• …letzter Anstieg!

    Feb 24–26 in New Zealand ⋅ ⛅ 17 °C

    Dienstag, 24.02.2026 bis Donnerstag früh, 26.02.2026
    von der Wiese am Omoera River bis nach Fox Town.

    16,4 km, 357 hm

    Wir wachten gut erholt auf. Der Regen hatte um 6h aufgehört und jetzt, nach dem Zusammenpacken des noch nassen Zeltes, standen wir wieder auf der Straße.
    Heute würde es nur einen einzigen schweren Anstieg geben und dann endlich Ruhepause, Ausspannen, Erholen.
    Sofort nach der Haarnadelkurve schlängelte sich die asphaltierte Passstraße hinauf auf den Cook Saddle auf 411 hm. Die Serpentinen zählte ich nicht. Wir kletterten mit unseren Rädern Meter um Meter im Sitzen hinauf. Meine Oberschenkel brannten. Alex wartete nach einer Weile immer auf mich. Er hatte unseren Anstieg mit vielen Pausen versehen, zum Trinken, zum Achillessehne dehnen und zum Kräfte sammeln. Allein das Anfahren in die steile Straße war eine emotionale Achterbahnfahrt für mich. Jedesmal fuhr ich dabei bis in die Mitte der Straße, da es weniger steil war und kämpfte mich dann wieder an den steilen linken Straßenrand zurück. Einmal mußte ich ein sehr steiles Stück schieben und einmal blieb ich mit dem Clip im Pedal verbunden und konnte meinen Schuh nicht mehr lösen. Ich fiel wie ein Sack nach rechts in die Straße. Gott sei Dank kam kein Fahrzeug. Mein Ellenbogen war ein wenig aufgeschunden, aber sonst tat nichts weh.
    Alex verordnete nach einer kurzen Untersuchung meines Armes uns die Frühstückspause.
    In der Serpentinenkurve war eine Wiese, auf der wir unsere Plane auslegten und genüßlich unser Porridge mampften. Mit Ahornsirup,Mandeln, Erdnußbutter und Früchten.
    Wir aßen heute aber nur die Hälfte der Portion, denn noch hatten wir den Anstieg nicht hinter uns. Und mit vollem Magen würde uns daß auch nicht guttun.
    Gestärkt bestiegen wir unsere Tourenräder und dann gings mit viel heißer Musik wieder bergauf.
    Und es war mir gar nicht bewußt und kam mir nicht so lang vor, da stand Alex und sagte, “wir haben es geschafft”! Wow, wir standen am Cook Saddle oben und von nun an ging es nur mehr bergab bis nach Fox Township.
    Hier heroben genossen wir noch unsere 2. Hälfte unseres Frühstücks, zogen uns noch eine zusätzliche Jacke über und dann ging es auf der Straße bergab. Auf dieser Seite des Berges ging das vorherig uns begleitende zarte Nebelreißen in stärkeren Nieselregen über und deshalb ging ich jede Kurve vorsichtig und kontrolliert an. So rollte ich ohne Kraftaufwand die ca. 8 km bis nach Township. Mit Alex hatte ich vereinbart, das wir uns im One Stop Store treffen würden, denn ich war wie immer viel schneller bergab unterwegs als mein Schatz.
    Beim Store angekommen traf ich noch den jungen Simon aus Irland, er hatte in Hokitika seinen Rahmen schweißen lassen müssen, und war schon auf dem Sprung. Ich verabschiedete ihn und ging in den Store einkaufen.
    Wir würden 2 Abendessen und 1 Frühstück in unserer Unterkunft selbst kochen. Bald kam auch Alex bei der Türe herein und wir erledigten die letzten Punkte unseres Einkaufszettels zusammen.
    Bis zu unserem Hotel hatten wir noch 2,6 km zu fahren, schwer bepackt mit Essensvorräte.
    Wir bezogen unser Zimmer, nahmen eine heiße Dusche und da die Waschmaschine im Haus anscheinend nicht funkitionierte, wuschen wir alles mit der Hand und hängten es im großen Badezimmer auf unsere befestigten Leinen auf.
    Man konnte unter den naßen Wäschestücken gerade noch aufs Klo gehen. Die Wärmelampe, die in der Decke eingebaut war, erfüllte ihren Dienst sehr gut. Sie würde unsere Wäsche mittrocknen.
    Nun endlich konnten wir chillen. Ich schaute gleich zu meinen 2 Lieblings-Eishockey Clubs hinein, wie sie im Ranking weitergekommen waren. Pflicht für die Eishockey-Mama.
    Bei den Bregenzer Wäldern stand das alles entscheidende Spiel noch aus. Entweder das Match wird gewonnen oder man geht in die Sommerpause.
    Bei den Zeller Eisbären gings momentan die Siegerstraße steil hinauf, diese mussten sich noch in mehreren Kämpfen beweisen. Also würden die nächsten Tage spannend werden.
    Wir beide konnten noch kurz vor dem zu Bett gehen einen Blick auf die höchsten Berge der nächsten Umgebung werfen.
    Angestrahlte weiße Berggipfel in der Abendsonne. Glücklich es bis hierher so gut geschafft zu haben und diese Gipfel nicht bezwingen zu müssen, schliefen wir heute im weichen Bett besonders schnell ein.
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