelbar zu nehmen und dort mit ihnen die Pizza aus dem Karton zu snacken. Die Kleinen haben viel Spaß beim Fangenspielen zwischen den Sesseln :)
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  • Stettin an der Oder

    Aug 9–13 in Poland ⋅ ☁️ 24 °C

    Von der Kleinstadt Kolberg ist man mit dem IC in 2,5 Stunden in der Groß- und Hafenstadt Stettin. Wir überqueren mehrfach die Oder, bevor wir in den Bahnhof einfahren. Das Wasser glitzert schön in der Sonne.

    Das Bahnhofsgebäude gehört nicht zu den schönsten, ist aber modern und sauber. Die ersten Eindrücke von einer Stadt bekommen wir - immer wieder gern - indem wir zu Fuß in die Stadt laufen. Mit Blick auf die Oder geht es Richtung Hotel, vorbei an der Langen Brücke mit den Türmchen, dem roten Hauptpostamt von 1875 und der Jakobikathedrale; die letzen Meter über Kopfsteinplaster, mit den Rollkoffern nicht so lustig. Unser Quartier ist das Ibis Styles am Rynek Sienny, dem Heumarkt in Stettins kleiner Altstadt.

    Stettin ist kein Touristenzentrum. Es gibt aber eine rote Linie auf dem Gehweg, die führt 7 km durch die Stadt, vorbei an weit verstreute Sehenswürdigkeiten, 42 Stationen, den Hafen nicht mitgerechnet... Diesem Strich folgen wir mehr oder weniger, sehr praktisch. Es ist Montag, nicht viel los in der Stadt.

    Endlich mal ein „normales“ Straßenbild ohne Bilderbuchfassaden. Nicht wirklich schön, aber interessant. Wir sind überrascht, das Geburtshaus von Katharina der Großen zu finden, ein unscheinbares vierstöckiges Gebäude. Die Hakenterasse ist dagegen unbedingt sehenswert - initiiert zwischen 1900 und 1921 vom ehemaligen Bürgermeister Hermann Haken. Das Schloss der Herzöge von Pommern strahlt in Weiß und ist weit zu sehen. Eine Pause muss man unbedingt im Café 22 machen, im 22. Stock eines Bürogebäudes (pl. Rodła 8). Das Café ist rundherum verglast, man hat einen tollen Blick auf Stettin und den Hafen und kleine Tafeln erklären sogar, wohin man schaut. Wir beschließen die Stadtbesichtigung in der Wyszak Brauerei im Gewölbekeller des Rathauses aus dem 15. Jh., lecker Pils :)

    Den beeindruckenden Stettiner Hafen besichtigen wir vom Wasser aus. Dafür mieten wir ein kleines Motorboot am Vergnügungspark im Hafen - jede Stadt, die was auf sich hält, braucht scheinbar ein Riesenrad (?!). Entspannt fahren wir eine vier-Stunden-Runde auf den Oderarmen und dem Dąbie-See. Die Ostsee ist 65 km entfernt, und es sind nur wenige Boote unterwegs.

    Der See hat im Norden eine Verbindung zum Stettiner Haff und von dort geht es in die Ostsee. Die großen Schiffe kommen auf diesem Weg in die Stadt; kein Wunder, dass unser Tiefenmesser 13-14m, aber auch bis zu 100m (!) Tiefe anzeigt. Es geht vorbei an Kränen, Docks und Frachtschiffen. Am See sehen wir Wasservögel und Fische, Segeln und Baden kann man hier; Wasserqualität so lala. Mit der Bootstour punktet Stettin bei uns, sehr abwechslungsreich, wir haben sie sehr genossen! Übrigens, ein Bootsführerschein ist nicht erforderlich, dafür aber Bargeld… ein Schelm, der Böses vermutet, aber wir konnten in Polen sonst fast immer mit Karte zahlen.

    Wir reisen weiter nach Swinemünde und Stettin rüstet sich für die “Żagle 2026”, dem hiesigen Segel-Event am Wochenende.
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  • Alte Friedhöfe in Westpommern

    August 11 in Poland ⋅ ☁️ 27 °C

    Von Stettin aus fahren wir auf’s Land. Mit einem Hertz-Mietwagen geht’s auf die Landesstraße 10, eine Hauptverkehrsader, die das Stadtbild Stettins nicht gerade verschönert.

