Hilfe! … wo sind unsere Sachen?
January 29 in New Zealand ⋅ ☀️ 17 °C
Donnerstag, 29.01.
70 km,1000hm
Von Whanganui nach Vinegar hill Campground, 6 $\person
Vom Central Hotel in Whanganui ging es heute nach ein paar Mißverständnissen mit dem Personal los. Wir waren zu spät dran, wollten eigentlich um 7h unsere Räder aus der Garage abholen und als ich um 7h 13 zur Rezeption kam, lag da ein Zettel, daß wir zu spät wären und sie erst um 8 h wieder da wären.
So ging ich inzwischen zu Fuß noch zum Woolworth, um unsere Vorräte aufzustocken.
Als ich zurückkam, herrschte gespannte Stimmung zwischen der Rezeptionistin, einer sehr korpulenten Maori und meinem Alex.
Wir waren froh, als wir dann endlich unsere Räder gepackt hatten und losfuhren. Es ging über die Brücke und dann gleich in einen ca. 66 m langen beleuchteten Tunnel, an dessen Ende ein Lift auf uns wartete. Dieser Aufzug wurde von einem Mann bedient, der uns in die Kabine einwies und uns beim Hinauffahren erzählte, dass dieser Lift schon 150 Jahre alt sei, und so hörte er sich mit seinem lauten Gerumpel auch an.
Wir waren nun doppelt froh, wir hatten uns das anstrengende Hinauffahren mit unseren schwer bepackten Räder gespart und waren doch sicher oben auf der Hügelspitze angekommen und konnten noch einen schönen Blick auf Whanganui in der Morgensonne werfen.
Dann ging es auf der hügeligen Asphaltstraße einen Hügel Grat entlang. Unser Frühstück nahmen wir diesmal wieder direkt auf einem Wiesenstreifen neben einem Busch auf der Straße ein.
Danach war unsere Weiterfahrt geprägt von vielen grünen Hügeln mit weißen Schafen. Für unser Mittagessen wählten wir eine Einfahrt auf eine Weide. Das Tor war zurückgesetzt von der Straße und so war es für uns um einiges angenehmer.
Viele steile Anstiege hatten wir auf unserer Fahrt zu bewältigen. In Hunterville füllten wir auf einer Tankstelle unsere Trinkvorräte auf, das sind 3 Stück 1,5 Liter Flaschen, die Alex an der Sattelstütze mit Karabinern über seinem Rucksack mit sich führt.
Der einzige Lebensmittelmarkt war gleich angeschlossen an eine Tankstelle. Dort kauften sie nochmals Frühstück und Abendessen ein.
Nun fuhren wir bergab zu unserem kostenfreien Campingplatz, welcher an einer Flussschlinge lag. Es gab dort sogar Duschen und Toiletten.
Während wir nun unser Zelt aufstellten, hatte Alex noch schnell in der letzten Abendsonne unsere mobile Solaranlage ausgelegt und unsere beiden Handys zum Laden unter die Solartasche gelegt.
Als wir fertig waren, blickte ich kurz zu unserer Solaranlage, konnte sie aber nicht mehr sehen. Ich sprang auf, lief auf den ca. 70 m entfernten Platz zu und konnte es einfach nicht fassen! Alles war weg! Da war nur eine leere Wiese.
Ich rannte zurück und erzählte es Alex. Dieser war irgendwie blockiert und starrte mich bestürzt an.
Ich riss die Packtaschen von meinem Rad und fuhr die Gegend ab. Zuerst die jungen Leute gleich links von uns , die gerade dabei waren, ein Lagerfeuer zu entzünden. Sie hatten niemanden gesehen. Dann fuhr ich zu den nächsten, eine Frau , ca.50 und ein ca. 70 jähriger Hippie mit langem Haar und Bart in bunten Hosen. Auch sie hätten niemanden gesehen.
Ich fuhr in entgegengesetzter Richtung weiter und klapperte dort die Vans und Zelte ab. Nichts!
Da kam ein Mann mit weißem Bart und rotem Tshirt auf mich zu, er war vorher kurz bei uns gewesen, als wir am Zelt Aufstellen waren und hatte uns gefragt, wie lange wir bleiben wollten und ob wir morgen zu seinem Lagerfeuer BBQ kommen wollten. Wir hatten verneint, da wir ja nur diese eine Nacht hier bleiben wollten.
Auch Alex war inzwischen mit seinem Tablet in der Hand zu uns gestoßen.
Ich hatte inzwischen herausbekommen, dass dieser Typ unser mobiles Solar für "Rubish"= Müll gehalten hatte und es an sich genommen hatte.
Wir trotteten nun dankbar zu dritt an unserem Zeltplatz vorbei in Richtung seines Zeltes. Machten Small-Talk und keiner von uns beiden wagte auch nur irgendetwas Negatives zu sagen.
Wir hatten nun sein Zelt erreicht, die beiden anderen, bei denen ich ja vorher auch schon gefragt hatte, blickten wieder komisch auf, als nun der Typ mit dem langen Bart aus dem Kofferraum seines roten Cabrios unser Solar und unsere Handys samt Kabel, alles säuberlich zusammengelegt herausnahm.
Ich implodierte innerlich! Wir sagten mindestens 3 x Danke und machten uns auf den Weg zurück zu unserem Zelt.
Am liebsten wäre ich nochmals zurückgegangen und hätte ihn einen Idiot und einen Lügner geschimpft.
Die Situtation war so surreal, dass wir danach noch öfter über das eigenartige Verhalten dieses bärtigen Typen gesprochen haben.
Nun gut, es war uns aber auch eine Lehre. Niemals wieder würden wir unser Solar so weit weg von uns in die Sonne legen.
Zu müde und erschöpft, ausgepowert von dem Erlebnis, schliefen wir erst spät in unserem Zelt ein.Read more















