• steffis.traveldiary
July 2024

Taiwan 2024

A 24-day adventure by steffis.traveldiary Read more
  • Trip start
    July 7, 2024

    7.7., Auf geht's nach Taipeh

    July 7, 2024 in Germany ⋅ ☁️ 16 °C

    Nun geht's also mal wieder los in die weite Welt. Den Juli habe ich mir freigeschaufelt, um wieder ein beliebiges Land und seine Kultur kennenzulernen. Lange ging es hin und her, wo man im Juli hinreisen könnte und zum Ende hat mich ein Super-Deal ab München nach Taiwan angesprochen. Und so sollte es eigentlich kein Problem sein, kurz in den ICE nach München zu steigen, um von dort aus die Reise anzutreten. Doch so einfach war das nicht, denn alle Verbindungen kamen entweder viel zu früh oder viel zu spät an. Naja, was solls: Kathi hatte die schöne Idee, gemeinsam mit dem Auto runterzufahren. Und so starteten wir 3 Uhr nachts unseren Roadtrip. Doch manchmal kommt alles anders als man denkt! 2h hinter Berlin, noch 3,5h vor München blinkt eine gelbe Leuchte in meinem Auto, es fährt nicht mehr richtig. Und so bleibe ich doch tatsächlich das erste mal in meinem Leben mit einem Auto liegen! Und das, wenn man es mal eilig hat. Wie sollte es nun mit dem Flug klappen? Zwischen Trampen, Carsharing, Taxi und Zug war ich hin und her gerissen. Doch alle Lösungen wären eindeutig zu spät am Flughafen angekommen. Außerdem stand ich ja noch zusammen mit Kathi mitten auf der Autobahn und wir warteten auf den ADAC.
    Zum Glück gibt's die beste Familie der Welt! Als hätten wir nicht schonmal die Situation gehabt, dass Papa mit Oma und Opa den Reisebus eingeholt hat, düsten um 5.00 Uhr morgens Mama und Papa aus Neuenhagen los, sammelten mich vom Rastplatz ein und wir düsten zügig weiter nach München. Kathi übernahm den Fahrdienst mit dem ADAC und war in der stressigen Situation mein kühler Kopf. DANKE DAFÜR!
    Die Autofahrt nach München blieb weiterhin spannend, denn 10km vor dem Flughafen wurde die Autobahn beinahe voll gesperrt. Ai ai ai. Zügig fuhren wir noch an der Polizei vorbei und haben es geschafft. Denn so viel Puffer war nicht mehr. Auch am Flughafen wurde die Sicherheitskontrolle wegen eines Polizeieinsatzes kurzzeitig ausgesetzt. Pünktlich zum Boarding erreicht ich das Gate. Selbst die Security war nett und hat mein Taschenmesser durchgewunken, was ich in meiner Tasche vergessen hatte.
    Mensch, ich bin so dankbar, dass alles geklappt hat! Danke an alle Retter*innen in der Not!

    Nun liegen 18h Flugzeit vor mir, davon 5h Zwischenstop in Peking. In Taipeh wirds wohl heiß und schwül, doch dafür abenteuerlich. Ich freue mich riesig. Vorallem kommt einen Tag später meine Reisefreundin Larissa hinterher. Was für eine Freude. 14 Tage verbringen wir dann gemeinsam, bevor sie zurückfliegt und ich noch ein wenig alleine die Insel unsicher machen werde.
    Taiwan wird uns von Großstadt, über Schluchten, 3000er Berge, Sandstrand, Schnorcheln, Surfen und alten Kulturen alles bieten. Die Insel, die so groß ist wie BaWü, lässt sich perfekt umrunden, und das wahrscheinlich sogar mit dem Zug.
    Ich bin gespannt! Auf das Land, auf die Leute, auf das Klima, auf das Essen und die chinesische Sprachbarriere 😁
    Auf geht's!

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    Es geht auf jeden Fall schon gut los: es riecht ordentlich nach Knoblauch, es wird ordentlich gerotzt und die Nase hochgezogen und im Flugzeug wird angesagt, dass nach chinesischem Recht das Flugzeug öffentlicher Raum ist und daher dieser audio- und videotechnisch überwacht wird.
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  • 8.7. Nihao Taiwan!

    July 8, 2024 in Taiwan ⋅ ⛅ 32 °C

    Zähle ich die Stunde von Haustür bis Haustür waren es nun 30h Reisezeit. Zum Glück bin ich hart im Nehmen und störe mich daran nicht so wirklich. Spätestens seit dem ich die chinesischen Schriftzeichen sehe, fühle ich mich an mein Auslandssemster 2012 zurück erinnert. Ich krame tief in meinem Gedächtnis, um einzelne Zeichen wiederzuerkennen oder mich minimal auf chinesischen auszudrücken. Für die Zahlen, hallo, Tschüss und danke hats immernoch gereicht. Dennoch ist es nicht so einfach, denn English ist hier nicht gerade an der Tagesordnung. Selbst wenn das Verständigen noch mit Hand und Fuß verläuft, bin ich schon auf den ersten Metern vom Land angetan. Die Ausstattung mit WiFi an jeder Ecke, zuverlässige und gut erklärte Öffis, Kennzeichnung der Ausgänge, viele Karten und Beschriftung, um sich zu orientieren, kostenlose Toiletten und Wasserspender und sonstige Annehmlichkeiten, machen den Weg vom Flughafen zum Hostel wirklich zum Kinderspiel.
    Während ich meine Sachen sortiere, hab ich nicht mitbekommen, wie ein dickes Gewitter aufzog. Gute 1,5h schüttete es aus Eimern, trocken bleibt man da nicht. Jedoch gibt es überall Laubengänge, sodass man sich dennoch fortbewegen kann. Nur ein Schirm ist Pflicht. Den muss ich mir noch zulegen. Vor jedem Laden gibt es Regenschirmständer und besonders Einrichtungen, um den Schirm zu trocknen. Das Wetter ist also absolut auf dem Tagesplan der Einheimischen. Mein Travelguide sagt so schön, dass Taiwan eines der sichersten Länder sei, selbst den Laptop kann man im Café stehen lassen, während man zur Toiletten muss. Nur ab und an verschwinden Regenschirme. Aber auch das passiert selten. Ich hab aber ne Idee, warum man bei dem Regen es auf einen stabilen Schirm eines Mitmenschen absehen könnte 😅

    Ich ziehe ein bisschen durch die Straßen, beschaffe uns eine SIM Karte, wandere durch den Botanischen Garten und wollte zu einem Nachtmarkt. Da war allerdings nichts los. Dafür bestellte ich mittels Fingerzeig die Portion Nudeln mit Erdnusssoße, die ein anderer Gast vor sich hatte. Zum Ende gab's noch nen Ei und ne Fischkugel für umgerechnet 2,50 Euro dazu. Lecker wars. Aber an der Kommunikation muss ich noch etwas arbeiten.
    Für morgen steht eine Free Walking Tour durch die Altstadt auf dem Programm bevor Lari ankommt.
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  • 9.7. Free Walking Tour & Hello Lara!

    July 9, 2024 in Taiwan ⋅ ⛅ 33 °C

    Totmüde bin ich gewesen. In dem dunklen Zimmer (Zimmer ohne Fenster sind im asiatischen Raum sehr üblich) schlief ich ordentlich aus und wurde pünktlich zur ersten free walking Tour des Tages wach. Unsere Guidin Sun führte uns durch die Altstadt und versorgte uns mit allerlei geschichtlichen Fakten, wer wann wie einwanderte, Taiwan kolonalisierte und wie die Einstellung zu Mainland China heute ist. Tatsächlich gar nicht so einfach zu greifen, wenn man auf eine wilde Geschichte mit Einwanderern von China, und Kolonialherren aus Japan, Niederlande, Spanien und China zurück blickt. Auch im Land selbst scheint die Einstellung zu China unterschiedlich zu sein. Soweit ich es verstanden habe, erhebt China Anspruch auf Taiwan, aus seinem eigenen Bürgerkrieg. Denn zu dieser Zeit gewann auf dem Festland die kommunistische Partei; die nationalistische Partei und Anhänger zogen sich darauf hin nach Taiwan zurück. Sie gründeten hier die Republic of China. Heute ist Taiwan kein von der UN anerkanntes Land, wird aber als unabhängig von China wahrgenommen. Bei olympischen spielen o.ä. darf Taiwan wiederrum keine eigene Mannschaft stellen. Hier prangert China an, dass das Olympische Komitee sonst Taiwan als unabhängiges Land anerkennen würde und dies ja ein politisches Statement wäre. Aber wie wir alle wissen, soll der Sport unpolitisch bleiben...
    Am örtlichen Markt gab's den ersten Bubble Tea, später auch Dumplings und Beef Noodle Soup without Beef.
    Am Nachmittag durfte ich dann endlich Lara in die Arme schließen. Nun reisen wir die nächsten 2 Wochen gemeinsam. Nach 23h Flugzeit war sie noch topfit, sodass ich sie gleich zur Tempel Tour überredete. Wir schauten hinter die traditionellen Rituale in einem Tempel und versuchen von nun an alle unser Wünsche bei den verschiednene Göttern zu parken. Auf dem Nachtmarkt konnten wir uns mal wieder gar nicht satt sehen und haben eine Auswahl von kleinen Gerichten gefuttert und zu guter letzt noch kleine Küchlein gefüllt mit Käse und Erdnuss gekostet und auch noch einen teigigen Pfannkuchen mit Eis und Pork Floss gefuttert. Echt lecker alles!
    Schön, dass wir von nun an zu zweit die Insel unsicher machen! Schön, dass du da bist!
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  • 10.7. Entdeckungstour Taipeh