    Nach 80 km Fahrt in südöstlicher Richtung über flaches Land sind wir in Choszczno (Arnswalde). Dort wurde mein Ururgroßvater 1820 geboren. Gelebt hat er 14 km weiter in Resz (Reetz), wo er als Schmied gearbeitet hat. Mehrere meiner Rummel- und Steinberg-Vorfahren stammen aus dieser Gegend.

    Wir halten Ausschau nach alten deutschen Gräbern und finden tatsächlich in Resz und in Pławno alte überwucherte evangelische Friedhöfe. Man muss sich förmlich durchs Unterholz kämpfen, um die Reste der Gräber zu entdecken. Nur vereinzelt finden wir lesbare Inschriften. Die meisten Eisenkreuze sind abgeschlagen. Kleine alte evangelische Dorfkirchen gibt es aber noch, sie wurden 1945 alle von der katholischen Kirche übernommen. Und ab und zu finden wir einen Gedenkstein, der an die Vergangenheit erinnert. Spannende Geschichte!
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  • Ostseebad Swinemünde

    Aug 13–15 in Poland ⋅ ☀️ 20 °C

    Die Mündung der Swine teilt die Stadt Świnoujście. Die eine Hälfte liegt auf Uznam (Usedom), die andere auf Wolin (Wollin). Genau dort kommen wir mit dem Zug an. Wir sind eine Stunde von Stettin nach Swinemünde gefahren, länger als gedacht. Birken und Kiefernwald haben wir unterwegs gesehen und ab und zu Wasser. Zwei Halte gab es auf der Strecke; in Miedzyzdroje auf Wollin an der Ostsee sind viele Leute ausgestiegen, vielleicht ist es nett da? Wir sind erstmal neugierig auf Swinemünde.

    Das Fährterminal ist gleich neben dem Bahnhof, man kommt gratis und schnell über die Swine ins Zentrum von Swinemünde. Auf den ersten Blick nichts Besonderes. Sauber, wie alle polnischen Städte, die wir gesehen haben. Wir laufen von dort die Grunwaldska entlang bis zur Ferienhaus-Vermietung und holen uns den Schlüssel für unser Apartment.

    Und staunen! Ein Grüngürtel mit drei Lagen großzügiger Promenaden säumt die Ostsee. Viele hohe alte Bäume. Unser Apartment finden wir in einem Villenviertel fast direkt am Wasser. Die Villa hat alte Holzböden, unser Zimmer eine neue kleine Küche, Boxspringbett, gute Dusche, …, alles top. Hier kann man es aushalten. Gewöhnungsbedüftig sind nur die knallroten Wände im historischen Treppenhaus :)

    Das Wetter spielt mit und wir verbringen den Tag am Strand. Die Stadt ist stolz auf 12 km Sandstrand und die längste Strandpromenade Europas, zusammen mit Heringsdorf und Ahlbeck. Ansonsten ähnlich wie Kolberg, aber dort war mehr Trubel, die Promenade war kleiner, aber der Sand war feiner!

    Swinemünde ist Ostseebad, Industriehafen, Fährhafen und einen kleinen Yachthafen gibt es auch. Den Polenmarkt haben wir nicht besucht, er ist ein paar Straßen weiter weg vom Strandbetrieb. Die deutsche Grenze ist in der Nähe, viele Polen sprechen hier deutsch. Gefühlt ein Drittel der Urlauber sind aus Deutschland.

    Den letzten Abend in Polen, den letzten Ostsee-Sonnenuntergang genießen wir auf der Aussichtsterrasse des höchsten Gebäudes weit und breit. Am Nachmittag waren wir noch sehr ungehalten über die riesigen Hotelklötze. Ein Radison Blue fast direkt am Strand, geht ja gar nicht. Am Abend sitzen wir im 13. Stock auf dem Glasbalkon der Hotelbar und schauen über die Ostsee bis nach Sassnitz auf Rügen, wunderschön.

    Die Zugfahrt von Swinemünde-Zentrum (20 min zu Fuß vom Strand) nach Züssen auf Usedom in Deutschland ist das Ende dieser Polenreise. Sie wird ganz bestimmt nicht die letzte sein.
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    Trip end
    August 15, 2026