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  • Day24

    Ouiberon

    August 6 in France

    Einen Fehlgriff hat man ja meist auf jeder Reise. Wir hatten unseren heute, als wir uns die Halbinsel Quiberon als neues Etappenziel ausgesucht haben.
    Um ganz fair zu sein, der Vorschlag stammte von mir. So oft hatte ich schon von der Schönheit der Halbinsel gehört und gelesen und nun sollte Quiberon die letzte Station am Atlantik sein, bevor wir abdrehen und ins Landesinnere fahren würden. Zu denken gab uns schon die Information, nicht am Wochenende dorthin zu fahren. Es gibt nur eine Straße, die D786, die auf und durch Quiberon führt. Deshalb fahren wir heute, am Montag. Aber schon 23 km vor dem gerouteten Ziel, einem Camping Municipal, steht der Verkehr. Wir scheren aus, überlegen, beratschlagen. Carnac wäre noch eine Alternative. Oder Edeven. Aber dazu müssen wir auch auf der D786 weiterfahren. Dann plötzlich löst sich der Stau auf und wir entscheiden uns weiter zu fahren. Keine gute Idee im Nachhinein.
    Der Verkehr staut sich nach kurzer Zeit wieder und wir fahren im "Stop und Go" bis Quiberon. Satt auf dem dortigen Camping Municipal, wie vorgehabt, bekommen wir einen Platz auf dem "Aire de Camping-Car". Das Bezahlen dort funktioniert ausschließlich mit Kreditkarte.
    Wir wollen nur einen Tag auf der Halbinsel bleiben. Morgen soll es schon Richtung Loire gehen.
    Also heißt es, sofort die Umgebung erkunden. Ich verbinde das mit einer Walkingtour. Landschaftlich ist es wunderschön, allerdings ist es viel zu heiß für diese schattenlose Tour über die Felsen. Aber es gibt noch andere die unterwegs sind und der Hitze trotzen. In Erstaunen versetzt mich eine Familie, die mit Baby, Oma und Opa ihren Picknickplatz tief unten in einer schattigen Felsenspalte aufgeschlagen hat. Wie um alles in der Welt sind die da hinunter gekommen? Überall stehen Warnschilder, die Wanderwege nicht zu verlassen. Aber daran hält sich kaum jemand. Mit Flipflops turnen die Menschen auf den Felsen am Abgrund. Nein. Für soviel Unvernunft hab ich kein Verständnis.
    Ziemlich aufgeweicht komme ich 2 Stunden später zurück. Erst einmal was trinken, duschen und ab in den Schatten zum Ausruhen.
    Schon nach kurzer Zeit regt sich allerdings mein Unternehmungsgeist wieder. Fahrradfahren wäre nicht schlecht. Da kühlt der Fahrtwind. Und schließlich wollen wir ja nicht umsonst im Stau gestanden haben. Jetzt wollen wir auch was sehen.
    Michael ist wenig begeistert, die Räder vom Träger holen zu müssen und auch noch bei der Hitze damit zu fahren. Er fügt sich aber ins Unabwendbare und fährt mit. Es ist wirklich angenehm erfrischend auf dem Rad. Wir steuern den Parkplatz beim Restaurant "Le Vivier" an. Dort stellen wir die Räder ab und klettern auf die vorgelagerten Felsen. Dort ist es erlaubt. Eine Treppe führt hinauf. Eine tolle Sicht und eine kleine frische Brise sind die Belohnung.
    Anschließend geht es mit dem Rad weiter entlang der Cote Sauvage, der wilden Küste, in Richtung Hafen. Vorbei an einem Menir. Vom weiten sehen wir schon das Château Turpault, ein kleines Schloss auf einer Insel am Rand der Küste. Je weiter wir in Richtung Hafen kommen, umso mehr herrscht Verkehr aus Autos, Rädern und Fußgängern. Wir schließen die Räder ab und gehen zu Fuß weiter. So eine volle, rummelige Stadt haben wir in den letzten Wochen nirgendwo zu sehen bekommen. Der weiße Sandstrand ist voller Badegäste und auch das Meer wimmelt von Menschen. Wir lassen uns mit der Menschenmenge treiben.
    Auf der gegenüberliegenden Seite des Hafenbeckens erhebt sich grazil ein weißes Riesenrad.
    Es ist von allem zu viel. Zu viele Menschen, zu viele Autos, zu viele Lokale und Geschäfte und vor allem viel zu viel Hitze. Wir steuern eines der Straßenlokale an der Promenade an. Im Schatten eines Sonnenschirmes mit einem kühlen Getränk beobachten wir die vorbei flanierenden Menschen. Von nasser Badekleidung bis zum eleganten Ausgehdress ist alles dabei. Aber dann wollen wir doch wieder raus aus dem Getümmel. Mit dem Fahrrad geht es auf der Landstraße zurück. Kein Radweg und jetzt am Abend auch viel Verkehr.
    Der Stellplatz ist inzwischen ziemlich voll geworden. In den nächsten 1-2 Stunden rollen die Wohnmobile nacheinander an. Man nutzt jede Ecke. Ein für meine Begriffe ziemlich unverschämter Wohnmobilst fährt ganz eng an das Fahrzeug einer jungen Familie heran und stellt seine Markise unter die Markise seines Nachbarns und seinen Motorroller gleich dazu. Dabei wäre woanders noch Platz gewesen. Das sind die Nachteile, wenn man auf einen Stellplatz fährt. Es gibt selten genaue Einteilungen.
    Am Abend gibt es viel zu beobachten auf dem Platz, wenn neue Wohnmobile kommen.
    Die Sonne allerdings geht und zwar mit einem fulminanten Abgang über dem Meer.
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