Nach Reefton zum Ausruhen
15 Februari, New Zealand ⋅ ⛅ 12 °C
Sonntag,15.02.2026
61 km,579 hm
von Sandbank Maruia Bridge bis Reefton
Frühmorgens, noch vor 5h standen wir auf. Es war noch immer windig und relativ kalt.
Alex grüner Tee wärmte uns da immer von innen. Wir brachen unser Zelt ab und waren kurze Zeit später auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel.
Es ging heute ziemlich lange einfach fast ohne Steigung dahin. Da wir zu Beginn ganz schönen Gegenwind hatten, fuhren wir hinter einander. Ich durfte im Windschatten von Alex fahren, hatte jedoch Schwierigkeiten, nah an ihm dranzubleiben.
Bald waren wir auch schon ziemlich hungrig und wir suchten uns einen windgeschützten Platz. Eine schon etwas desolate Scheune, unmittelbar vor Spring Junction,die von der Straße her durch ein offenes Gatter zu befahren war, bot sich an. So frühstückten wir unser Porridge ohne vom Wind durchgeblasen zu werden, und bekamen dort sogar Besuch von einer Ralle, einem Vogel ohne Flügel, der eigentlich ein wenig aussah wie ein großes Huhn.
Gut gestärkt konnten wir also den nächsten Berg angehen. Wir fuhren also die Asphaltstraße hinauf, der Verkehr war annehmbar, und die Fahrer passten eigentlich sehr auf uns auf, ließen genug Abstand beim Vorbeifahren.
So schafften wir es mit 2-3 kurzen Pausen, den Berg ohne Schieben durchzufahren. Wir erreichten den Rahu-Sattel gegen 11h30 und dann ging es einfach nur noch bergab. Immer mit viel Schwung und Treten im schweren Gang konnten wir kleine Gegenanstiege gut meistern.
Da ich beim Runterfahren immer die Schnellere von uns beiden bin, nutzte ich die Wartepause auf Alex, um auf Instagram die Ergebnisse der Zeller Eisbären anzusehen.
Mein Sohn Leon spielt ja dort professionelles Eishockey in der Verteidigung.
Und welch eine Freude, ich schrie mitten auf der Straße und brach in Jubel aus. Sie waren österreichischer Meister geworden vor ca. 5 Stunden. Als Alex mich dann erreicht und ich ihm die tolle Nachricht gleich mitteilte, konnte er meine Freude gleich teilen.
So fuhr ich mit einem Grinsen im Gesicht die letzten Kilometer bis Reefton. Stolz auf meinen Sohn, und stolz auf uns, dass wir die Berge der Südinsel Neuseelands mental und körperlich so gut nehmen konnten.
Hier, in dem kleinen Städtchen Reefton, in dem Alex gestern noch mit Hilfe unseres Starlinks online eine Cabin auf dem Motor Camp in Reefton gebucht hatte, wollten wir mindestens 2 Nächte uns in einem weichen Bett gönnen.
Reefton war zu Beginn ein kleines Goldgräber-Städtchen, und wurde als erstes Städtchen elektrifiziert. Es sah ein wenig aus wie eine kleine Stadt im Wilden Westen.
Wir fuhren als erstes in den einzigen Bikeshop wegen meines kaputten Mantels und meinem Achter im Hinterrad. Sie würde im Lager nachsehen und mich anrufen. Dann kauften wir noch ein, für unser Mittagessen, um wenig später in der großen Campsite Küche unsere Gnocci mit Salat zuzubereiten.
Nach dem Bezug unserer Cabin chillten wir im Bett, und Alex, der entdeckt hatte, dass seine Achillessehne am linken Fuss richtig angeschwollen war, begann mit der Eisbehandlung seiner Entzündung.
Wir buchten gleich noch eine Nacht mehr, damit sich sein Fuß erholen konnte.
Nachmittags ging ich dann den neuen Reifenmantel samt meinem reparierten Rad holen. Ein Glück, dass sie einen passenden Mantel für uns auf Lager hatten. Wir haben sogar im ca. 60 km entfernten größeren Greymouth bei 2 Bikeshops angerufen, ob etwas passenderes zu finden wäre. Leider nicht. Somit war dieser Reifen die beste Option für uns.
Wir chillten, schrieben, lasen und redeten viel über kommende,angedachte Projekte. Auch ein total nettes und informatives Telefonat mit Angie und Andrew, unseren beiden Deutschen, die mit uns das Flatrack von Kuala Lumpur nach Borneo geteilt hatten,haben wir geführt.
Sie müssen am 22. März 2026 den Rückflug nach Deutschland antreten. Die Überschiffung ihres Bullis ist im Laufen und soll ca.€ 7000,-- kosten. Weniger als von Dili nach Darwin! und soll ca. 4-6 Wochen dauern. Sie haben uns auch noch viele Informationen über die Westküste Australiens gegeben, und wir waren glücklich, sie zu hören und zu sehen, obwohl sie mit sehr viel Wehmut Australien verlassen werden. Sie überlegen sogar, hierher auszuwandern. Das klang sehr spannend und interessant.
Wir können diese Emotion nicht ganz teilen, dafür lieben wir Österreich und unsere Familien viel zu sehr, und können sich diese Option für uns überhaupt nicht vorstellen.
So ist es total linteressant, diese anderen Perspektiven und Lebensmodelle unserer Reisebekanntschaften auf uns wirken zu lassen, einfach um auch nur zu fühlen, wo das eigene Herz steht.
Wir werden also erst am Donnerstag,den 19. Februar erst wieder unsere Radtour weiter fortsetzten.
Bis dahin, schlafen, ruhen, essen und auskurieren.Baca lagi



