    July 10, 2024 in Taiwan ⋅ ☁️ 30 °C

    Oh man, sind wir vollgefuttert! Nun sitzen wir im Zug zurück ins Hostel, nachdem wir uns auf dem Nachtmarkt wiedereinmal den Bauch voll geschlagen haben. Zuletzt sogar mit Mango Sticky Reis und Banana Rotee ganz in Erinnerung an unsere Thailandzeiten. Ein bisschen habe ich ja das Gefühl, Taiwan damit fremd zu gehen ...
    Wir starteten heute in den Tag ganz gemütlich und schlenderten durch die Straßen bis wir die große und beeindruckende Memory Hall erreichten. Dies ist ein großes Marmorgebäude, auf einem riiiiiesigen Platz.Hier wird der frühere Präsident gehuldigt und von Guards bewacht, die der Schweizer Garde ähneln. Pünktlich zur vollen Stunden findet hier der Guard-Wechsel statt. Im Gleichschritt, Choreographie und mit Perfektion wird hier die höchste Ehre erwiesen.
    Der Lonely Planet führte uns zum ersten Mittagsspot: Xiaolongbao - leckere Dumplings nach Shanghaier Esskultur. Unfassbar gut! Ich fühle mich sooo sehr an meine Studizeit 2012 in Peking erinnert! Auf dem Weg zum Daan Park holte uns der tägliche Gewitterguss ein. In dieser Zeit sollte man sich immer verkrümelt. Mit Kaffee und guten Gesprächen vergingen die 2h Wartezeit wie im Fluge.
    Vorbei am 11. höchsten Gebäude der Welt, dem 101 Tower, besuchten wir das Business District. Das Straßenbild änderte sich von quirlig bunt zu sehr gediegen und Wohnkomplexen mit Fassadenbegrünung. Bevor wir zum Sonnenuntergang den Elephant Rock besteigen wollten, musste nochmal eine Stärkung her. Leckere Essenstände gibt's an jeder Ecke. Mit Hand und Fuß orderten wir eine Nudelsuppe, Dumplings und eine mit Gemüse gefüllte Teigtasche. Gleich darauf probierten wir uns am Green Tea Passionfrucht Bubble Tea mit Coconut Jelly. Ihr könnts euch nicht vorstellen, wie unfassbar mega oberaffen hammer geil das Getränk war.
    Schlürfend kämpften wir uns die Treppenstufen bei 34 Grad und tropischer Schwüle hinauf und wurden mit einem fantastischen Ausblick auf die Stadt zur blauen Stunde belohnt. Wir blieben bis alle Lichter funkelten und verquatschten uns wieder mit den Einheimischen.
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  • 11.7. Hualien, Bicylce Ride

    July 11, 2024 in Taiwan ⋅ ⛅ 30 °C

    Nun war also klar, wie wir die Route in Taiwan gestalten werden : im Uhrzeigersinn umrunden wir die Insel. Und so gings morgens nach Hualien. Wir können stets zwischen dem Expresszug und dem Local Zug wählen, müssen uns aber darauf einstellen, dass einer von beiden ausgebucht sein könnte. Da wir es wie immer so spontan gemacht haben, blieb uns nur übrig, 3h durch die Landschaft zu juckeln. Und zum Ende war das genau richtig: erst fuhren wir durch dichten Dschungel, später lag das Meer links von uns. Die Felsenküste im Sonnenschein war traumhaft anzusehen.
    Leider hat im April diesen Jahres ein schweres Erdbeben die Ostküste erschüttert, sodass vorallem die berühmte Taroko Schlucht und der zugehörige Nationalpark bis heute geschlossen bleiben. Ich muss also auf jeden Fall wiederkommen!
    Stattdessen leihen Lara und ich uns Fahrräder aus und radeln die schöne Fahrradwege an der Küste in Richtung Qixintian Beach ab. Ich hatte es vorher nicht auf dem Schirm, aber Taiwan ist ein Paradies für Fahrradfahrer. Viele Wege, spannende Ausblicke. Man könnte die Insel sogar umradeln...
    Die Sonne drückte bei 38Grad auf unseren Kopf, doch wir schafften die ca. 15km bis an den steinigen Strandabschnitt. Große türkisene Wellen brechen sich dort. Man sagt wohl, so müsse es auf Hawaii aussehen. Zur Belohnung gönnten wir uns ein Mango-Snow-Flake Ice: geraspelter Eiswürfel mit Zuckersirup übergossen und mit Jelly und Mango gepimpt. Sau lecker!
    Unsere Fahrradidylle wurde immer mal wieder von einem lauten Donnern gestört. Was war das? Ein Flugzeug? Gewitter? Schutthalde? Unfassbar laut! Je dichter wir am Strand waren, wurde uns klar, dass hier das taiwanesische Militär stationiert ist. Einige Kampfflugzeuge hielten ihre Übung oder Manöver ab, sie zogen Kreise über die Berge und das Meer, übten Formationen, den Landeanflug und das Durchstarten. Top Gun und Pearl Harbor. So hat sich das für uns angefühlt. Und gleichzeitig waren wir uns beide einig, wie glücklich wir sind, nicht in so einer ständigen Bedrohungslage zu leben, wie manch andere Nationen das so tun. Das Geräusch war bedrohlich und angsteinflößend.
    Um nicht wieder mit dem Essen zu Enden, blende ich dezent aus, dass wir den Abend mal wieder auf dem Nachtmarkt ausklingen lassen haben: diesmal mit Scampis, frittierten Austern und Stinky Tofu (stinkt wirklich furchtbar, schmeckt aber besser).

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    https://www.zeit.de/politik/ausland/2024-07/chi…

    Das heutige Erlebnis mit den aufsteigenden Kampfflugzeugen bekommen eine noch schärfere Bedeutung, wenn man die heutigen Nachrichten liest.
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  • 12.7. East Coast Scooter

    July 12, 2024 in Taiwan ⋅ ☁️ 32 °C

    140km sind wir heute mit unserem Scooter die top ausgebaute Küstenlinie entlang gedüst. Von Hualian nach Süden bis zur March Cave. Auf diesem Abschnitt stoppten wir an diversen Aussichtspunkten über die steinige Küste, auf das saftige Grün und das türkisblaue Meer. Tatsächlich waren mit dem Fahrtwind die ca. 38 Grad Celsius gut zu ertragen, doch Sonnenbrand auf den Schultern und Handgelenken zeigen, dass die Sonneneinstrahlung nicht ganz ohne ist.
    Eigentlich hätte es auf diesem Abschnitt auch noch 2 Uferwege gegeben, die abseits der Straßen zum Wandern einladen, diese waren jedoch leider geschlossen. Wahrscheinlich hat hier das Erdbeben oder sonstige Landrutsche diese Wege unpassierbar gemacht.
    Wir sahen zudem einige Reisfelder und auch Friedhöfe.
    Zum Mittag kehrten wir in einem kleinen Dorf in einem kleinen Lokal ein. Die 2 Einheimischen waren ursüß (wie Lara sagen würde) und preisten mit gebrochenem English ihr selbst gekochtes Essen an; eine Portion Bambus gab's sogar aufs Haus. Wir kamen uny vor, als würde uns die taiwanesische Mama selbst bekochen. Yammy.
    Nun sitzen wir im Zug nach Taitung und freuen uns auf etwas Kulturprogramm am Abend im Art Railway Village.
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  • 13.7. Reis, Tee, Baloons

