Privatsphäre?
February 27 in New Zealand ⋅ ☀️ 13 °C
Freitag, 27.02.2026
81km, 640hm
Campesite Lake Paringa zum wild campen am Haast River/Haast Pass Highway
Die Nacht auf der Recreation Area war alles andere als leise. Musik, ein paar Leute redeten und lachten laut bis Mitternacht. Ich stand sogar einmal auf, um mit den Typen zu reden und sie bitten, die Musik abzustellen. Aber das war nicht das einzige, denn mitten in der Nacht suchten uns auch Keaˋs heim, das sind Bergpapageien die sehr intelligent und auch sehr frech sind, sie stehlen und machen Sachen kaputt mit ihrem Schnabel.
Leider musste mein weicher Sattel daran glauben, in der Früh entdeckte ich vier tiefe Löcher die sie in die weiche Sitzfläche hineingepeckt hatten.
Das einzig positive war, dass es nicht mehr regnete und das war eigentlich nur herrlich, nicht mehr mit diesen vielen Regensachen angezogen zu sein und sich besser bewegen zu können, war richtig befreiend. Wir frühstückten direkt an der Asphaltstraße,die Sonne wärmte uns und wir hängten die letzten nassen Sachen auf der Gummiwurst zum Trocknen auf. Dann ging es weiter, immer die Straße hoch, bergauf viele viele Höhenmeter. Alex immer voran, denn er ist ja unsere Berg-Kletter-Ziege.
Vor Haast erreichten wir wieder das Meer, und von der Bergstraße hatten wir wunderbare Ausblicke auf den türkisen Ozean.
Bevor wir Haast erreichten, wollten wir noch unsere Mittagspause machen. Da da sich nichts anbot, kamen wir zu dem Schluss, bei einer Abfahrt in eine Kiesgrube zu einem Grasstreifen zu fahren. Als wir gerade mit dem Essen fertig waren und alles weggeräumt hatten, und ich mich gerade noch schnell hingehockt hatte, um Pippi zu machen, kam ein Pickup heruntergefahren und regte sich dermaßen auf, dass dies nicht erlaubt ist, ich eine Private Property beschmutzte und wir von dort abziehen sollten. Alex war ganz cool und sehr entschuldigend, ich sagte fast nichts außer diesen einen Satz: “Ich hab eh nur Pippi gemacht.” Er entgegnete jedoch, dass es nicht mein Recht sei, auf privatem Eigentum sein Geschäft zu verrichten. Ich sagte nun nichts mehr und Alex versuchte die Sache irgendwie wieder gerade zu biegen und entschuldigte sich mehrmals. Er meinte auch direkt in Haast würde es eine öffentliche Toilette geben. Gut, die war noch 5 km weit entfernt, das hätte ich sowieso nicht geschafft.
Ich fühlte mich jedoch überhaupt nicht gut. Er war ja mit seinem Auto so nah heruntergefahren, als ich noch meine Hose unten hatte, er hatte also damit in meine innerste Privatsphäre verletzt. Danach war ich noch ziemlich verstört und machte mir viele Gedanken.
In Haast gingen wir in den kleinen Supermarkt einkaufen, die Auswahl war sehr gering, aber es gab ein bisschen Obst und Gemüse und das würde für die nächsten zwei Tage genügen..
Bei einem Food Truck aßen wir in hast noch Eis und einen Kaffee, und dann wollten wir noch 20-30 km weiter Richtung Haast Pass fahren.
So gestärkt und etwas besser drauf,fuhren wir in das Flusstal hinein, in das die Sonne ihre letzten Strahlen hinein schickte. Es wurde nun schon langsam Zeit, dass wir einen Schlafplatz finden würden. Nach 2-3 nicht so geeigneten Plätzen,fand sich ein Eingang im Zaun den ich beim Vorbeifahren entdeckte. Die letzten 20 Kilometer war der ganze Fluss von der Straße her eingezäunt gewesen.
Vorsichtig öffnete Alex diese Zauntür und wir schlüpfen auf die dahinter liegende Wiese mit einem Abgang zum Fluss. Von hier konnte man uns von der Straße her nicht mehr ausmachen. Während Alex unser Innenzelt aufgestellte, pflückte ich schnell noch ein Schüsselchen Brombeeren für unser Frühstück. Auch hier gab es wieder viele Sandfliegen,die, nachdem wir uns mit dem Mittel eingesprüht hatten, uns mehr oder weniger in Ruhe ließen. Eine Challenge ist es immer, in unser Innenzelt zu kraxeln, ohne zu viele Stechmücken dann darin zu haben. Diese müssen wir dann immer erschlagen, damit wir in Ruhe schlafen gehen können. Die vielen Steigungen und das Erlebnis in der Kiesgrube haben uns heute müde gemacht. Aber unser Platz fast direkt oberhalb des Flusses war versteckt und so wunderschön und hier fühlten wir uns sicher und geborgen.
In diese Privatsphäre würde heute niemand mehr eindringen können.Wir würden hier sicher gut schlafen.Read more

















