• Anne Bugner
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1/2 Boogie Abroad - Vienna

Et kort, men fint eventyr af Anne Læs mere
  • Start på rejsen
    1. juli 2026

    Vienna - in seinem schönsten Grau

    1. juli, Østrig ⋅ ☁️ 33 °C

    Nach einem kurzen Hopser durch die Luft durfte ich heute etwas verspätet erstmals Wiener Boden betreten.
    Die blendende Hauptstadt hat sogar freundlicherweise die Helligkeit etwas runtergeschraubt und die Straßen gewaschen und geföhnt ;)
    In einem der unzähligen japanischen Lokale wurde mir mit Gyudon und alkoholfreiem Kirin ein (natürlich absolut Wien-typisches) Abendschmacki beschert.
    Auf den Spaziergang zur Unterkunft konnten schon die ersten typischen Wiener Straßenzüge beäugt werden. Ich bin gespannt, was mich morgen erwartet - mit Stadtführung, Sonne und Zeit und lecker Kaffee :)
    In der brasilianisch geführten Unterkunft wird nun ein bisschen entspannt, die Pinguine werden gefüttert und der nächste Tag überlegt. Und vielleicht auch ein bisschen Japanisch gelernt und Weinschorle genippt.
    Alles typisch Österreich, oder?
    Stay hydrated!
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  • Du bist auch schön mit Sonne…

    2. juli, Østrig ⋅ ☀️ 28 °C

    …nbrille!
    Strahlend grüßt mich Wien um 8:00 Uhr mit Sonne und Wind. Es geht erstmal in den 1. Bezirk, den ältesten Teil, ursprünglich umrahmt von einer Stadtmauer, die der wachsenden Metropole weichen musste. Hier befindet sich neben dem Stephansdom und der teuersten Einkaufsstraße Wiens (Kohlmarkt) auch die Hofburg, in der einst die Sisi ihren eigenen Trakt bewohnte.
    Mit viel weißem Sandstein und Pferdekutschengeklimper verirre ich mich durch die Gassen zu meiner Stadtführerin, die die Führung aber ausfallen lässt (nur eine Anmeldung) (ja, das war ich), mich aber noch eine halbe Stunde mit auf Hundespaziergang durch die Gegend erzählt.
    Sehr erfreut, beiderseits.
    Zuvor Frühstück im Wiener Traditions-Café-Haus, beinahe mit Blick aufs Steffl, mit kleinem Braunen und Croissant mit Marmelade und Teebutter (?).
    Weil einfach mal in Wien rumsitzen und Kaffee trinken, taugt.
    In Sisis Garten gelugt, unter Hitlers Balkon gestanden (ja, schräg), die Stallungen der Lipizzaner passiert (hier residieren derzeit 70 weiße Hengste, die wohl auch Ballett tanzen), und überall und mittendrin und immer wieder: Klimt.
    Gustav ist The Guy in Vienna.
    Ich lies mich aber nur minimal spoilern (in der Secession, dazu wohl ein eigener Post, der Coolheit wegen), denn morgen geht’s zur Belvedere, um dem Kuss persönlich ins Auge (oder in den Mund) zu schauen!

    Ich traf die Statue des Kaisers Franz des Ersten und Zweiten (weil er krass ist), und freue mich über eine sehr saubere, sehr helle, höfliche und fahrradfreundliche Stadt mit mehr Fenstersimsen als man zählen kann.
    Mache ein Päusle im Resselpark, be-neindanke mich durch den Naschmarkt und gönne mir ein richtig gutes Eis (Mascarpone mit Blaumohn und Marillenmarmelade, jawohl)!
    Im Burgpark schlüpfe ich noch ins Schmetterlingshaus um den Blauen Morphos beim Blausein zuzuschauen, dann verlaufe ich mich in Richtung Abendentertainment und schlemme im Café Namenlos.

    Zum Tagesabschluß finde ich mich in Vienna’s English Theatre ein, wo man bei The Unfriend lernt:
    „Twenty years of marriage, you know, its like telepathy, just more hostile!“
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  • Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit.

    2. juli, Østrig ⋅ ☀️ 28 °C

    Die Wiener Secession:

    1897 von einer Gruppe junger Künstler um Gustav Klimt gegründet, hat die Secession das erklärte Ziel, die internationale Avantgarde in Wien auszustellen und den künstlerischen Austausch zu fördern.
    Das von Joseph Maria Olbrich entworfene Gebäude wird von einer Kuppel aus 2500 vergoldeten Lorbeerblättern geschmückt, die Innenräume realisieren ein internationales Programm in Einzel- und Themenausstellungen, die mit einer Bereitschaft zum Experiment aktuelle künstlerische Ausdrucksformen aufgreifen.

    Der Beethovenfries:

    Hergezogen hat es mich hauptsächlich des Beethovenfrieses wegen, das im Zuge einer Ausstellung, die das Zusammenspiel zwischen Architektur, Malerei, Plastik und Musik in höchster Vollendung veranschaulichen sollte, von Gustav Klimt angefertigt wurde. Das 1902 fertiggestellte Kunstwerk bezieht sich auf Richard Wagners Interpretation der IX. Symphonie Beethovens und stellt die Suche der Menschheit nach dem Glück dar.
    Im Wandzyklus findet die Sehnsucht der Menschheit nach Glück Erfüllung in der Poesie und endet in einem Kuss, wie in Schillers Text zur IX. Symphonie, der Ode an die Freude:
    „diesen Kuss der ganzen Welt“.

