Einfach treiben lassen 🌅
July 31 in Greece ⋅ ☀️ 26 °C
Mittlerweile liege ich wieder im Bett und habe heute irgendwie gemischte Gefühle. Es war ein schöner, entspannter Tag, aber gleichzeitig bin ich im Urlaub nicht der Typ, der tagelang einfach nur durch eine Stadt schlendert. Ich möchte entdecken, unterwegs sein und am liebsten jeden Tag etwas Neues sehen.
Eigentlich hatte ich heute eine Tagestour durch die berühmte Samaria-Schlucht angedacht. Die Wanderung gehört zu den bekanntesten auf Kreta und führt über rund 16 Kilometer durch eine der längsten Schluchten Europas. Als ich allerdings die Wettervorhersage mit über 26 Grad sah und mir bewusst wurde, dass die Tour als anspruchsvoll gilt, habe ich vernünftigerweise einen Rückzieher gemacht. Ich glaube, bei dieser Hitze wäre das eher Quälerei als Genuss geworden. Die Samaria-Schlucht läuft schließlich nicht weg, die hebe ich mir einfach für meinen nächsten Kreta-Besuch auf. 😊
Also zog ich ohne festen Plan los und ließ mich einfach durch Chania treiben.
Zum Mittagessen hatte ich mir ganz bewusst ein kleines, authentisches Restaurant ausgesucht, weit weg von den typischen Touristenlokalen. Gegessen wurde dort eher im Kantinenstil, dafür aber mit richtig leckerer Hausmannskost. 😋 Ich entschied mich für Chaniotiko Boureki, einen traditionellen Kartoffel-Zucchini-Auflauf aus dem Westen Kretas, dazu natürlich einen griechischen Salat. Beides zusammen bekommt von mir starke 9,5 von 10 Punkten.
Passend dazu fällt mir ein interessanter Fun Fact ein: Der Salat, den wir als „griechischen Salat“ kennen, entspricht wohl gar nicht dem ursprünglichen Original. Tomaten kamen nämlich erst nach Griechenland, nachdem sie aus Amerika nach Europa gebracht wurden. Früher bestanden einfache Bauernsalate je nach Jahreszeit eher aus Wildkräutern, Blattgemüse und regionalen Zutaten. Wieder etwas gelernt.
Am Abend meldete sich dann meine Liebe zur indischen Küche. Wer meine Reiseberichte schon länger verfolgt, weiß mittlerweile, dass ich indisches Essen einfach liebe (nach Goa wahrscheinlich noch ein kleines bisschen mehr). Also gab es heute Abend ein indisches Restaurant. Leider blieb die Begeisterung diesmal aus: 6 von 10 Punkten. Da war meine Erwartung wohl einfach etwas zu hoch.
Am Nachmittag schaute ich außerdem noch bei der Lederschuhverkäuferin vorbei, mit der ich mich gestern richtig nett unterhalten hatte. Wir hatten eigentlich ausgemacht, uns am Abend auf einen Drink zu treffen. Kurz vorher sagte sie allerdings ab. Schade, aber manchmal soll es eben einfach nicht sein. 🤷🏻♀️
Also machte ich stattdessen das, was ich in solchen Momenten am liebsten tue: Ich setzte mich an den venezianischen Hafen und beobachtete den Sonnenuntergang. Mit jeder Minute veränderte sich der Himmel, die Farben wurden intensiver und langsam begann der Leuchtturm immer mehr aus der Dämmerung hervorzutreten.
Am Ende standen trotzdem wieder über 12.000 Schritte auf meiner Uhr. Gar nicht schlecht für einen Tag ohne richtigen Plan.
Jetzt hoffe ich ehrlich gesagt, dass ich morgen etwas mehr von der Insel sehe. So sehr ich Chania auch mag, ich merke, dass ich nicht zum reinen Entspannungstouristen geworden bin. Ein bisschen Abenteuer gehört für mich einfach dazu. Mal sehen, wohin es mich morgen verschlägt 🫶🏼Read more
























Traveler
Ohaa 😍 🐢