• Vom Poltergeist, steilen Anstiegen und einem

    August 23 in Germany ⋅ 🌙 15 °C

    Dass ich die Nacht allein in der Halfwaypointhütte sein werde, war ein Irrtum. Am Abend fing jemand an zu poltern und rascheln, zu Gesicht bekam ich diesen Geist jedoch nicht. Erst als ich gegen 5:20 Uhr aufwachte, schaute mich ein possierliches Nagetier vom Dachbalken aus an. Lt. Google dürfte es sich um einen Siebenschläfer gehandelt haben.
    Ich packte meine Sachen und stiefelte los, da ich aufgrund verschiedener Erwägungen eine längere Etappe machen wollte. Ich kam ganz gut voran und kurz nach 15 Uhr erreichte ich Blankenberg, wo ich mich im Café Alte Schule mit einer vernünftigen Mahlzeit stärken wollte. Hat leider nicht geklappt: der Koch hat zwischen 15 Uhr und 18 Uhr Pause. So bestellte ich Käsekuchen und Kaffee und bekam Apfelkuchen serviert.
    Ein Stück hinter Blankenberg ging's steil den Berg hinauf zu einem Gleitschirmplatz mit einer wunderbaren Aussicht auf Bülgenauel. Dann wieder steil den Berg herunter, um gegen 18 Uhr nach Bröl zur örtlichen Pizzeria abzubiegen. Die Pizza war genießbar, was mich jedoch stutzig machte, war, dass ich für eine dreiviertel Stunde der einzige Gast war, und das zur besten Geschäftszeit! Ich habe sicherheitshalber nicht weiter nachgeforscht und mich auf den weiteren Weg gemacht. Vorbei an Muschmühle und Weingartsgasse wurde es immer dunkler, bis ich dann schließlich gegen 21:30 Uhr die Schutzhütte bei Kaldauen erreichte. Ein Blick auf den Tacho ergaben 42,5 km! Knapp mehr als ein Marathon! Über die Schutzhütte decke ich den Mantel des Schweigens, sie ist in der Tat nicht wirklich zu empfehlen.
    Die nächste Etappe geht dann bis zum Faveuxhäuschen bei Bonn und ist zugleich die letzte in diesem Jahr.
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