• Warschau an der Weichsel

    Jul 11–15 in Poland ⋅ ☁️ 21 °C

    Mit dem modernen EIP3800 fahren wir in drei Stunden ohne Halt von Krakau in die polnische Hauptstadt Warschau. Der Zug ist reservierungspflichtig, aber nicht ausgebucht. Bequeme Sitze, Wasser wird gratis verteilt, der Schaffner spricht englisch, der Müll der Fahrgäste wird zwischendurch mehrfach eingesammelt, und pünktlich ist der EIP auch noch. Besser geht’s nicht.

    Warschau liegt in der Region Masowien. Bis zu den Karpaten im Süden und bis zur Ostsee sind es jeweils 350 km, Belarus im Osten ist etwas mehr als 200 km entfernt. Aber vom damaligen Ostblock sieht man in der 1,7 Mio Stadt inzwischen nur noch Spuren - sie kommt als Weltstadt daher!

    Beeindruckende Skyline, eine nach dem Krieg wieder aufgebaute, sehenswerte Altstadt - natürlich mit vielen Touristen aus aller Welt - am langen Königsweg unzählige eindrucksvolle Schlösser und Paläste, spannende Geschichte und Kultur, tolle Restaurants und Bars, das haben wir nicht erwartet!

    Mit Metro, Bussen und Straßenbahn kommt man unkompliziert überall hin. Ziel in die Jakdojade App eingeben, Barcode scannend beim Einsteigen in die Bahn, fertig.

    Das Wahrzeichen der Stadt, den monumentalen Kulturpalast, haben die Polen nach der kommunistischen Ära glücklicherweise nicht abgerissen. Er überstrahlt alles, sehr beeindruckend und immer noch das höchste Gebäude. Man kann Warschau von dort von oben sehen - oder von der Sky Bar im 40. Stock des Presidential Hotels :) Mein Highlight ist aber der Innenhof des ehemaligen Nobelkaufhauses Jabłkowski, in dem ein DJ alte Singles auflegt, stimmungsvolle lateinamerikanische Musik und ein unglaubliches Wandbild.

    Am letzten Tag schauen wir uns Praga an. Der Stadtteil am östlichen Ufer der Weichsel ist sowohl Szeneviertel mit frisch renovierten Fabrikgebäuden wie dem Google Campus als auch Arbeiterviertel mit Einschusslöchern in dem Hausfassaden und heruntergekommenen Innenhöfen. Einige Fassaden werden absichtlich nicht renoviert, sie sollen erinnern an den Warschauer Aufstand von 1944; anschließend wurde die Stadt von den Nazis fast vollständig zerbombt. Nicht zu verwechseln mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto. Vom Ghetto gibt es auch Reste, aber nicht mehr viel.

    Leider geht es schon weiter. Morgen fahren wir raus aus der Stadt ins Weichseltal.
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