    Und wenn man schon mal da ist, findet man rein zufällig noch mehr Kunst.
    Neben einer immersiven Ton- und Videoinstallation von Onyeka Igwe und Katherine Hubbards fotographischer Inszenierung finde ich einen Raum, den ich zunächst als Baustelle empfunden und nicht betreten hatte.
    Zum Glück habe ich nochmal um die Ecke geschaut - und in das goldene Herz der Maschine geblickt.

    Mire Lee:
    The Heart of my Machine is Golden Lead

    Wie ein aufgeschnittener Walkadaver quält sich der alte Bertonmischer um seine erzwungene Achse herum. Schläuche und Kabel führen in und aus der Installation, unter dem Gitterboden sammelt sich eine zähflüssige Substanz, die sich wie eine Mischung aus Blut und Rost in goldschimmernden Krusten anstaut.
    Anstelle von polierten Flächen und reibungslosem Betrieb inszeniert Mire Lee eine Welt des Widerstands und des Verfalls.
    Der kinetische Apparat bewegt sich zwischen Vitalität und Zusammenbruch.
    Ihr innerer Kern liegt frei, unfähig, zur Ruhe zu kommen.
    Über die gesamte Dauer der Ausstellung dreht sich die Trommel und pumpt die Flüssigkeit. Die Decke des Ausstellungsraums wurde freigelegt und die Glasplatten entfernt, sodass natürliches Licht einfallen kann.

    Die Secession hat mich stark beeindruckt und ist ein großer Favorit auf meiner kleinen Reise.
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  • Come for a kiss!

    3. juli, Østrig ⋅ ☀️ 27 °C

    Ausgeschlafen breche ich auf zum Schloss Belvedere („schöne Aussicht“, und der Name ist Programm!), der einstigen Sommerresidenz des Habsburger Prinzen Eugen von Savoyen.
    Seit 1955 dient das Schloss als Sitz der Österreichischen Galerie Belvedere und beherbergt nebst einer Vielzahl namhafter Künstler (C.D. Friedrich, F. Hundertwasser, E. Schiele u.v.m.) die weltweit größte Klimt-Ausstellung. Come for a kiss!

    Außerdem wurde 1955 im Marmorsaal des Oberen Belvedere der Österreichische Staatsvertrag unterzeichnet, der dem Land die Souveränität zurückgab.

    Unterwegs im Auftrag der Kunst zu huldigen, staune ich mich entlang Gustavs goldener und anderer Phasen und lasse mich vom Kuss und Judith und vielen mehr anfunkeln. Mit Caspars Felsenlandschaft, Monets Garten und Corinths Crysanthemen als Weggefährten.
    Herman de Vries sorgt mit 54 Kg Lavendelblüten unter einem barocken Deckenfries für ein multisensorisches Erlebnis.
    Zum Abschluss schlendere ich durch den angrenzenden Botanischen Garten und durch den Belvedere Garten zur unteren Belvedere, in die ich aber nur einen kurzen Blick werfe und das Schloss dann hinter mir lasse.
    Aber keine Sorge Gustav, wir sehen uns wieder ;)

    Mit der Aussichts-Tram geht’s dann noch die Ringstraße entlang zum Praterpark, einer riesigen Grünanlage mit Eiscafé (ein Eis am Tag ist Medizin) und Bimmelbahn, deren Rundtour ich mir nicht entgehen lassen konnte.
    Mit einem leckeren Einkauf bewaffnet mache ich noch einen langen Spaziergang zurück nach Hause, wo Pinguinfutter zubereitet und gepackt wird.
    Guts Nächtle miteinander.
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  • Hello again Gustav, and goodbye windy city!

    4. juli, Østrig ⋅ ⛅ 28 °C

    Im MAK bekommt man einen Taschenlampe, wenn man in den Keller geht. Aber wenn man auf den Teppich leuchtet, löst es den Alarm aus! :D

    Heute (extra) früh aufgestanden und mit Sack und Pack und Pat (am Telefon) erst mal zum Baumarkt gelaufen. (Weil wieso nicht, was macht ihr so im Urlaub?) (Genau! Moskito-Bekämpfungsgeräte kaufen die es in Deutschland nicht gibt!)
    Goodies collected, machte ich mich ein letztes Mal auf den Weg in die Innenstadt, wo mich im Keller des Museums für angewandte Kunst verirre, mit Thomas Demand von Räumen träume, nebst Biedermeier und Barock die Glanzstücke der Schmuckkunst im Sternenraum befunkele, das Foyer bewundere und dann noch von Gustav überrascht werde!
    Die Werkzeichnungen für eine Auftragsarbeit, ein 14 Meter breites, 2 Meter hohes Mosaikfries für den Speisesaal des Palais Stoclet in Brüssel, mit bleistiftgeschriebenen Anmerkungen von Klimt auf dem Packpapier. Diese Anweisungen sind für die Werkstätte von Leopold Forstner, die das Mosaik anfertigen sollte.
    Ein besonderes Zeitzeugnis seiner Arbeitsweise und ein schönes Abschiedsgeschenk bevor es für mich wieder zum Flughafen geht.

    Wien hat überzeugt. Mit Freundlichkeit, Sauberkeit, Sicherheit, Straßenbahnen, Wind, Architektur, Kunst, Dialekt (und Gustav halt, kann ich nicht leugnen^^)!
    Es gibt noch viel zu entdecken, du hast mich nicht zum letzten Mal gesehen.

    Baba und foi ned!
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    Slut på rejsen
    4. juli 2026