• Stettin an der Oder

    Aug 9–13 in Poland ⋅ ☁️ 24 °C

    Von der Kleinstadt Kolberg ist man mit dem IC in 2,5 Stunden in der Groß- und Hafenstadt Stettin. Wir überqueren mehrfach die Oder, bevor wir in den Bahnhof einfahren. Das Wasser glitzert schön in der Sonne.

    Das Bahnhofsgebäude gehört nicht zu den schönsten, ist aber modern und sauber. Die ersten Eindrücke von einer Stadt bekommen wir - immer wieder gern - indem wir zu Fuß in die Stadt laufen. Mit Blick auf die Oder geht es Richtung Hotel, vorbei an der Langen Brücke mit den Türmchen, dem roten Hauptpostamt von 1875 und der Jakobikathedrale; die letzen Meter über Kopfsteinplaster, mit den Rollkoffern nicht so lustig. Unser Quartier ist das Ibis Styles am Rynek Sienny, dem Heumarkt in Stettins kleiner Altstadt.

    Stettin ist kein Touristenzentrum. Es gibt aber eine rote Linie auf dem Gehweg, die führt 7 km durch die Stadt, vorbei an weit verstreute Sehenswürdigkeiten, 42 Stationen, den Hafen nicht mitgerechnet... Diesem Strich folgen wir mehr oder weniger, sehr praktisch. Es ist Montag, nicht viel los in der Stadt.

    Endlich mal ein „normales“ Straßenbild ohne Bilderbuchfassaden. Nicht wirklich schön, aber interessant. Wir sind überrascht, das Geburtshaus von Katharina der Großen zu finden, ein unscheinbares vierstöckiges Gebäude. Die Hakenterasse ist dagegen unbedingt sehenswert - initiiert zwischen 1900 und 1921 vom ehemaligen Bürgermeister Hermann Haken. Das Schloss der Herzöge von Pommern strahlt in Weiß und ist weit zu sehen. Eine Pause muss man unbedingt im Café 22 machen, im 22. Stock eines Bürogebäudes (pl. Rodła 8). Das Café ist rundherum verglast, man hat einen tollen Blick auf Stettin und den Hafen und kleine Tafeln erklären sogar, wohin man schaut. Wir beschließen die Stadtbesichtigung in der Wyszak Brauerei im Gewölbekeller des Rathauses aus dem 15. Jh., lecker Pils :)

    Den beeindruckenden Stettiner Hafen besichtigen wir vom Wasser aus. Dafür mieten wir ein kleines Motorboot am Vergnügungspark im Hafen - jede Stadt, die was auf sich hält, braucht scheinbar ein Riesenrad (?!). Entspannt fahren wir eine vier-Stunden-Runde auf den Oderarmen und dem Dąbie-See. Die Ostsee ist 65 km entfernt, und es sind nur wenige Boote unterwegs.

    Der See hat im Norden eine Verbindung zum Stettiner Haff und von dort geht es in die Ostsee. Die großen Schiffe kommen auf diesem Weg in die Stadt; kein Wunder, dass unser Tiefenmesser 13-14m, aber auch bis zu 100m (!) Tiefe anzeigt. Es geht vorbei an Kränen, Docks und Frachtschiffen. Am See sehen wir Wasservögel und Fische, Segeln und Baden kann man hier; Wasserqualität so lala. Mit der Bootstour punktet Stettin bei uns, sehr abwechslungsreich, wir haben sie sehr genossen! Übrigens, ein Bootsführerschein ist nicht erforderlich, dafür aber Bargeld… ein Schelm, der Böses vermutet, aber wir konnten in Polen sonst fast immer mit Karte zahlen.

    Wir reisen weiter nach Swinemünde und Stettin rüstet sich für die “Żagle 2026”, dem hiesigen Segel-Event am Wochenende.
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