    July 13, 2024 in Taiwan ⋅ 🌙 24 °C

    Gestern haben wir uns mit dem Roller eingefahren, sodass wir heute gleich noch einen Tag ranhängen. Diesmal nicht an der Küste entlang, sondern hinein ins grüne Hinterland.
    Unser erster Stopp war die Bunun Leisure Farm. Hier stellen die Nachfahren der Ureinwohner ihre Kultur und Handwerkskunst den Touristen vor. Das klingt zwar nach Touri-Abzocke, beinhaltet aber spannende Einblicke in ein Leben vor der Digitalisierung, in den Zusammenhalt des Stammes, deren Gedanken zur nachhaltigen Jagd und auch schwungvollen Gesänge und Melodien. Die Bühnenshow war eine nette Abwechslung zu den Naturerlebnissen der vergangenen Tage.
    Mit dem Roller gings weiter nach Luye und Guanshan sowie Chisheng. Diese kleinen und ruhigen Gemeinden (klein und ruhig auf asiatische Verhältnisse bezogen) leben vom Reisanbau; und das mindestens seit einem Jahrhundert. Wir düsen abseits der Hauptstraßen mit unserem Roller an den im Augenblick trockenen Reisfeldern vorbei. Dennoch überzeugt das Tal immer wieder mit schönen Ausblicken.wenn ich mir vorstelle, wie es wohl zur Reisernte hier aussehen würde. Ein Träumchen!
    Hier auf den Nebenstraßen haben wir viel Platz für uns und unsere kläglichen Versuche, schönen Input für Instagram zu produzieren. Eigentlich wollen wir euch auch noch eine Szene aus Mario Kart aufnehmen: mit unseren roten und rosanen Helmen passen wir ins Spiel, Rasen mit unserem Roller auf der separaten Rollerspur über Beschleunigungsstreifen und lassen Bananenschalen hinter uns fallen. Hehe. Mich würde es nicht wundern, wenn der Erfinder von Mario Kart ein Taiwanese wäre. Denn irgendwie gibt es hier überall sehr viel Ähnlichkeit.
    Den touristischen Abschluss bildet das Hot Air Baloon Festival. Inmitten des Luye Hochlands (hier wird auch Tee angebaut) heben sich so einige Heißluftballone ab.
    Auf dem Kunsthandwerksmarkt des Art Railway villages gibt es allerhand liebevoll selbstgemachtes zu erwerben, parallel lädt die kunstvolle Belichtung zum Thema Sonnensystem zum verweilen ein.
    In einem kleinem vegetarischen Restaurant beladen wir unsere Schüssel mit bekannten und unbekannten Allerlei, welches frittiert bzw gedämpft wird. Sau lecker! Zum Teil wissen wir aber gar nicht, was das alles ist... egal ;)
    Beim Gang zurück am Roller müssen wir leider feststellen, dass wir den ersten Strafzettel aller Reisen kassiert hatten: falsch parken. Dödüm..
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  • 14.7. Taitung nach Kenting

    July 14, 2024 in Taiwan ⋅ 🌬 31 °C

    Wir haben eine neue Reisetaktik: vormittags Sightseeing, nachmittags mit dem höchsten Sonnenstand und dem größten Gewitterrisiko reisen wir weiter. So heute also auch.
    Wir steigen nochmal auf unseren Roller; diesmal wieder die Küste entlang. Nun aber nach Norden in die Dulan Region. Hier ist es wieder etwas hügelig, im Hintergrund erstrecken sich die 3000er. Ich bin die ganze Zeit davon fasziniert, wieviele Wandermöglichkeiten dieses Land im Frühjahr und Herbst bieten muss. Dazu die ganzen Radwege. Einem Aktivurlaub mit gutem Essen (vllt nicht gerade gesund, aber sau lecker) steht hier nichts entgegen.
    Die alte Dulan Sugar Factory ist heute nur noch ein Lost Place und wird von Künstlern und Künstlerinnen betrieben. Ein richtig schöner Hippiplatz mit Kunsthandwerk, Bars und auch leckerem taiwanesischem Stieleis. Nach einem kleinem Loop durch die Hügel geht's zurück mit Zwischenstopp an einem Rastplatz. Von hier aus sehen wir den dunklen Strand, die Steine im Meer, die Palmen und die Hügel am Horizont. Ein Anblick der ständig in Blogs und von Einheimischen und Touristen mit Hawaii verglichen wird. Wenn das stimmt, dann muss Hawaii auf jeden Fall sehr schön sein ;)
    Good Bye Taitung. Mit dem Zug fahren wir nun nach Fangliao und steigen in den Bus nach Kenting an die Südspitze.
    So viel zu den praktischen Dingen in Taiwan: wir können einfach mit einer Bezahlkarte das Gleis betreten, piepen die Karte beim Einsteigen und Aussteigen und zack berechnet sich der Preis. Essen und Trinken (und auch Quatschen) ist strengsten im Zug verboten. Es herrscht hier Zucht und Ordnung. Das Fahrradabteil ist mit besonderen Fahrradhalterungen gut organisiert.
    Kenting ist das Mallorca der Deutschen. Hier wird der Sommerurlaub verbracht. Viele Wasseraktivitäten, Restaurants und gute Hotels. Eine willkommene Abwechslung. Wir genießen das wilde Treiben und gönnen uns ein richtig gutes Abendbrot im italienischen Restaurant mit perfekt gebratenem Schwertfisch, Seafood-Pasta und einem Tiramisu.
    Bei lauen Temperaturen sitzen wir noch lange am Wasser, beobachten die Wellen und lauschen dem Rauschen.
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  • 15.7. Südspitze Taiwan

    July 15, 2024 in Taiwan ⋅ 🌬 29 °C

    Ein arabischer Traum für die Nacht wird war: die Einrichtung wie bei Aladin, aber auch die Temperaturen arabisch heiß. Irgendwie hat sich die Klimaanlage gegen uns verschworen...
    Also blieb uns nur frühzeitig zu unserer obligatorischen Rollertour aufzubrechen. Diesmal mit einem flotten roten E-Scooter von gogoro. Mal schauen, wann es dieses System zu uns schafft: diese gogoro Roller mietet man und tauscht die Batterien einfach an der nächsten Gogoro-Station (meistens eine Tankstelle) einfach aus. Man muss also nicht selbst die Wartezeit überbrücken, sondern das macht die Ladestation ganz gemütlich alleine. Ich bekomme einfach nach wenigen Sekunden eine neu geladene Batterie. Easy!
    Auf geht's zum Kenting Nationalpark, der die gesamte Südspitze von Taiwan umfasst. Ein kleiner Teil davon ist für Besucher als Naturpark aufbereitet. Hier spazieren wir über kurze Lehrpfade, durch Wildgehege, Gewächshäuser und vorallem auch durch Tropfsteinhöhlen. Vom Aussichtsturm blicken wir drumherum auf unser "Taiwaii" mit schottischen Einflüssen. An der Südspitze wartet Kunst. Kunstwerke und Skulpturen gibt's sowie ständig an den Parkplätzen zu bestaunen.
    Mit dem Richtungswechsel von der Westküste zur Ostküste änderte sich auch das Wetter. Wir schauten nun auf den punktuell grau werdenden Himmel über dem Meer und konnten der wandernden Gewitterwolke auf ihrem Weg zum Land zusehen. Der Wind tat sein übriges. Heftig zieht immer wieder neuer Regen über uns her und macht das Rollerfahren zu einem Abenteuer. Wir sind eingepackt in unsere Regencapes, die dem Wind gerade so stand halten. Wir trotzen dem allen und genießen die beeindruckenden Anblicke der Natur. Wir Menschen sind eben doch nur ein kleiner Pups, obwohl wir uns immer für so wichtig nehmen....
    Ein Oolongtee-Softeis später scheint dann auch wieder die Sonne; wir vollenden unsere 70km Runde, spazieren kurz auf der alten Stadtmauer von Huencheng und besuchen noch den Strand von Baishan. Nur gebadet haben wir bis jetzt nicht. Es ist zu heiß, um am Strand zu liegen; auch die Strömung ist zu heftig. Die Füße ins Wasser zu halten, bleibt unsere größte Abkühlung. Allerdings istdas Wasser eher pupslau...
    Ungeplant landen wir auf dem Nachtmarkt von Kenting, naschen ein paar Kleinigkeiten, lassen uns diesmal aber in einem sehr guten japanischen Restaurant nieder, planen unsere weitere Route neben Sushi und gesalzen Talipa-Fisch.
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  • 16.7. Kaohsiung

    July 16, 2024 in Taiwan ⋅ ☁️ 33 °C

    Wir hätten mal Papas Tipp befolgen sollen, den Stecker der Klimaanlage umzudrehen. Vllt wäre es dann in der Nacht kühler geworden?! Genau genommen haben wir in unserem teuersten Hotel bis jetzt am schlechtesten geschlafen. Wir können dem ganzen aber verzeihen, denn mit etwas Glück war unsere Nacht hier kostenlos. Zumindest wollten sie von uns kein Geld mehr haben und sagten wir hätten schon bezahlt.
    Tschüss, kleiner roter E-Scooter! Wir sind mit dir am Morgen noch 2 Stündchen unentdeckten Küstenabschnitte langgefahren. Mittlerweile sind wir auch solche Profis, dass wir Bubbletea beim Fahren trinken, das Linksabbiegen beherrschen und ich mit den Einheimischen pünktlich bei grün an der Ampel los schieße.
    Kurzes Nickerchen am Strand und mit dem Bus geht's nun weiter die Westküste hinauf. 1. Stopp: Kaohsiung. Schönes Hostel, endlich mal wieder ein Zimmer mit Fenster und Aufstehen mit Tageslicht. Klimaanlage geht auch wieder.
    Wir organisieren die nächsten Tage, sind bald fußlahm, futtern erste Baozi (gefüllte Hefeklöße), sehen die bunt beleuchtete Skyline und enden wie immer auf dem Nachtmarkt. Diesmal mit frittierten Pilzen und anderen abgewandelten Dumplings. Zum Ende gibt's noch frischen (abgepackten) Salat beim familymart. Familymart und 7-eleven vereinfachen das Leben enorm. Warum gibt's die eigentlich nicht bei uns?! Mittlerweile haben wir ach die familymart Melodie als Ohrwurm ...
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  • 17.7. Kaohsiung

