• Ein ganz besonderer Servicetag

    19 maja, Polska ⋅ ☀️ 17 °C

    Nach den wunderschönen Tagen in Breslau stand heute erstmal weniger Kultur und mehr Alltag auf dem Programm. Oder besser gesagt: Wellness für Mensch und Maschine.

    Bereits nach einer Stunde Fahrt hieß es erstmal „Break & Wash“. Diese Wasch- und Servicestationen findet man in Polen erstaunlich oft – meistens direkt an Tankstellen. Und ganz ehrlich: Für Reisende mit Wohnmobil sind diese Plätze Gold wert.

    Also wurde erstmal das volle Programm abgearbeitet. Während die Waschmaschinen fleißig rotierten, bekam Grisu frisches Wasser, saubere Scheiben und sogar eine kleine Innenraumreinigung inklusive Staubsaugerbehandlung. Nach zwei Stunden war alles wieder geschniegelt und gestriegelt. Frische Wäsche, voller Wassertank und ein sauberer Grisu.

    Danach ging es weiter Richtung Oppeln zum Mercedes Truck Service. Denn unser alter Feuerwehrmann hatte seit einiger Zeit ein verdächtiges Quietschen beim Lenken entwickelt. Und bei einem Fahrzeug namens Grisu denkt man bei seltsamen Geräuschen natürlich sofort: „Bitte nicht.“

    Doch schon bei der Ankunft wurden wir unglaublich freundlich empfangen. Kaum standen wir auf dem Hof, wurden wir erstmal auf einen Kaffee eingeladen. Während in manchen Werkstätten schon schlechte Stimmung aufkommt, wenn man nur fragt, wo die Toilette ist, fühlten wir uns hier sofort willkommen.

    Nachdem unsere Daten aufgenommen waren, ging alles erstaunlich schnell. Grisu stand schon in der Werkstatt und zwei Mechaniker machten sich direkt ans Werk. Gemeinsam kippten wir das Fahrerhaus – was jedes Mal aussieht, als würde sich ein kleiner LKW plötzlich in einen Transformer verwandeln – und die Mechaniker machten sich an den Keilriemenwechsel.

    Besonders schön war, wie begeistert die Mitarbeiter von unserem alten Schweizer Feuerwehrmann waren. Offenbar verirren sich normalerweise eher moderne Trucks in die Werkstatt. Grisu dagegen war so etwas wie der charmante Veteran unter den jungen Hüpfern. Einer der Mitarbeiter meinte sinngemäß, dass sie schon lange keinen so alten Herrn mehr in der Garage hatten. Und Grisu genoss die Aufmerksamkeit sichtlich.

    Zwar konnten leider nicht alle kleinen Problemchen vollständig gelöst werden, aber das Wichtigste: Wir können beruhigt weiterreisen. Nach etwa zwei Stunden, einigen netten Gesprächen und einer Portion Werkstattromantik rollten wir schließlich wieder vom Hof.

    Zwar deutlich später als ursprünglich geplant, aber dafür mit deutlich entspannterem Gefühl.

    Jetzt stehen wir direkt am Schlosspark vom Schloss Moschen und lassen den Abend gemütlich ausklingen. Und wenn Grisu heute Nacht nicht mehr quietscht, schläft vermutlich nicht nur er besser.
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