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- Day 19
- Thursday, July 25, 2024
- 🌧 28 °C
- Altitude: 24 m
TaiwanBeitou Zhan25°7’57” N 121°30’5” E
25.7. Taifun Gaemi Tag 2

Gaemi hatte es ganz schön in sich. Der Tropensturm hat es sogar in die deutschen Nachrichten geschafft und damit haben die Zuhausegebliebenen sicherlich mehr Informationen als ich hier mit nur chinesischen Nachrichten. In weiten Landesteilen kam es zu heftigen Regenfällen, Überschwemmungen, umstürzenden Bäumen und einzelnen Todesfällen. Wirklich ein Drama. Gleichzeitig sagte man uns vor, wie wichtig die Taifune sind, um die Wasserreservoirs aufzufüllen, die Landwirtschaft anzukurbeln. Die Menschen hier sind an die jährlich auftretenden Wetterphänomene gewöhnt. Schwierig wird es nur, wenn der Zeitpunkt und die Intensität von der Regel abweicht. Was scheinbar mit dem Klimawandel verstärkt wird...
In Taipeh ist es recht ruhig. Ein weiterer Tag Schul- und Behördenfrei und damit für mich auch ohne touristische Attraktionen. Doch schon morgens ließ der Regen nach und auch die von gestern bekannten Orkanböen blieben aus. Ich entschied mich, meinen Kreis um das Hostel zu erweitern und zur Not einfach wieder den Heimweg anzutreten. Ich fand etwas Ruhe im ältesten Tempel der Stadt (ca 1800) Dalongdong Baoan Tempel und konnte von einem trockenen Plätzchen die Regentropfen beobachten und die hölzerne Schnittkunst begutachten. Mit der Zeit veränderte sich der Regen zu einem konstanten leichten Sommerregen, sodass ich von nun an bis zum Abend ständig den Regenschirm über mir hielt. Man bräuchte eine Konstruktion, die am Kopf befestigt ist, um die Hände frei zu haben ;)
Ich möchte mich aber nicht beschweren, denn ich war sehr dankbar wieder auf Entdeckungstour gehen zu können. Zum Mittag stoppte ich an einem ganz typischen Buffet-Restaurant und hatte damit eine große Auswahl an unterschiedlichen Geschmäckern für einen kleinen Taler. Parallel konnte ich hier auch mal die taiwanesische Nachrichten im Fernsehen verfolgen und war ganz schön schockiert, wie es das Land, aber zum Glück nicht mich, getroffen hat.
Die Badekultur in Hot Springs, also heißen Thermalquellen, ist in Taiwan sehr ausgeprägt. Die bekanntesten sind die Beitou Hot Sprongs ganz in der Nähe von Taipeh. Selbst wenn ich an dem Tag nicht baden gehen kann, weil alles geschlossen hat, wollte ich doch wenigstens mal die Gegend erkunden. Durch den Beitou Park schlendernd roch ich bereits den Schwefel in der Luft, konnte den aufsteigenden Dampf aus dem Fluss wahrnehmen. Die Badehäuser aus der japanischen Ära bilden eine schöne Architektur im Grün. Mein Highlight war das Thermal Valley, der Ort, wo das 400 Grad warme Wasser entspringt. Füße reinhalten unmöglich. Dafür schimmert der grüne Sulfurteich und qualmt kräftig. Der Besucherpark an der Quelle war natürlich auch geschlossen, aber ich konnte von einer Erhöhung aus einen Blick von oben hinab werfen und den gesunden Dampf einatmen.
Recht erholt wanderte ich zurück in die Stadt und gab mich einer Souvenir-Shopping-Runde hin. Die Stadt war wieder wie ausgewechselt, die Läden eröffneten wieder, tausende Menschen auf der Straßen. Schon interessant, wie es mir gestern noch zu wenig "Leben" war und heute ich gleich von den Menschenmassen und dem Bling, der Lautstärke und dem Gewusel überfordert bin. Ein bisschen ist das wie zur Corona Zeit: es dauert kurz, mit dem einen und dann dem anderen Zustand wieder klar zu kommen.Read more