    July 17, 2024 in Taiwan ⋅ ⛅ 30 °C

    Ach wie schön es in unserem privaten Zimmer im Uno-Hostel ist. Für eine kleinen Taler haben wir hier wirklich alles was wir brauchen und fühlen uns hier pudelwohl. Ausnahmsweise stellen wir mal keinen Wecker und werden mit den Sonnenstrahlen wach.
    Wir besuchen heute den Lotus Pond. Ein kleiner See mit einer Vielzahl von Tempeln drum herum. Besonders bekannt ist die Drachen- und Tigerpagode.
    Lara und ich mögen es, zu Fuß die Stadt zu erkunden und dadurch unerwartet aufregende Ecken kennenzulernen. Diesmal landeten wir unverhofft auf einem Gemüsemarkt und trafen zwei nette Businessmänner, die uns die hierzulande gerade reifen und zuckersüßen Ananas anpriesen. Auch leckere Mangos kommen von hier, die wir als kleines Geschenk sogar dazu bekamen. Avocados, Gurken, Kürbisse, riesige Melonen mit gelben Fruchtfleisch. Alles lecker und von den Bauern frisch verkauft. Dazwischen tummeln sich Fleischer und Fischverkäufer.
    Gestärkt mit reichlich Fruchtzucker besichtigten wir den Konfuziustempel; ein Nachbau vom berühmten Original in Peking. Zwei nette älteren Herrschaften (80+) waren so verzückt von uns, dass sie wieder ein Selfie mit uns machen wollten. Goldig!
    Weiter südlich besuchten wir einen Tempel, den wir durch einen Drachenschlund betraten.
    Zur Stärkung stoppten wir an einer Bäckerei und entdeckten ein Früchtebrot mit Schinken und Käse gefüllt (eine verrückte Kombi), meine Lieblings-Danta (Törtchen mit Puddingfüllung) und Windbeutel mit Taro-Eis.
    Mit der Straßenbahn fuhren wir zum Pier2. Die alten Industriehallen sind nun ein Kunst-Viertel. In den Gassen schlendert es sich gut, überall gibt es hippe Cafés, Galerien und immer was neue zu entdecken. Der Uferweg ist modern, schöne Fahrradwege, es gibt E-Scooter und Leihräder. Und dazu die beeindruckende moderne Architektur. Ich muss sagen: Kaohsiung ist eine wirklich lebenswerte Stadt. Zumindest das, was wir innerhalb von 24h entdecken konnten.
    Wir gönnten uns ausnahmsweise mal einen Zwischenstopp im Hotel, bevor wir uns 2h später wieder zur Abendstimmung in Richtung Pier und Fährüberfahrt nach Cijin aufmachten. Nur 10 Minuten und man erreicht die kleine vorgelagerte Hafeninsel. Fischverkäufer und Restaurants säumen die Straße. Wir waren mutig und probierten gekochte Austern mit Tofu und fermentierten Bohnen, Jakobsmuscheln mit Knoblauch und einen gegrillten Fisch.
    Abends entdeckten wir auch noch den Strand von Cijin. Hier hätte es sich sicher gut gebadet. Von hier aus konnten man einen fantastischen Blick auf die leuchtende Skyline erhaschen. Zu guter letzt besuchten wir noch den "Dome of Light", die wohl schönste U-Bahn-Station der Welt.

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    Mama: Eine Frage habe ich noch:
    Haben Eure Tage in Taiwali auch jeweils 24 Stunden oder bekommt Ihr als "nimmersatte Erkundlerinnen" Bonusstunden um so viel erleben zu können?

    Steffi: Wir haben Bonusstunden. Kann man auch mit der Easycard käuflich erwerben. Dazu noch über den Energieboost-Fahrstreifen und nen bisschen Bubble-Tea-Öl ins Getriebe und ab geht die Post!
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  • ... es ist keine 10 Minuten her, dass ich sagte "ich hab noch gar keinen Hunger!"

    18.7. Chiayi

    July 18, 2024 in Taiwan ⋅ ☁️ 34 °C

    Mit den Local Trains reist es sich total entspannt und ohne Vorreservierung kostengünstig durchs Land. Für nur ca. 6 Euro fahren wir ca. 2h im klimatisierten Zug mit gepolsterten Sitzen von Kaohsiung nach Chiayi. Parallel zu diesen Zügen gibt es noch den High Speed Train, der ca. das Dreifache kostet, aber mehr als doppelt so schnell ist. Diese Distanz hätten wir auch in 30 Min zurücklegen können ... krass...
    Chiayi weißt einige architektonische Besonderheiten aus der japanischen Ära auf. Hier stehen zum Beispiel noch alte Holzhäuser, in denen unter anderem eine sehenswerte Ausstellung über Japanische Fliesen und die passende Handwerkskunst zu finden ist.
    Wir schlendern weiter zum alten Gefängnis und auch zum japanischen Hinoki Village. Problem des Tages: wir haben mal wieder einen Fressflash. Wir haben uns vorgenommen, dass wir ab sofort immer mindestens ein neues Essen ausprobieren müssen. Das führt leider dazu, dass wir ständig etwas entdecken. Gebratener Reis mit Meeresfrüchten, gedämpfter Tofu, Todupudding mit Taro Perlen, Eistee mit Pfirsisch Jelly, Avocadoshake, Türkischer Reis mit Truthahn, Dumplings mit anderer Füllung als sonst... Außerdem kamen wir am Lokal "Smartfish" vorbei, das berühmt für seine Fischkopfsuppe ist. Diese Suppe hat es sogar in die Netflix-Serie "Streetfood: Asien", Folge Chiayi, Taiwan geschafft (Ca. Minute 11). Obwohl wir pappsatt waren, musste diese Delikatesse noch probiert werden. Verdammt lecker!
    Zu guter letzt mal wieder ein Nachtmarkt. Wir hätten selbst nicht erwartet, dass jeder Nachtmarkt anders ist und immer wieder ein paar neue Leckereien bereit hält.
    Und nein, wir essen nicht den ganzen Tag. Zwar oft, aber nicht 24/7 :P
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  • 19.7. Alishan, >2.000m ü.NN.

    July 19, 2024 in Taiwan ⋅ ☁️ 19 °C

    Von 30m ü NN bis auf 2300 ü NN - von Chiayi in das Alishan National Forest Recreation Areal. Dieses Gebiet zählt zu den berühmtesten Urlaubsregionen des Landes, denn hier ist es mehr als 10 Grad kühler als auf Meereshöhe, es ist saftig grün und die Nebelwolken hängen in den alten bis zu 1000 Jahre, mehrere Generationen alten Cypressen. Hölzerne Wanderwege und weiches Moos überall. Eine verwunschenen Athmosphäre.
    Das Gelände war bereits für die Japaner von großer Bedeutung, denn hier wurde wertvolles Holz gewonnen. So bauten sie extra eine Eisenbahn in das bergige Gelände, um das Holz abzutransportieren und legten bald Cypressenhaine an. Die alten Schienen wurden schon bald für den Tourismus genutzt, jedoch fielen sie einem Erdbeben zum Opfer, wurden 2008 wieder erneuert und sind ein Jahr später von einem heftigen Taifun wieder zerstört worden. Seit dem ist die Bahnlinie geschlossen. Doch tatsächlich ist sie im Mai 2024 für die Besucher wieder eröffnet worden und so kann man nun in 5h durch fantastische Landschaft hinauffahren.
    Der Fahrplan passte jedoch leider nicht zu unserem Reiseplan, sodass wir uns mal wieder für einen Roller mit ordentlich PS entschieden. Mehr als 60 km fuhren wir hinauf; die gewundenen Straßen sind bestens ausgebaut und so kommen wir an vielen tollen Ausblicken vorbei. Die Berge erinnern uns manchmal an Thailand; dschungelig verwachsen, steile Felswände, Blick in die grüne bergige Umgebung, aus der dicke Nebelwolken aufziehen. Schon bald erreichen wir die ersten Teeplantagen Taiwans, die den besten Oolong Tee bieten. Hier können wir einfach anhalten und durch das Gelände wandern. Wasabi kommt auch von hier.
    Lara und ich sind suuuuper happy, hier oben 2 Tage zu verbringen. Wir übernachten im kleinen Bergdorf Fenqihu und starten morgen früh mit einer Tee-Wanderung.
    Witzig ist noch die Unterbringung in unserem Hotel: wir sind inmitten einer chinesischen Reisegruppe untergebracht, die lautstark ihre Karaokeleidenschaft auslebt und dabei ein Schnaps nach dem anderen trinken. Wir hoffen, heute Nacht wirds dann in unserem Bergdörfchen doch noch ruhig. Außerdem genießen wir es, mal ohne Klimaanlage bei 20 Grad zu schlafen.
    Und eines müssen wir auch noch festhalten: die chinesische Kultur ist eine andere als die taiwanesische: laut vs leise, aufdringlich/einnehmend vs. Zurückhaltend, Müll/Unordnung/viel Dreck aufm Tisch hinterlassend vs. super sauber, grimmiges gucken vs. Freundliches Zunicken
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  • Tropensturm Gaemi & Zivilschutzübung

