• 30.4. Gunung Mulu

    30 aprile 2023, Malaysia ⋅ 🌧 22 °C

    #regenregenregen das scheint wohl das Motto des Tages zu sein. Was wäre denn auch ein Regenwald ohne Regen? Aber diese Mengen an Wasser, die hier in kürzester Zeit (oder wie heute 7 Stunden am Stück) runterkommen, sind für mich unvorstellbar. Ich kann beobachten, wie der Wasserstand des Flusses anschwillt, sehe die Markierungen der Flut an der Hauswand. Brendan (die Besitzerin) erzählte uns, dass durch den Klimawandel der Zeitpunkt der Flut kaum mehr vorhersehbar ist. Durch die Waldrodungen und Landgwinnungen wird der Boden auch weniger gehalten und es wird Jahr für Jahr mehr Wasser, was dann auch noch mehr Schlamm mit sich bringt. Wenn das Wasser dann wieder sinkt (zuletzt März 2022, der höchste Stand Mai 2021 bis unters Dach) muss der Schlamm innerhalb weniger Stunden entfernt werden, da sich sonst eine unlösbare Kruste bildet. Ein hartes und schweres Unterfangen, da die Einheimischen hier in der abgelegenen Gegend keine Hilfe empfangen oder gar viele während Covid oder dem großen Feuer 1995 die Region verlassen haben und sich daher um ihre Häuser nicht mehr kümmern können. Nur noch weniger als 1000 Menschen leben hier in den umliegenden kleinen Siedlungen, da das Stadtleben bequemer ist und mehr Wohlstand und Möglichkeiten zur Entwicklung bietet. Nur wenige, die den Dschungel und das Gebiet kennen, kommen zurück.
    Den Vormittag verbringe ich mit Buchlesen, ohne jegliche Handyverbindung und drücke den abreisenden Gästen die Daumen, dass das Flugzeug hier starten kann. Aber das ist wohl Vergebens. Die Piloten landen hier auf Sicht. Bei dieser dicken Wolkendecke unmöglich!
    Zum Glück ist die RACER CAVE nicht vom starken Regen betroffen. Denn das soll mein Highlight des Besuchs hier werden. Und so ist es auch! 15 min mit dem Langboot fahren wir gegen die ansteigende Strömung und treibenden Baumstämmen den Fluss hinauf, setzen unsere Füße auf Land, durchwaten einen kleinen Fluss und stehen vor dem prächtigen von Stalagtiten geformten Eingang. Hier hat sich das Wasser seinen Weg gesucht und bildet einen Wasserfallartigen Vorhang. Helme auf, Gurte an, Schuhe festziehen, los geht's. Durch kleine Rinnsale, vorbei an Guano, Stalagmiten, Schlangen und Spinnen, krakseln wir erst hinauf, bis sich eine erst kleine Halle eröffnet. WOW. Mit unseren Lampen erhellen wir einzelne Ecken, während andere Bereiche für unsere Augen unentdeckt bleiben. Mit Hilfe von Seilen und Stalagmiten wandern wir von Abschnitt zu Abschnitt. Zwischendurch kommen uns Fledermäuse entgegen. Ich fühle mich wie ein Entdecker in der Höhle, will jeden kleinen Winkel erkunden und bin ganz neugierig ob es hinter der kleinen Abzweigung weitergeht, ob es ich lohnt, durch das enge Loch zu quetschen oder ob sich einfach eine Wand oder gar ein tiefer Schlund eröffnet. Keine Ecke gleicht der anderen und auch die Orientierung geht schnell verloren. Aber dank unseres Guides durften wir das alles entdecken.
    Etwas skeptisch bin ich jedoch, was für einen Einfluss wir auf diesen Lebensraum haben und was wir durch jede Berührung von diesem 20 Millionen Jahre alten Erbe vllt zerstören...
    Da es nun endlich am Abend aufgehört hatte zu regnen, wollte ich noch eine 3km lange Runde auf den Planken über den Botanical Trail wandern. Einige beeindruckende Landschaftsabschnitte sowie zwei riiiiiesige Pfützen später war ich zum umdrehen gezwungen. Der Waldboden, der die letzten Tage nur feucht aussah, hat sich zu einem großen See geformt. Der Bohlenweg liegt vollkommen unter Wasser, diesmal sehe ich nicht wie er verläuft und wie tief es wohl ist (ich schätze kniehoch). Welche Tierchen mögen sich wohl rumtreiben? Ich checke eh schon die ganze Zeit meine Füße, dass sich kein Blutegel an mir festsetzt.
    Begegnungen mit kleinen Insekten und Amphibien machte ich dann bei der Nachtwanderung. Tausende Spinnen funkeln mit ihrer Reflektion wie Wassertropfen überall, wir sehen diverse Frösche von der Größe des kleinen Fingernagels bis Handfläche, gleiches gilt für Spinnen. Raupen, Würmer, Stabheuschrecken und andere abgefahrene Insekten. Ebenso ein kleiner roter Vogel (vllt ein Papagei),der auf einem Ast schlief. Am gruseligsten war jedoch die schwarz gelb gestreifte Schlange, die aufgeregt durchs Wasser glitt als sie uns entdeckte. Wir wiederum liefen aufgeregt auf dem gerade so aus dem Wasser herausragenden Weg.
    Noch drei Glühwürmchen zum Abschluss und das wars für den Tag. Sehr aufregend alles.
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