• Inselhüpfen mit Grisu

    June 15 in Estonia ⋅ 🌧 15 °C

    Gestern machten wir uns auf den Weg zu einem weiteren Highlight unserer Baltikumreise: der estnischen Inselwelt.

    Nach einer kurzen Fährüberfahrt erreichten wir zunächst die Insel Muhu. Die kleine Schwester von Saaremaa ist bekannt für ihre ursprüngliche Landschaft, traditionelle Bauernhöfe und die vielen Wacholderbüsche, die hier überall wachsen. Eigentlich ein perfekter Ort, um die Seele baumeln zu lassen.

    Andrea hatte auch direkt einen wunderschönen Stellplatz am Meer gefunden. Der Blick war traumhaft, die Umgebung herrlich ruhig und eigentlich fehlte nur noch die Sonne. Leider hatte das Wetter erneut andere Pläne. Kaum angekommen, öffnete der Himmel seine Schleusen und schickte uns in den ungeplanten Schlechtwettermodus.

    Während draußen die Regentropfen ihre tägliche Vorstellung gaben, konnte ich die Zeit immerhin sinnvoll zum Arbeiten nutzen. Man muss die Vorteile eines Regentages schließlich auch sehen.

    Heute Morgen ging es dann weiter nach Saaremaa, der größten Insel Estlands. Muhu und Saaremaa sind durch den berühmten Väinatamm miteinander verbunden. Der etwa 3,5 Kilometer lange Damm wurde bereits 1896/97 gebaut und war damals ein echtes Meisterwerk. Vor seiner Errichtung gelangte man nur per Boot oder im Winter über das Eis von einer Insel zur anderen. Heute fährt man ganz entspannt darüber hinweg und denkt kaum darüber nach, wie aufwendig das früher gewesen sein muss.

    Unser erstes Ziel auf Saaremaa war Kuressaare, die einzige Stadt der Insel. Die Stadt liegt direkt an der Ostsee und gilt als kulturelles Zentrum der Insel. Mit ihren historischen Gebäuden, den gepflegten Parks und der berühmten Bischofsburg zählt sie zu den schönsten Orten Estlands.

    Doch bevor wir uns den Sehenswürdigkeiten widmen konnten, stand zunächst eine der wichtigsten Aufgaben eines jeden Campers an: Wasser tanken.

    Nach erfolgreicher Mission und gefülltem Tank kehrten wir direkt nebenan in die historische Saaremaa Veski Windmühle ein. Bei einem Bier und einem Cappuccino genossen wir das gemütliche Ambiente der alten Mühle und den liebevoll angelegten Garten. Genau die richtige Mischung aus Entspannung und Belohnung nach erfolgreicher Wasserversorgung.

    Anschließend folgte die nächste Lieblingsbeschäftigung vieler Reisender: Einkaufen. Schließlich verschwinden Lebensmittel im Wohnmobil auf mysteriöse Weise oft schneller als Diesel.

    Nachdem alle Pflichten erfüllt waren, steuerten wir unseren Stellplatz im Jachthafen Roomassaare an. Der kleine Hafen liegt etwas außerhalb von Kuressaare und bietet einen schönen Blick aufs Wasser.

    Der Plan war eigentlich perfekt: Fahrräder abladen, in die Stadt fahren und Kuressaare erkunden.

    Doch das Wetter hatte offenbar Zugriff auf unsere Reiseplanung.

    Kaum standen wir, setzte erneut Regen ein. Nicht ein paar Tropfen. Nicht ein kurzer Schauer. Sondern die bewährte baltische Premiumversion.

    Also wurde der Nachmittag kurzerhand auf Couching umgestellt. Auch das gehört schließlich zum Camperleben.

    Am Abend zeigte der Himmel dann doch noch etwas Gnade. Ich schnappte mir das Fahrrad und machte eine kleine Erkundungstour durch die Stadt. Dabei fand ich einen idealen Parkplatz direkt am Stadion, nur wenige Schritte von der berühmten Burg entfernt.

    Morgen werden wir deshalb unseren Standort wechseln und Kuressaare in aller Ruhe erkunden.

    Bleibt nur zu hoffen, dass der Wettergott diesmal nicht schon wieder andere Pläne hat. Wobei wir langsam den Verdacht haben, dass er heimlich mit uns reist und sich prächtig amüsiert.
    Read more