• In Gräben fahren

    28 Ağustos 2025, Zambiya ⋅ ☀️ 31 °C

    Für die nächsten drei bis vier Wochen haben wir hohen Besuch. Meine Eltern sind in Sambia und wir werden gemeinsam ein Stück dieses Landes erkunden. Wir treffen uns in Livingstone auf der Farm und brechen nach ein paar Tagen Akklimatisierung und Sauerteig Brot backen in Richtung Osten auf. Mit zwei voll ausgerüsteten Abenteuermobilen und grossen Plänen geht es los. Was für eine einzigartige Chance, zusammen eine solche Reise zu unternehmen.

    Schon am ersten Tag wartet das erste kleine Abenteuer. An einem Abzweiger entscheidet sich Mami kurzerhand ratzfatz mit einem Rad in einen doch ziemlich tiefen Graben zu fahren.

    In Afrika kann man das gut machen, denn innerhalb von Minuten ist gefühlt ein ganzes Dorf um das Auto versammelt. Männer gestikulieren wild, Stimmen überlagern sich, die Lautstärke steigt von Minute zu Minute. Pläne werden geschmiedet, sofort wieder verworfen und durch neue ersetzt. Und während wir noch staunen, taucht aus unerfindlichen Ecken plötzlich alles Mögliche an Material auf. Steine rostige Eisenbahnschwellen und Holzstücke. Ein Wagenheber wird untergelegt, Kinder jubeln, Frauen lachen und feuern an.

    Und dann passiert das kleine Wunder. Mit einigem Stossen und heben, rollt das Auto über die improvisierte Rampe zurück auf die Strasse, als wäre nie etwas gewesen. Nicht alle sind am Ende gleichermassen begeistert. Kaum haben wir unsere kleine Belohnung für die tatkräftige Hilfe übergeben, schnappt sich ein Mann das Geld, schwingt sich auf sein Fahrrad und tritt los, als gäbe es kein Morgen. In einer unglaublichen Geschwindigkeit verschwindet er, ohne den Rest auch nur eines Blickes zu würdigen. Wahrscheinlich direkt in die nächste Bar, um sich einen kühlen Schluck zu gönnen.
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