Wettlkam ➡️ Bad Frankenhausen ➡️ Hamburg
May 19 in Germany ⋅ ☁️ 9 °C
Tag 36 - ein Tag auf der Straße mit vielen Kilometern und Gesprächen. Uns erstaunt wie groß Bayern ist und wie lange wir brauchen, um das Bundesland zu durchqueren. Wie so oft auf unserer Reise - und nun wohl zum letzten Mal vor unserer Rückkehr - tauschen wir uns über unser nächstes Ziel aus und hören uns dafür auch passende Podcasts und Musik an. Unser heutiges Thema ist der Deutsche Bauernkrieg von 1525 und wir lernen, warum er weder "deutsch", noch ausschließlich ein "Bauern"-Krieg und eigentlich auch kein "Krieg" gewesen ist. Wir hören, dass sich der Reformator Martin Luther ab einem gewissen Zeitpunkt auf die Seite der Obrigkeit stellte, sich sein Kollege Thomas Müntzer aber mit den Anliegen der Aufständischen solidarisierte und sogar mit ihnen ins Feld zog. Und wir sprechen darüber, ob Müntzer ein Sozialrevolutionär, ein Apokalyptiker oder beides gewesen ist.
Nachdem wir unsere Unterkunft bei Bad Frankenhausen bezogen haben, begehen wir unseren letzten Abend auf Reisen mit einem Essen beim lokalen griechischen Restaurant (wo es zu Björns großer Freude sogar vegetarischen Metaxaauflauf gab!). Satt und zufrieden gehen wir zu Bett, um für die finale Etappe ausgeschlafen zu sein.
🚙 496 km, 🚶🏻🚶🏼1 km
Tag 37 - unsere Letzte Nacht verlief ruhig und war erholsam. Nachdem wir wieder alles zusammengepackt haben, fahren wir nach Bad Frankenhausen zum Schlachtberg, einem Ausläufer vom Kyffhäusergebierge, wo am 15.05.1525, also vor fast genau 501 Jahren, eine entscheidende Schlacht zwischen Aufständischen und Truppen der Fürsten stattgefunden hatte. Hier wurden an jenem Tag 6000 Menschen, weit überwiegend aufständische Bauern, umgebracht und Thomas Müntzer gegangen genommen. Wenige Tage später ist auch er hingerichtet worden. Mehr als 400 Jahre später fasste man den Entschluss, mit einem großen Museum an dieses Ereignis zu erinnern und plante es als ein großes Bauernkriegs-Panorama, das 1987 schließlich eröffnet wurde. In einem eigens dafür errichteten Gebäude wird hier ein 14x123m großes Gemälde ausgestellt, das neben der Schlacht selbst noch mehr Themen des Umbruchs zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit, der menschlichen Natur und gesellschaftlicher Grundkonstanten darstellt, die auf die vier Jahreszeiten aufgeteilt sind. Etwa 1,5 Tonnen Farbe wurden für dieses Bild verwendet. Hauptverantwortlich war der Leipziger Maler Werner Tübke, der das Bild entwarf und mehr als die Hälfte allein realisierte. Bei unserem Besuch in der Rotunde, wo das Panoramabild gezeigt wird, waren wir schlicht und ergreifend geplättet von den gigantischen Ausmaßen des Bildes und den wimmelbildartigen vielen Figuren und Details des Gemäldes. Ein Audioguide half uns einige der rätselhaften Szenen und Symbole zu entschlüsseln, dennoch konnten wir das meiste, was wir zu Sehen bekamen nur bestaunen. Das Geheimnisvolle an dem Bauernkriegspanorama, aber natürlich auch die künstlerische Qualität und die handwerkliche Leistung überhaupt ein Bild dieser Dimensionen zu erstellen hat uns tief beeindruckt.
Von dort aus ging es für uns dann weiter Richtung Hamburg. Ohne größere Vorkommnisse und mit nur wenig stockendem Verkehr verlief unsere Heimfahrt ziemlich ruhig und entspannt. Empfangen wurden wir dann aber in Hamburg, wie könnte es anders sein, mit Schietwedder. Trotzdem machten wir uns, nachdem wir unser Gepäck in unseren Wohnungen abgelegt haben, noch einen schönen Abend im pakistanischen Restaurant in Ottensen und schließen damit unseren letzten Reisetag feierlich ab.
🚙 394 Km, 🚶🏼♂️🚶🏻♂️3 kmRead more













TravelerWillkommen zurück ! Schön, dass Ihr wieder da seid. Eure erlebnisreiche und intensive Reise ist nun zu Ende und wird Euch für immer in Erinnerung bleiben - mit all ihren Facetten. Ein tolles Erlebnis, für das sich jede Anstrengung und jeder Aufwand sicher gelohnt hat.