    July 20, 2024 in Taiwan ⋅ ⛅ 28 °C

    Was uns an zwei Tagen der Reise erwartet: eine Luftverteidigungsübung

    ... 🥵

    https://focustaiwan.tw/society/202407090007

    Angesichts der ständigen Bedrohungslage gibt es seit 1978 eine jährliche Luftverteidigungsübung, in die alle Behörden und Ämter und auch die Zivilbevölkerung mit einbezogen wird. Dazu wird es heute wohl Sirenenalarm und Meldungen auf unseren Handys geben. Je nachdem, was wir gerade tun oder wo wir sind, heißt es, Schutz in geschlossenen Räumen oder gar im Bunker zu suchen, aber auf jeden Fall Fahrzeuge zu parken, die Straßen frei zu machen und den Anforderungen der Behörden Folge zu leisten.

    ... Das wird bestimmt sehr intensiv.
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  • Und Reisegefährtin sowieso!
    TeeplantagenDie beste Beifahrerin!Old Street Fenqihu

    20.7. Alishan, Fenqihu

    July 20, 2024 in Taiwan ⋅ ☁️ 20 °C

    Mit fantastischem Bergpanorama wachten wir auf und starteten mit einem 2-stündigen Morgenspaziergang auf dem hölzernen Waldpfad in den Tag. Es gibt hier gar keine "klassischen" Wanderwege, sondern die Wege sind immer angelegt auf Bohlen ca 50 cm über die Boden. Statt Gefälle steigen wir zahlreiche Stufen, die Navigation fällt auf Grund von ständigen Schildern leicht. Dieses Wandererlebnis macht Spaß, ist aber doch ungewohnt für uns bergliebenden Menschen und fordert auf jeden Fall die Körperruckseite von den Waden bis zum Po.
    Wir sind nun gut 1000 Höhenmeter tiefer als am Vortag und sehen deswegen ganz andere Dinge: Bambuswälder, die wie Wirtschaftswälder genutzt werden (Bambus wird angezogen und gefällt, gelagert, abtransportiert. Warum hat es Bambus als Baumaterial eigentlich noch nicht zu uns geschafft!?), und zahlreiche Teeplantagen.
    Zurück im unserem kleinen Bergdörfchen genießen wir die alte Shopping-Street. Souvenirs sind nun gesichert. Eine Oolong-Tee-Verkostung durfte nicht fehlen. Hier nochmal die zusammenfassung zu den Teesorten: alle Tersorten stammen von der gleichen Pflanze; weißer Tee ist sehr jung (es hat noch keine Fermentation stattgefunden, kein Koffein), grüner Tee (auch noch keine Fermentation, wenig Koffein), Oolong Tee (halbe Fermentation) und schwarzer Tee (oder auch roter Tee in Taiwan genannt, volle Fermentation, viel Koffein). Dazu gab's wieder einige neue Leckereien zu entdecken: Blätterteig-Donuts (sau lecker!) und gefüllter Tofu.
    Gestern hatten wir so viel Glück mit dem Wetter, dass uns heute die dicken Nebelwolken zur Mittagszeit einholten. Auch dicke Tropfen brachten sie mit. Im Schneckentempo und super vorsichtig fuhren wir mit dem Roller zurück ins Tal. Ich fühle mich schon fast einheimisch mit meinen ganzen neu erworbenen Roller-Skills. LEVEL UP!
    Nun geht's im Zug nach Taichung für eine Nacht und morgen früh zum Sonne-Mond-See.

    Nachtrag zum heutigen Abendessen:
    Gegrillte Austern mit Wasabi, ganzer Fisch in Ingwersoße, Lotus Gemüse,
    Gegrillter Bambus (das was so aussieht wie spargel)

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    Mama: Eine Frage stellt sich mir bei den vielen Leckereien an jeder Ecke und zu fast jeder Tageszeit ... kochen die Einheimischen daheim auch noch oder ist das alles nur für Touris?

    Steffi: Es wurde uns erzählt, dass in den Großstädten die Apartments oft so klein sind, dass nur selten zuhause gekocht wird. Viel eher wird streetfood gekauft und zuhause verspeist. Oder man stoppt im 7-eleven und kauft dort ein fertiges Gericht, was nur noch in der Mikrowelle erhitzt wird. Das könnte auf dem Land aber anders aussehen. Das weiß ich nicht.
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  • 21.7. Sun Moon Lake

    July 21, 2024 in Taiwan ⋅ ☁️ 27 °C

    Ein Ausflug zum Sun-Moon-Lake (kurz SML) gehört wohl zu den Highlight für die Taiwanesen und für die Reisenden. Etwa 2 Stunden von Taichung entfernt liegt der Sonne-Mond-See eingepackt zwischen den grünen Bergen Taiwans. 1930 haben die Japaner hier einen Staudamm zur Energiegewinnung errichtet und dadurch aus einen kleinen Gewässer diesen See geformt. Seinen Namen trägt er auf Grund seiner Form: eine Seite ähnelt dem Mond, die andere Seite den Sonnenstrahlen.
    Als wir hier oben ankamen waren wir gleich verzückt. Das türkisene Wasser, die Berge, die Boote - der Anblick erinnert uns an Bergseen der Alpen. Leider ist das Baden hier nicht gestattet, warum wissen wir nicht. Dafür führen ein paar Rad- und Wanderwege abschnittsweise um den See. Das Touri-Angebot reicht hier von Seilbahm-Fahren, über Kajak, bis Busrundtour und Fahrradverleih. Den Taiwanesen scheinen kleine E-Räder ohne eigene Muskelanstrengung die liebsten zu sein.
    Nach einem kurzen Spaziergang setzen wir mit dem Boot auf die andere See Seite nach Ita Thao über. Hier ist es zwar weiterhin sehr touristisch, jedoch entspringen die Wurzeln des Dorfes dem indigen Volk der Thao. Wir werden von traditionellem Gesänge und auf dem Nachtmarkt mit lokalen Speisen und Reiswein sowie Essig begrüßt. Die Abendstimmung hier lässt uns richtig entschleunigen. Der See strahlt eine Ruhe aus, auf der anderen Seite funkeln die großen Hotels im Abendlicht. Am Pier wird gesungen und Gitarre gespielt. Mit einem süßen Getränk vom 7-eleven und bei tollen Gesängen lassen wir den Abend gemütlich ausklingen.
    Morgen werden wir 33 km um den See herumradeln. Wir sind uns noch nicht sicher, ob wir uns ein Fahrrad mit Motor gönnen sollen. Vielleicht wird es sogar ein Tandem. Mal sehen....

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    Papa: Gab's heute nichts zu essen?

    Steffi: Doch! Natürlich! Nudelsuppe der Tao. Oder "Burger". Und Matcha-Eis. Und Tofu. Und Green Tea mit Maracuja. Und durchgekostet auf den Marktständen von Trockenobst über Trockenfleisch bis zu süßem Wasabi-Gebäck
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  • 22.7. Radeltour um den SML

