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  • Day21

    Pluhinec- Kersiny Plage II

    August 3 in France

    Es ist heiß. Viel wärmer als in den vergangenen Tagen und es geht kaum Wind. Das Thermometer zeigt 27 Grad. Keiner von uns beiden hat Lust, sich vom schattigen Platz weg zu bewegen. Wozu auch. Das Meer ist da. Wir müssen nur draufschauen. Und so vertreiben wir uns den Vormittag mit kleineren Aufräum,- Putz- und Flickarbeiten. Am Mittag kommt wieder Wind und weht Unternehmungslust vom Meer zu uns herüber. Nicht, dass wir uns in unserer Komfortecke hier total einrichten. Aktion ist angesagt. Und zwar in Form einer Radtour. Kenner der Gegend werden ob des Höhenunterschiedes und Michaels Begeisterung fürs Bergauffahren zwar mit dem Kopf schütteln, aber es gibt nichts, was man nicht mal versuchen sollte. Die Idee ist, einfach unten am Meer zu bleiben. Funktioniert prima....auf dem ersten Kilometer. Dann aber hat die Landschaft dem Ganzen ein Ende gesetzt. Es sei denn, wir wollten den schmalen Wanderpfad zu Gleichgewichtsübungen auf dem Rad nutzen. Es hilft nichts, wir müssen steil bergauf fahren. Als kleine Wiedergutmachung finden wir auf halber Höhe ein Radwegsymbol, das in Richtung Pointe de Souc'h weist. Nun geht es zwar relativ eben aber auf dem holprigen Untergrund eines Waldweges weiter. Dafür beschert uns der Weg traumhafte Aussichten aufs Meer und den darunterliegenden Strand.
    An einer Wegkreuzung teilt sich der Weg. Der Radweg führt nach oben, der andere Weg nach unten. Michael favorisiert, na klar, den Weg in Richtung Strand. Prompt landen wir auf dem Sentier Littoral, dem Küstenwanderweg, auf dem Radfahren verboten ist. Aus dem plausiblen und einsichtigen Grund, weil es einfach nicht geht. Mehr schiebend als fahrend erreichen wir den Parkplatz am Strand. Für die Weiterfahrt bestehe ich jetzt auf asphaltierter Straße. Angesichts der nächsten Steigungen bis zum Aussichtspunkt Pointe du Souc'h, genießen wir dann aber lieber die Aussichten von der Landstraße bei der Rückfahrt. Auch wenn uns hin und wieder ein Auto überholt. Es ist einfach herrlich sich den Wind um die Nase wehen zu lassen, während die Räder leise vor sich hinschnurren, von leichten Ansteigungen mal abgesehen, denn wir sind inzwischen auf dem höchsten Punkt der Landzunge.
    Von Google Maps lassen wir uns zum nächsten Supermarkt leiten, denn wir brauchen wieder ein Baquette. Und ein Eis wäre nach der Wald- und Wiesentour durch die Botanik auch nicht schlecht. Das mit dem Baqette ist schnell erledigt, doch mit dem Eis gibt es Probleme. Wir brauchen nur zwei, aber in den Gefrierschränken gibt es das Eis nur ab einem halben Dutzend aufwärts verpackt. Mindesten10 Minuten durchforsten wir das umfangreihe Eisangebot. Schließlich nehmen wir eine Sechser- Packung in der Hoffnung, den Rest ungeschmolzen mit zum Womokühlschrank transportiert zu bekommen. Damit sieht aber bereits an der Kasse eher schlecht aus. Mindestens 10 Minuten beobachten wir ein deutsches Touristenpaar bei ihrer Aktion an der Kasse, bevor wir uns eine andere Kasse suchen. Zunächst hat er etwas vergessen und läuft der fassungslos hinter ihn herblickenden und uns entschuldigend ansehenden Kassiererin davon. Irgend wann kommt er angerannt mit Telefonkarten, über deren Funktionsweise er sich bei der Kassiererin erkundigt, so gut es seine mangelnden Sprachkenntnisse zulassen. Endlich, und wir atmen schon auf, zückt er sein Portemonnaie. Inzwischen ist seine Ehefrau auch erschienen und legt noch ein paar Artikel aufs Band, die einen erneuten Kasseneinsatz erfordern. Da, er holt seine Kreditkarte. Jetzt aber... Als seine Kreditkarte vom Lesegerät wegen falscher Pinnumner nicht angenommen wird, nehmen wir wortlos unser schon etwas weiches Eis und legen es auf das Nachbarband. Beim Verlassen des Supermarktes bekommen wir noch gerade mit, wie er mir seiner Bank telefoniert, während sie ganz aufgeregt einen Stapel Quittungen durchsucht.
    Sachen gibt's. Fremdschämen ist angesagt.....Und endlich Eis essen und zwar gleich zwei, bevor sich der Rest verdünnisiert.
    Bei der Rückfahrt zum Camping, merken wir erst wie steil die Straße bergab führt. Bergauf ...ist klar....werden wir die niemals fahren.
    An Abend gibt es wieder einen tollen Sonnenuntergang und ein nettes Gespräch mit unseren niederländischen Nachbarn, einer jungen Familie mit zwei Kindern, die auch schon seit 3 Wochen in der Bretagne unterwegs sind. So wie wir mit dem Wohnmobil reisen, machen sie es mit einem Zelt. Hut ab davor, alle 3 Tage das Zelt mit allem drum und dran neu aufzubauen.
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