• Heute vor einem Jahr

    April 8 in Japan ⋅ ☀️ 18 °C

    Ich habe gut geschlafen und war um 9 Uhr beim Frühstück. Das Frühstück ist überschaubar, aber Preis-Leistung stimmt. Mal sehen, ob es jeden Tag das Gleiche ist.
    Beim Frühstück habe ich Maurice kennengelernt, einen Deutschen, der sich im sechsten Monat seines Sabbatjahres befindet. Wir haben uns lange unterhalten und erst gegen 11 Uhr das Hotel getrennt verlassen.
    Ganz klischeehaft ging es für mich zuerst zur Shibuya-Kreuzung, der größten Fußgängerkreuzung der Welt, mit zum Teil bis zu 2500 Überquerungen in einer Ampelphase. Direkt dort steht auch die Hachiko-Statue, die einen Hund ehrt, der selbst nach dem plötzlichen Tod seines Besitzers noch neun Jahre lang täglich dort auf ihn gewartet hat. Zufälligerweise war heute „Hachiko Day“, und die Statue wurde mit Blumen geehrt.
    Nach ein wenig Klamotten schauen und etwas Streetfood ging es für mich weiter zum Meiji-Schrein, dem wohl bedeutendsten Schrein hier in Tokio. Anschließend bin ich Richtung Midtown Tokio gelaufen, einer eher wohlhabenden Gegend, die mir mit ihren teuren Boutiquen und Restaurants allerdings nicht besonders gefallen hat.
    Etwa 20 Minuten weiter zu Fuß wurde ich dann im schönen Stadtteil Roppongi doch noch glücklich: Tokio Tower und der Zojo-ji-Tempel haben das wieder rausgeholt. Danach bin ich zurück ins Hotel, um mich für eine Stunde hinzulegen und bis zum Sonnenuntergang auszuruhen.
    Gegen 20 Uhr machte ich mich auf den Weg zu einem Geheimtipp: ein Hotelkomplex mit einem Garten in der Mitte, der dank Nebelmaschinen und Licht ein fantastisches Bild erzeugen soll. Ich wurde nicht enttäuscht und habe mich wirklich darüber gefreut. Witzigerweise traf ich dort wieder Maurice – ich hatte ihm den Tipp auch gegeben. Wir waren die einzigen, die keine Hotelgäste waren. 400 € pro Nacht, meinte er – nichts für uns Backpacker.
    Auf dem Rückweg haben wir uns noch etwas bei Lawson geholt.

    Heute ist ein besonderer Tag für mich. Vor einem Jahr hätte ich nicht erwartet, wo ich heute stehen würde – und schon gar nicht, dass ich in Tokio auf der Reise meines Lebens sein würde. Aber ich weiß noch genau, wo ich damals war: in Frankreich, in Saint-Jean-Pied-de-Port, auf dem Weg nach Santiago de Compostela, einer Reise die mein Leben verändern wird.

    Buen Camino
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