    July 22, 2024 in Taiwan ⋅ 🌙 24 °C

    Wir wollten uns mal wieder sportlich betätigen und 33km um den See radeln. Es blieb uns die Wahl zwischen einem E-Bike, einem normalen Rad oder einen E-Tandem. Und yes, wir entschieden uns für ein gelbes, quietschendes E-Tandem. Anders als zuhause, kann man auch einfach nur das Gaspedal drücken und muss gar nicht treten, kann man aber. Easy! Der Weg verläuft nicht nur eben und so ist es sehr angenehm, dass wir bei den schwülen Temperaturen diese Unterstützung annehmen können. Es gibt auch einfach niemand anderen, der tatsächlich sich auf seine/ihre Muskelkraft verlässt 😅 Mit dem Uhrzeigersinn starten wir von Ita Thao aus und haben schon bald den ersten Tempel mit einem fantastischen Ausblick auf den türkisen See erreicht. Ein paar Kilometer weiter radeln wir bis zur Cien Pagode, steigen nochmal 9 Stockwerke hinauf und blicken hinab. Wir haben Glück, es ist Montag. D.h. es sind wenige Autos unterwegs und wir haben die bergigen Straßen fast für uns allein. Schon bald erreichen wir auch den berühmten hölzernen Radweg, der uns über das Wasser führt. Die Runde um den Sonne Mond See gehört wohl zu den schönsten 10 Fahrradwegen der Welt.
    Im architektonisch besonderem Besucherzentrum gönnen wir uns ein verdammt leckeres Matcha Eis und sind damit gestärkt für die übrigen 15km. Als wir am Wenwu Tempel ankommen, ist es genau 13.30 Uhr und damit Zeit für die Luftschutzübung. All unsere Handys bimmeln und schrillen kräftig. Die Taiwanesen sind recht unbeeindruckt und gehen dem normalen Tempelgeschehen nach. Gleichzeitig wird es auf den Straßen ruhig. Alle Fahrzeuge müssen stehen bleiben und die Straße freihalten. Wir genieße die Ruhe mit Blick über den See. Nach 30 Minuten und einem Entwarnungszeichen geht das normale Treiben wieder weiter. Also unspektakulärer als gedacht. Aber das ist auch gut so! Den Ernstfall will niemand...
    Zurück in Ita Thao verquatschen wir uns noch in einem türkischen Geschäft, schlendern durch die Straßen, hören dem Straßenmusiker zu, trinken einen Bubble-Tea am Wasser und genießen die letzten Stunden. Zum Abendbrot gönnen wir uns ein schönes Restaurant mit traditionellem Aboriginie-Essen: Fischsuppe, Bambus, Schaschlick, Farn-Gemüse, Pilzen und Kürbis. Dazu Tofu-Pudding und gebackene Banane. Sehr lecker! Vorallem isst das Auge mit. Unser Essen wird uns auf einer Etagere in Mondform gereicht und mit Flüssigem Stickstoff besonders in Szene gesetzt.
    Da das nun unser letzter gemütlicher Abend ist, shoppen wir nochmal ordentlich im Familymart und stimmen auch nochmal die berühmte Melodie an (ein Video mit der Melodie sende ich mit, ein Ohrwurm!). Tee-Schokolade, Grüntee-Dessert, Pfirsisch-Eistee und Lark's üblicher Café als Schmiermittel fürs Getriebe.
    Dann heißt es Sachen packen, denn morgen steht der letzte Tag an. Große Pläne: bissl Souvenirshopping, Vegetarisch Essen gehen, Friseur und nen Cocktail in einer Skybar...
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  • 23.7. Taifun Gaemi & Good Bye

    July 23, 2024 in Taiwan ⋅ ☀️ 33 °C

    Überm Sun Moon Lake ists in den Morgenstunden diesig. Ist das Zufall oder ist das ein Vorzeichen des seit 2 Tagen angekündigten Taifuns Gaemi, der kommen soll?! Egal. Auf jeden Fall ein ideales Wetter, um vom Sun Moon Lake zurück nach Taipeh zu kommen. Von Lara muss ich mich bald verabschieden, danach liegen noch 5 Tage allein vor mir. Da sollte mir in Taipeh nicht langweilig werden - außer ein Taifun bringt alles durcheinander!
    Wir stellen fest, dass wir so gar keine Ahnung haben, ab wann ein Taifun (=Hurrikan, nur in einem anderen Teil der Welt) eigentlich kritisch wird und was das so fürs tägliche Leben bedeutet. Drin bleiben und Nachrichten schauen - schon klar. Aber was bedeutet es, dass der Tropensturm zu einem Super-Taifun anwächst und am Mittwoch wahrscheinlich Landkontakt haben wird? Sind die Spitzengeschwindigkeiten, die angegeben werden, denn für uns überhaupt wichtig? Denn das Wetter ändert sich ja je nachdem wie weit ich vom Zentrum weg bin. Hmmm...
    Auf jeden Fall macht es Spaß die Webseite
    https://zoom.earth/storms/gaemi-2024/#overlays=…
    zu verfolgen. Lassen wir es auf uns zu kommen. Dienstag zur Mittagszeit sind wir in Taipeh...
    Der Hintern ist nach der 4 stündigen Busfahrt platt gesessen. Wir kommen 3 Minuten vor der nächsten Luftschutzübung in Taipeh an. Bis dahin läuft auf den Straßen alles normal. Während wir unterirdisch in den Shoppinggängen zwischen Busbahnhof und Train Station verzweifelt unseren Ausgang suchen, schrillen all unsere Handys los. Die Menschen sind weiterhin ruhig, doch es kommen vielen Ordner mit gelben Westen und Leuchtstäben hervor, die Menschen auf der Straßen kommen hinunter zu uns in die Gänge der Unterführung. Wir schauen aus der einen Tür und stellen fest, dass die Fahrzeuge stehen geblieben sind, sich kaum ein Autofahrer mehr im Auto oder ein Passant mehr auf der Straße befindet. Alle müssen sich in die ausgewiesenen Schutzräume zurück gezogen haben. Die Eingänge zu den Shoppingzentren sowie zur Metrostation sind verschlossen. Ein bisschen fühle ich mich an die Fernsehbilder aus Kiew erinnert, wo die Menschen in der Metro Schutz suchen ... Zum Glück ist das alles hier nur eine Übung.
    Mit einem Kaffee in der Hand lässt es sich ganz entspannt die 30 Min warten, bis dann auch die Entwarnung kommt. In wenigen Minuten ist wieder alles normal.
    Auf geht's zum Friseur. Nach der Kopfmassage und den gekürzten Haaren holt uns jedoch eine schlechte Nachricht ein, die unseren letzten Abend nochmal richtig durchwirbelt. Laras Flug wurde auf Grund des Taifuns Gaemi gecancelt. Er ist mittlerweile auf einen Super-Taifun herangewachsen (was auch immer das bedeutet) und wird genau auf Land treffen, wenn das Flugzeug abheben sollte. Sicherheit geht vor, aber die Emotionen, was das nun bedeutet, sind auch nicht zu vernachlässigen. Zur Beruhigung gibt's erstmal nen Passionfruit Lemon Tea mit Coconut Jelly. Der ist immer der beste. Kurze Gedankenpause, viel Recherchieren, Übersetzen der Chinesischen Flug-App und ein paar Telefonate später scheint die Lösung da: Lara wird nicht den Sturm hier aussitzen, sondern kurzer Hand den Rückflug mit einer anderen Airline antreten. Zuhause warten liebe Menschen und ein lang ersehntes Konzert.
    Somit wars das mit unserem letzten Nightmarket und Cocktailabend. Stattdessen rasantes Sachenpacken und ohne Ticket zum Flughafen. Anstehen am Emirates Schalter und Lara bekommt noch den letzten Flug des Abends zurück nach Europa.
    Wir verabschieden uns mit vielen herzlichen Umarmungen und einem wunderbaren Gefühl, das uns Taiwan und unserer Freundschaft gegeben hat. Das Ende war turbulent und herzerwärmend zu gleich. Viele spannende Abenteuer liegen hinter uns, viele tiefe Gespräche, so viel Verständnis für das Wesen gegenüber und unterstützende Worte. So viel Herzlichkeit und Mitgefühl. Und das alles gepaart mit Tatendrang und Entdeckergeist. Liebe Lara, ich bin unfassbar dankbar, dass du diese Reise wieder zu einer ganz besonderen gemacht hast! Schön, dass es dich gibt!

    Es gibt vom letzten Lara-Geld noch ein paar Dumplings vom Familymart, dazu die passende Melodie, einen Eistee und ein Blick am Flughafen auf Taipehs Skyline. Ein passender Abschied. Tschüssi und good Bye. Eine dicke fette Umarmung für dich 🙏
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  • 24.7. Taifun aussitzen in Taipeh

    July 24, 2024 in Taiwan ⋅ 🌧 28 °C

    Eigentl gibts nicht viel zu berichten, außer warten, warten, warten.
    Der Tropensturm Gaemi hat sich über die letzten Tage über dem warmen Meer zu einem heftigen Taifun zusammengebraut, der nun ganz Taiwan in Alarmbereitschaft versetzt.
    Auf Grund des angekündigten Sturms sind Schulen, öffentliche Einrichtungen usw geschlossen und die Bewohner Taiwans angehalten, das Haus nicht zu verlassen.
    Wenn ich morgens so aus dem Fenster schaue, regnet es immer wieder, zwischendurch ist es böig. Sonst noch erstaunlich ruhig. Das ist gut, denn ich muss meine Unterkunft wechseln.
    Ich schätze das Risiko für überschaubar ein und laufe durch die Stadt, immer Schirm griffbereit und unter den Überdachungen hindurch. Es sind wenige Menschen unterwegs, nur ca. 20 Prozent der Restaurants und Geschäfte haben geöffnet. Alle andere haben sich verrammelt und verriegelt; Scheiben mit Klebeband abgeklebt oder Sandsäcke gg. mögliche Überflutungen ausgelegt. Gaemi soll am späten Abend die Nordküste Taiwans erreichen.
    Tagsüber bleibt mir damit nichts anderes übrig, als mich an den Einheimischen zu orientieren und kleine Kreise im Block um mein neues Hostel zu ziehen.
    Den ganzen Tag nur drin sitzen halte ich nicht aus. Ein bisschen hier Bummeln, dann da essen, wieder dort ein Eis ... naja, so bekommt man ein paar Stunden rum. Film gucken ist nicht so meins. Aber was solls, Sicherheit geht vor. Schade, dass dadurch die wunderbaren Orte Taipehs für mich unerreichbar sind. 🤷‍♀️Nicht zu vergessen, die Fußmassage, die ich mir gegönnt habe. Ich wusste schon, dass diese nicht entspannt wird, sondern die Fußreflexzonen ordentlich gequält werden. Doch es kam anders. Der Masseur meinte es gut mit mir und zog in die Massage auch die Waden und Schienbeine mit ein. Und das in einer Intensität, die einerseits verdammt schmerzhaft und gleichzeitig lösen war. Er meinte, ich laufe zu viel, ich müsse öfter kommen. Nun ja. Ich bin mir sicher, dass meine Schienbeine in ein paar Tagen blau sein werden (Nachtrag vom 30.7.: ich spüren die Massage immer noch!). Auf jeden Fall hat er sicher ein paar Faszien gelöst.
    Mit Lara plaudern oder Karten spielen wäre hier eine schöne Abwechslung gewesen :)
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  • 25.7. Taifun Gaemi Tag 2

