• Shopping in Opuwo mit Zeitmaschine

    14 czerwca 2025, Namibia ⋅ ☀️ 26 °C

    Im SPAR von Opuwo prallen Welten, Zeiten und Kulturen aufeinander und verschmelzen doch zu einem faszinierenden Schauspiel. Zwischen Regalen voller Dosengemüse, Kühltruhen mit Tiefkühlfleisch und Regalen mit aus Deutschland importierten Spezialitäten, stehen barbusige Himba Frauen mit rot glänzender Haut, ihr Haar kunstvoll in Lehmmatten geformt vor weissem Toastbrot. Neben ihnen prüft eine Herero Dame in farbenfroher viktorianischer Robe mit weitem Reifrock konzentriert die Etiketten auf einer Packung Milli.
    Ein Tourist komplett in technischer Jack Wolfskin Safari Ausrüstung zückt sein Handy, zögert, und steckt es dann doch respektvoll wieder ein. Am Gemüsestand diskutieren zwei weisse Farmer in staubigen Shorts und hohen Schuhen über das Namibia, welches gerade wieder den Bach runter geht. Ein südafrikanischer Traditionalist in Khakihemd und Flip Flops sucht Biltong oder wenigstens etwas Droëwors für den Weg zum Camp. Jugendliche Locals in coolen Markenkleidern streifen durch die Gänge, eine Himbamutter ruft Ihnen mit einem scharfen Klicklaut etwas zu.
    Die Kassiererin, scheinbar unbeeindruckt, scannt Chips, Körpercreme und Ziegenfutter mit stoischer Ruhe. Eine junge Herero hilft einer alten Himba-Frau beim Einpacken der Einkäufe.

    Auf dem Parkplatz warten zerbeulte Bakkies neben weissen Touristen 4x4s mit Dachzelten und knatternden Mopeds. Der Duft von Sonnencreme, Motorenöl, Rauch, Ziegen und Körperfett hängt in der Luft. Staub überall. Gespräche mischen sich in Otjiherero, Englisch, Afrikaans und Deutsch. Ein Strassenhändler verkauft kunstvoll verzierte Makalani Nüsse und Himba Frauen Armreifen aus Beads.

    Die Szene wirkt chaotisch. Doch sie ist typisch für namibischen Alltag in kleinen Städtchen wie Opuwo. Ein kleiner Supermarkt, der mehr über die Kultur und die Herausforderungen des Landes erzählt als so mancher Reiseführer.

    Die Südafrikaner haben uns einen Platz für die Übernachtung ein kleines bisschen ausserhalb empfohlen. Hierhin düsen wir nach einem langen Tag auf den staubigen Pisten in Namibias Nordwesten.

    Ich bin übrigens einer der Touris (immerhin ohne technische Safari Ausrüstung von Jack Wolfskin), der seine Kamera gar nicht erst gezückt hat… daher ein paar Beispielbilder… Die restlichen Eindrücke findet man in meinem Kopf…😉
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