• 10.3.2025 Kathmandu mit Milan

    March 10 in Nepal ⋅ ☁️ 21 °C

    Draußen scheint die Sonne, die Vögel zwitschern. Wir werden um 8 Uhr wach und vom Jetlag ist daher nichts zu spüren. Super! Das einzige Problem: Halskratzen. Jedoch unklar, ob wir uns ne Erkältung auf dem Flug geholt haben oder ob der Smog uns auf die Atemwege schlägt. Die Luft ist wirklich unerträglich, die Feinstaubwerte würden bestimmt den Alarm ausschlagen lassen.
    Wir ziehen morgens durch die Straßen, versuchen einen Deal für eine Tasche zu schlagen, brechen dann nochmal ab und organisieren in den Trekking-Agenturen alle Informationen die wir für unsere Wanderungen brauchen. wirds der Mardi Himal-Trek oder wandern wir zum Annapurna Base Camp? Das ist die entscheidende Frage. Neben der Holi-Frage dreht sich alles darum. Wir brauchen noch Bedenkzeit bis zum Abend.

    Zum Sightseeing sind wir heute mit Milan verabredet. Milan ist der Bruder von Bharat, einem nepalesischem Freund aus Berlin, der uns schon die letzten Tagen mit den wichtigsten Infos und dem Kontakt zur Trekkingagentur versorgt. Danke, Bharat für deine Unterstützung 🙏
    Wir besuchen Milans Eltern und deren kleinem Shop in der Nähe von der Idar Chowk, bevor wir den Kathmandu Durbar Square besichtigen. Unsere Reisegruppe wird noch größer für den Tag: auch Dagmar aus meiner Salsa-Gruppe ist mit ihrer Tochter und Freundinnen in Kathmandu. Gemeinsam lassen wir uns von Milan durch die Gassen führen und einige wichtigen Infos zu Shiva (Zerstörung), Vishnu (Erhaltung), Brahma (Schöpfung) und den anderen Gottheiten geben. Gar nicht so einfach, sich die ganzen Geschichten und Zusammenhänge zu merken 🫣 so oder so sehr beeindruckend das mittelalterliche Stadtzentrum mit seinem alten Königspalast und den 48 Tempeln zu besichtigen. Vorallem die vielen Holzschnitzereien zusammen mit den Backsteingebäuden bilden eine fantatsiche Kulisse.
    Zur Mittagsstärkung gibt's die ersten Momos unserer Reise: so ähnlich wie die chinesischen Yaotsi (=Teigtaschen) gefüllt mit Büffelfleisch oder Gemüse. Leeecker!
    Weiter gehts zur Swayambhu Stupa per Taxi durch das Gewirr der kleinen Gassen. Wir würden uns da wohl mit dem Auto gar nicht durchtrauen und die anderen Fußgänger und Moped-Fahrer nur anhupen. In dem Straßen Chaos lohnt es sich nur, ruhig zu bleiben. Irgendwie fließt dann der Verkehr auch von ganz alleine.
    Die Swayambhu Stupa (buddhistisch) trohnt auf einem Berg mit einem bezaubernden Blick über Kathmandu. Wenn die Luft sauberer wäre, könnte man wohl die Berge sehen und auch das Ende der Stadt. Für uns verschwinden die Häuser alle im Einheitsgrau. Dennoch können wir uns die Schönheit und den Ausblick vorstellen. Die Stupa selbst und die umliegenden Tempel werden zum Gebet genutzt. Die Gebetsfahnen wehen im Wind. Im Hintergrund sind diverse religiöse Gesänge zu hören.
    Das Hoghlight des Abends ist unser Besuch im Pashupatinath Tempel (hinduistisch) am anderen Ende der Stadt. Dies ist der größte Tempel Nepals zur Ehrung Shivas und damit eine wichtige Pilgerstädte. Direkt am Heiligen Fluss gelegen, ist dieser Tempel auch der Ort der Totenehrung, genauer gesagt der Verbrennung: unmittelbar nach dem Tot eines geliebten Menschens, wir dieser hier her gebracht und in einer umfangreichen Prozedur mit diverse Ritualen zur Verbrennung vorbereitet. Die toten Körper werden in weiße und orangene Tücher gehüllt und im Feuer zu Asche verbrannt. Der Sohn oder Vater entzündet dieses Feuer. Die Asche wird im Anschluss in den Fluss gekehrt. Ein Spektakel, was wir von der anderen Seite des Flusses beobachten.
    Einige bestimmte Gruppen von Gläubigen streichen die Asche der Toten auf ihrem Körper (sie sehen dann ganz weiß aus), um dem Tot (Shiva) näher zu sein und ihn zu spüren.
    Am Abend, wenn es langsam dunkel wird, wird Arati, ein hinduistisches Ritual, im Tempel in Pashupatniath vollzogen. Kerzen werden angezündet und gemeinsam gesungen. Und wir mittendrin!!
    Dank Milan und seiner Freundin haben wir heute einen tiefen Einblick in die Nepal-Kultur erhalten. Was für ein toller Tag. Dhanyavad to Milan 🫶

    Der weitere Reiseplan steht fest: morgen Bhaktapur, dann weiter nach Phokara zu Holi und im Anschluss 8 Tage Trekking zum Annapurna Base Camp (ABC
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