    July 25, 2024 in Taiwan ⋅ 🌧 28 °C

    Gaemi hatte es ganz schön in sich. Der Tropensturm hat es sogar in die deutschen Nachrichten geschafft und damit haben die Zuhausegebliebenen sicherlich mehr Informationen als ich hier mit nur chinesischen Nachrichten. In weiten Landesteilen kam es zu heftigen Regenfällen, Überschwemmungen, umstürzenden Bäumen und einzelnen Todesfällen. Wirklich ein Drama. Gleichzeitig sagte man uns vor, wie wichtig die Taifune sind, um die Wasserreservoirs aufzufüllen, die Landwirtschaft anzukurbeln. Die Menschen hier sind an die jährlich auftretenden Wetterphänomene gewöhnt. Schwierig wird es nur, wenn der Zeitpunkt und die Intensität von der Regel abweicht. Was scheinbar mit dem Klimawandel verstärkt wird...
    In Taipeh ist es recht ruhig. Ein weiterer Tag Schul- und Behördenfrei und damit für mich auch ohne touristische Attraktionen. Doch schon morgens ließ der Regen nach und auch die von gestern bekannten Orkanböen blieben aus. Ich entschied mich, meinen Kreis um das Hostel zu erweitern und zur Not einfach wieder den Heimweg anzutreten. Ich fand etwas Ruhe im ältesten Tempel der Stadt (ca 1800) Dalongdong Baoan Tempel und konnte von einem trockenen Plätzchen die Regentropfen beobachten und die hölzerne Schnittkunst begutachten. Mit der Zeit veränderte sich der Regen zu einem konstanten leichten Sommerregen, sodass ich von nun an bis zum Abend ständig den Regenschirm über mir hielt. Man bräuchte eine Konstruktion, die am Kopf befestigt ist, um die Hände frei zu haben ;)
    Ich möchte mich aber nicht beschweren, denn ich war sehr dankbar wieder auf Entdeckungstour gehen zu können. Zum Mittag stoppte ich an einem ganz typischen Buffet-Restaurant und hatte damit eine große Auswahl an unterschiedlichen Geschmäckern für einen kleinen Taler. Parallel konnte ich hier auch mal die taiwanesische Nachrichten im Fernsehen verfolgen und war ganz schön schockiert, wie es das Land, aber zum Glück nicht mich, getroffen hat.
    Die Badekultur in Hot Springs, also heißen Thermalquellen, ist in Taiwan sehr ausgeprägt. Die bekanntesten sind die Beitou Hot Sprongs ganz in der Nähe von Taipeh. Selbst wenn ich an dem Tag nicht baden gehen kann, weil alles geschlossen hat, wollte ich doch wenigstens mal die Gegend erkunden. Durch den Beitou Park schlendernd roch ich bereits den Schwefel in der Luft, konnte den aufsteigenden Dampf aus dem Fluss wahrnehmen. Die Badehäuser aus der japanischen Ära bilden eine schöne Architektur im Grün. Mein Highlight war das Thermal Valley, der Ort, wo das 400 Grad warme Wasser entspringt. Füße reinhalten unmöglich. Dafür schimmert der grüne Sulfurteich und qualmt kräftig. Der Besucherpark an der Quelle war natürlich auch geschlossen, aber ich konnte von einer Erhöhung aus einen Blick von oben hinab werfen und den gesunden Dampf einatmen.
    Recht erholt wanderte ich zurück in die Stadt und gab mich einer Souvenir-Shopping-Runde hin. Die Stadt war wieder wie ausgewechselt, die Läden eröffneten wieder, tausende Menschen auf der Straßen. Schon interessant, wie es mir gestern noch zu wenig "Leben" war und heute ich gleich von den Menschenmassen und dem Bling, der Lautstärke und dem Gewusel überfordert bin. Ein bisschen ist das wie zur Corona Zeit: es dauert kurz, mit dem einen und dann dem anderen Zustand wieder klar zu kommen.
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  • 26.7. Jiufen

    July 26, 2024 in Taiwan ⋅ 🌬 28 °C

    Der Taifun ist von dannen gezogen, es regnet nur noch leicht, also kann es wieder los gehen. Ein Stündchen mit der Bahn raus aus der Stadt in Richtung Norden. In Riufang steige ich um in die Pingxi-Bahnlinie, die in ein kleines Tal hineinführt. In Shifen steige ich aus und schlendere durch die Old Street, die auch heute noch von (jetzt aber touristischen) Händler gefüllt ist und direkt an den Bahngleisen liegt. Hier kann man die berühmten Himmelslaternen mit guten Wünschen in den Himmel steigen lassen. Einmal im Jahr findet hier auch ein groses Laternen fest statt. Ich besuche zudem die Shifen Wasserfällen - die "Niagarafälle Taiwans". Gewiss nicht so groß, aber immernoch sehr beeindruckend.
    Zurück geht's nach Jiufen, eine alte Goldgräberstadt. Zu Japanischeb Zeiten wurde hier in den Bergen Gold geschürft. Eine sehr wertvolle Mine. In Jiufen fanden die Minenarbeiter ihr Zuhause. Die ganze Regionen war von Reichtum geprägt. Heute erinnert ein Museum an diese Zeit. Ich durchlief einen alten Stollen und konnte auch mit einer VR-Brille auf der Nase auch eine digitale Fahrt in einer Lore mitmachen.
    Zum Abend bekletterte ich noch den Mt. Keelung, schaute mal wieder auf die Küste und erfreute mich daran. Leider noch etwas diesig der Blick.
    In der Old Town von Jiufen leuchten den ganzen Abend pber die roten Laternen und geben ein tolles Licht ab. Man kann hier viel Bummeln, essen und Souvenirs shoppen. Meine neue Erfahrung waren diesmal wackelige Taro-Balls auf süßen Bohnen.
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  • 27.7. Yehliu Geopark

