• Hart,härter am härtesten?

    February 9 in New Zealand ⋅ ☀️ 19 °C

    Montag,09.02.2026
    Plorus Bridge Campsite bis Maitai Valley Motor Camp kurz vor Nelson
    38 km, 1321 hm

    Es war noch dunkel und alle anderen schliefen noch hier auf der Campsite. Wir packten unser Zelt und unsere Drahtesel zusammen und tankten beim Office nochmals Trinkwasser nach und machten uns auf den Weg.
    Gleich nach der Brücke bogen wir auf ein kleine Asphaltstraße ein. Ungefähr an 4 Farmen fuhren wir noch vorbei, da war die Asphaltstraße schon eine Schotterstraße geworden. 2 Autos mit Mutter und Schulkindern düsten an uns vorbei und ließen uns ein wenig Staub schlucken. Die sind es einfach gewohnt, da rasch Richtung Hauptstraße und zum Schulbus frühmorgens zu preschen.
    Es ging immer etwas bergauf. Wir durchfuhren schattige 2-spurige Wege im dunklen grünen Wald. Und hier plötzlich bemerkte ich, daß mein Hinterreifen einen Platten hatte. Ich stieg sofort ab, stellte den Flugmodus aus, und bemerkte daß hier im Teil kein Netz zu finden war.
    So entpackte ich das Rad, und drehte es auf den Sattel, und montierte das Hinterrad ab.
    In meiner Satteltasche sollten eigentlich Reifenheber drinnen sein. Waren sie leider nicht.
    Immer wieder rief ich unseren “He lop lop - Ruf”, den übrigens mein Papa erfunden hat, verzweifelt Richtung Anstieg. Nach ca. 15 Minuten wurden meine Rufe endlich erwidert und Alex kam zu Fuß, ohne Rad um die Biegung, als ich gerade dabei war mit dem Stiel der Gabel den Reifen aus der Felge zu heben. Alex war sofort da, und fand die Gabel richtig klasse. Schnell hatten wir einen geflickten Schlauch neu eingezogen, das Hinterrad wieder montiert und den Reifen aufgepumpt. Nach so einem Vorfall bin ich immer sehr achtsam, und habe schon Angst vor dem nächsten Platten. Dann konnte es endlich wieder weitergehen. Später kamen immer mehr und größere Brocken an Steinen hinzu, und die Straße wurde steiler und steiler. Viele Teile der Strecke haben wir geschoben, weil sie für uns einfach unfahrbar waren.
    Wir mühten uns ca. 4,5 h bis zum Sattel hinauf, machten eine Frühstückspause und eine Mittagspause direkt im Schatten am Wegesrand. Als wir gerade beim Mittagessen saßen kam ein australisches Pärchen aus Tasmanien vorbei,Hugh und Elizabeth. Elizabeth hatte auf dem Weg meine blaue Rucksackhülle und meinen kleinen roten Rucksack aus meiner Seitentasche meines großen grünen Rucksackes verloren. Mein buntes Taschentuch mit den Blumen, das ich ebenfalls verloren habe, hat sie zwar gesehen, aber nicht mitgenommen. Die beiden waren mit Mountainbike-Klapprädern mit dicken Reifen und mit sehr wenig Gepäck unterwegs. In Nelson wollten sie Station machen, da Elizabeth sich etwas verkühlt hatte.
    Wir tratschten sicherlich 45 Minuten miteinander, tauschten Telefonnummern aus und ich war Elizabeth total dankbar, daß sie all meine Sachen aufgeklaubt hatte.
    So vereinbarten wir ein Wiedersehen, wo auch immer daß sein würde.
    Die beiden waren wirklich total nett.

    Wir hatten nun die Abfahrt noch vor uns, genauso steil mit vielen Furchen und Steinen ging es auch bergab. Unsere Hinterradbremsen haben wir eigentlich immer betätigt.
    Immer wieder gab es auch noch kleine giftige Anstiege zum Schieben. Die Kraft ging uns schön langsam aus, wir schoben mit Unterarmen auf dem Lenker aufgelegt, die Schuhe in den staubigen,losen,steinigen Boden gerammt, um die Anstiege mit unseren schwer bepackten Rädern bewältigen zu können.
    Die Abfahrt war ebenso tricky! Die Steine spritzen unter den Reifen nur so weg, und das schwer beladenen Hinterteil schob und schlingerte die Straße hinunter. Manchmal konnte ich direkt spüren wie die Felge einen Stein durch den Schlauch drückte.
    Doch ich hatte Glück und keinen Platten mehr. Am letzten oberen Sattel beratschlagten wir unser weiteres Vorgehen, denn es war schon 19:30 h und ein paar Kilometer weiter unten fanden wir auf unserer Google Maps Karte noch einen Campingplatz.
    Vollkommen ausgepowert, müde, angespannt von der schweren Abfahrt, erreichten wir den Maitai Motor Campground.
    Wir waren so froh endlich angekommen zu sein. Nach einem schwierigen Anmeldungsprozess im Internet hatten wir unseren Zeltplatz online gebucht und auch eine Zahlungsform neu eingerichtet. Mit der Magnetkarte aus dem Office konnten wir uns heiß Duschen und noch schnell unsere verschwitzten Radelsachen in die Waschmaschine stopfen. Alex brachte die naße Wäsche mit, da der Trockner leider außer Betrieb war. Wir hängten sie also auf unsere Wäscheleine zwischen den Bäumen auf.
    Das Zelt habe ich inzwischen sogar schon alleine aufgestellt. Tja, ich lerne dazu.
    Während Alex schnell ins Träumeland abtauchte, quälten mich Kopfschmerzen von der immensen Anstrengung, ich nahm dann auch mitten in der Nacht noch ein Ibuprofen um dem Schmerz abzustoppen. Als es dann nach Mitternacht noch zu regnen begann, schlupfte ich aus dem Zelt und nahm die Wäsche ab und verstaute sie unter unserer Zeltplane.
    Mehr recht als schlecht versuchte ich danach wieder einzuschlafen.
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