    July 27, 2024 in Taiwan ⋅ ☁️ 30 °C

    Schon Wahnsinn, was man alles an einem Tag erleben kann!
    Morgens wache ich noch in Jiufen, der Goldgräberstadt, auf und abends bin ich auf dem größten Nachtmarkt von ganz Taiwan. Doch dazwischen gehe ich noch wandern und schaue mir einen Geopark an.
    Ich hatte gehofft, dass wir nun endlich den Regen und Wind hinter uns gelassen haben und ich mit strahelnd blauem Himmel heute den Tea-Pot-Gipfel erklimmen kann. Immerhin hat mir eine Einheimische gesagt, dass sie von diesen Ort mit den schönsten Blick an der Nordküste verbindet. Trotz Regen wage ich den Start, stoppe noch an der Regenbogenbrücke und werde von einem Einheimischen zum Frühstück mit Tee, Tofu und einem Frühlingszwiebel-Eierkuchen eingeladen. Ein netter Start in den Tag. Stufe für Stufe geht's hinauf und es windet immer mehr. Der Ausblick wird aber auch immer schöner und so freue ich mich auf den Gipfel. Jedoch wird es aber auch mit jedem Tritt ungemütlicher und der Wind nimmt zu. An einem Aussichtspunkt gehe ich dann in mich, um mir die Frage zu stellen, ob es eigentlich verrückt und bescheuert ist, mich bis nach oben zu quälen. Den Tee-Pott sehe ich nicht mehr, da er in den Wolken liegt, ich bin bis auf die Knochen durchgeweicht und die Windböen machen mir echt Angst. Der Wind hat so eine Kraft, dass ich mit meinem Körper nichts entgegenzusetzen habe und daher auch lieber dem Aussichtspunkt und der Kante fern bleibe und mich an einer dicken Säule festklammere. Manchmal ist Aufgeben die einzig sinnvolle Lösung. Und so tue ich es auch. Ich glaube, dass ich auch so einen Eindruck davon bekommen hab, wie schön die Küste wiedereinmal aussieht...
    Ohne Lara schlägt mein Tatendrang wieder richtig zu. Ich meine damit jedoch das unangenehme Gefühl, etwas zu verpassen und noch mehr und noch mehr in den Tag zu stopfen (typisch: fomo). Irgendwie muss ich mich immer wieder daran erinnern, dass ich die Momente und Erlebnisse auch richtig einsaugen möchte, als gleich schon wieder die Organisation des nächsten Highlights im Kopf zu haben. Das muss bzw möchte ich noch etwas besser lernen ...
    Also entscheide ich den goldenen Wasserfall zu überspringen und statt dessen den Bus nach Yehliu Geopark zu nehmen. Oft reden wir von Biodiversität, aber auch die Geodiversität (also die Vielfalt der toten Formen, die Küste, Steine, Berge ...) tragen einen wichtig Beitrag zu unserem Leben. Und so gibt es nun diesen Geopark, der die vom Meer geformten Sandsteinfiguren schützt. Die bizarren Formen wurden vielfach interpretiert. So gibt es den Kopf der Queen 👸, Eis-Becher 🍨oder auch Flipflops oder Herzen und Kerzen. Ich erspare euch die Vielfalt der interpretationsfähigen Formen. Auf jeden Fall schön anzusehen, was auch vielen anderen Wochenendausflüglern gefällt.
    Zurück in Keelung besuche ich in den Abendstunden den größten Nachtmarkt ganz Taiwans. Man sagt auch, er sei der 7-eleven unter allen Nachtmärkten der Insel. Tatsächlich gibt's wieder ein paar neue Highlights, jedoch merke ich auch, dass ich ohne Lara doch mehr Berührungsängste habe und dem Alt-Bekannten treu bleibe. Trotzdem nochmal richtig schön, wenn jetzt die letzten Stunden gezählt sind.
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  • Ich so: Latschen, Shorts, Cappi
    Hochambitionierte Taiwanische Wanderer. Wanderstiefel, Stöcker, Trinkblase, Funktionsshirt

    28.7. Taipeh Hikes, 36 000 steps

    July 28, 2024 in Taiwan ⋅ ☀️ 32 °C

    Nach dem Taifun scheint nun das erste mal wieder die Sonne. Genaugenommen ist es wieder drückend heiß. Doch eine schöne Abwechslung nach einigen Tagen nassem grau. Und so schließe ich mich einer Free Walking Gruppe um Shiheng zu einer kleinen Wanderung am Stadtrand an. Der junge Guide ist super ambitioniert und erklärt uns Reisenden alles was wir wissen wollen. Geht's aber um die China-Taiwan Frage dann ist er sichtlich angespannt. Wahrscheinlich weniger uns unsere Fragen zu beantworten, viel mehr hat er Sorgen, was die Menschen um ihn herum hören. Das ist ihm nicht so egal. Wir fokussieren uns dann doch leider eher auf die kulturellen und kulinarischen Highlights.
    Und vorallem hat er uns einen schöne 3 Stunden Tour über Stufen hinauf zu dem bezaubernden Bishan Tempel rausgesucht. Von hier aus können wir nocheinmal die ganze Stadt überblicken. Was für Abschluss für die vergangenen 3 Wochen!
    Mit 2 Schweizerinnen zog ich noch weiter zu den Teeplantagen von Taipeh. Mit der Gondel gings die Berge hinauf und durch Teeplantagen und städtischen Dschungel zu Fuß wieder hinab. Nun wollten nur noch die letzten Taiwan Dollar auf den Cent ausgegeben werden, was ich bei meiner letzten Bummeltour über den Nachtmarkt tat. Nocheinmal Joazi gegessen, Green Tea mit Coconut Jelly getrunken und mich auch an einer Nudelsuppe mir Schweine-Innereien probiert (was in der Suppe ist, hab ich erst später rausgefunden). Alles in allem ein wirklich schöner Abschluss.
    Zum Schluss waren es dann am Abend 36 000 Schritte auf meiner Uhr.

    Und hier nochmal die zusammenfassende Beschreibung der Free Hiking-Tour:

    Denken Sie darüber nach, in Taiwan zu wandern, möchten sich aber nicht verausgaben? Nun, hier ist die beste Reiseroute für Sie! 😎

    Obwohl Taipei normalerweise mit dem Bild einer modernen Stadt (naja, Taipei 101) assoziiert wird, ist es überraschenderweise die Heimat von mehr als 100 Wanderwegen! 🤔 Auf dieser Tour bringe ich Sie zu einem der steilsten Wege in der Nachbarschaft namens Neihu und dem größten Tempel hier. Als Bürger, der seit mehr als 20 Jahren in diesem Viertel lebt, genieße ich nicht nur den Panoramablick auf Taipeh und komme der atemberaubenden Natur näher, sondern werde auch einige interessante historische und religiöse Fakten teilen, die nur Einheimische kennen. Am Ende unserer Tour haben Sie die Möglichkeit, lokale landwirtschaftliche Produkte zu kaufen oder den taiwanesischen Oolong-Tee und den typischen Tofu-Pudding (Douhua) zu probieren! 🍵🍮

    🌳 Diese Tour beinhaltet folgende Stopps:

    Wir nutzen die Natur im Park entlang des Dagouxi-Flusses
    Yuanjue-Wasserfall, vielleicht der am besten zugängliche Wasserfall in Taipeh
    Yuanjue-Tempel, der älteste buddhistische Tempel in Neihu
    Bishan-Tempel, ein taoistischer Tempel, der der größte in diesem Viertel ist
    Baishihu-Hängebrücke
    Teezeit in einer örtlichen Bäckerei (Teehaus)
    Mit dem örtlichen Bus kehren wir zur U-Bahn-Station Neihu zurück
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  • 29.7. Bye Bye Taiwan!

    July 29, 2024 in Germany ⋅ ☀️ 26 °C

    Mit Sonnenschein und strahlend blauem Himmel verabschiedet sich Taipeh von mir. Morgens vertrete ich mir nochmal die Beine hin zum Pier 5, was abends zu einem kleinen Ausgehviertel wird mit Cocktailbars und Street Food Ständen. Ich schaue über den Fluss, der Taipeh und New Taipeh City voneinander trennt und entdecken am Horizont meine geliebten grünen Berge. Genau das ist es, was Taiwan landschaftlich für mich so schön gemacht hat: einerseits stehst du mit deinen Füßen am Strand, siehst auf der anderen Seite aber schon die hohen grünen, eleganten und steilen Gipfel, die ich am liebsten alle beklettern würde. Am Flughafen klärte mich sogar ein Schild auf, dass Taiwan eines der Länder mit der größten Dichte von 3000ern ist, mehr als 100 Berge übersteigen diese magische Grenzen.
    Naturwunder schlecht hin, Taiwaii Küste, Schottische Highlands (ohne Schafe), Bergseen, Wasserfälle, Nebelwälder, Teeplantage, Reisfelder ... all das haben wir gesehen. Und dabei gäbe es noch so viel mehr zu entdecken. Beim nächsten mal vielleicht mit Rennrad, Scooter oder doch mit dem Campervan?! Außerdem hab ich es echt verpasst einmal baden zu gehen. Ich muss also wieder kommen ;) auch um die Familymart-Musik nicht zu vergessen. Nach Japan gibt es in keinem anderen Land so viele 7-eleven und Familymarts wie hier. Angeblich mehr als 11.000. Nur Tempel gibt es nochmehr: 13.000
    Einige davon haben wir besucht und die Atmosphäre eingesaugt; mal sind sie prachtvoll elegant in Gold gehalten (eher Buddhismus) oder in bunten Farben mit einem hohen Rotanteil (eher Daoistisch). Auch ganz unscheinbare gibt es, die wir vllt so gar nicht gesehen haben.
    Mit Lara zusammen machten wir jeden Tag zu einem Erlebnis, ganz besonders auch durch unseren Mut an jedem Essensstand. Highlights sind auf jeden Fall die Joazi, Passion Fruit Green Tea mit Coconut Jelly, Seafood in jeder Form, Matcha-Eis, der alltägliche Kaffee, Tofu in tausenden Arten,Wasserspinat und Bambussprossen. Ob zu Fuß, Roller, Bus oder der geliebten Bahn; wir sind dank der guten Infrastruktur gut voran gekommen. Lara war meine Navigatorin auf dem Roller und meine spiegelnde Gesprächspartnerin für die gemeinsamen Tage. Es war einfach wunderbar!

    Update, 30.7. 6.30 Uhr
    Sitze nun am Flughafen München, warte auf meinen Rucksack und habe noch ein paar Stündchen bevor der ICE zurück nach Berlin fährt. Vielleicht treffe ich noch kurz Mari oder werde ansonsten mit dem schweren Rucksack auf dem Rücken schonmal für die Wandertour in einer Woche trainieren und durch München hiken.
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