Bay of Fundy + böse Überraschung an der Grenze U
October 7 in Canada
🌙 8 °C
Mittwoch, 07.10.2026
187 km
Unser Tag begann noch in der dunklen,sternenklaren Nacht am kleinen See im kanadischen Indian Summer.
Die Sterne funkelten am Himmel, als wir mit unserem Yoga anfingen. Nach einer Stunde verblaßten die funkelnden Punkte und machten einem klaren hellblauen Himmel Platz.
Wir richteten noch unser Frühstück her, Gemüseplatte mit Natto und ein köstliches Porridge für jeden von uns.
Wir aßen wieder während der Fahrt, und kamen pünktlich um 10h im Hafen von Digby an. Das Ticket hatte Alex per Telefon gebucht und einmal von der Abendfähre um 17:30 auf die Vormittagsfähre um 11h nochmals umgebucht. Pünktlich konnten wir auf die Fähre auffahren, fanden einen Platz vorne in der Lounge am Bug des Schiffes.
Nach 2 Stunden und 15 Minuten erreichten wir Saint John.
Es war ca. 13h und so aßen wir unsere Vollkornwraps mit veganem Bacon. Hier konnten wir sogar nochmals unser Fitnessstudio besuchen. Ich gönnte mir 70 Minuten Crossfit und 20 Minuten im Massagesessel, sowie eine heiße Dusche mit Haarwäsche.
Als ich zum Kohbi kam, war Alex schon da. Leider ungeduscht, weil alle Duschen in der Männerkabine eiskalt waren.
Wir wuschen noch ab und dann gings an die Grenze in St. Stephens. Diesmal hatten wir das Gebäude zum Ausstempeln unseres CDP gleich gefunden. Alex ging hinein und kam nach 10 Minuten freudestrahlend zurück. „Das ging diesmal schnell“.
So, nun nur noch Grenze USA. Ein etwas finster dreinschauender Grenzbeamter wies unser Fahrzeug auf einen speziellen Parkplatz vor dem Gebäude. Da ich gefahren bin, wollte ich beim Verlassen unseres Vans natürlich zusperren. Ich wurde ungeduldig darauf hingewiesen, das ich das sein lassen sollte. Ok!
Wir gingen in einen großen hohen Raum, und wurden nach ca. 10 Minuten aufgerufen. Alex wurde dann in einen anderen Raum weitergeleitet. Ich sollte hier warten.
Nach mehr als 20 Minuten kam Alex wieder. Er wirkte verzweifelt, und durcheinander. Der Beamte winkte mich zu sich und meinte Alex sollte mich nun informieren.
Und was ich dann hörte, konnte ich gar nicht glauben:
„Wir müssen in 10 Tagen aus den USA ausreisen, unser ESTA mit 90 Tagen läuft am 18.Oktober 2026 aus!
In meinem Kopf dröhnten 1000 Fragen an Alex, was passiert war, doch ein Blick aus seinen Augen ließ mich stumm bleiben.
Der Beamte kehrte immer noch seinen unguten Alfawolf heraus und erklärte in schnellem Amerikanisch Alex nochmals, das wir unbedingt am 18. Oktober aus den USA ausreisen mussten, sonst würden schlimme Strafen und Konsequenzen drohen.
Dann wurden wir entlassen. Wir setzten uns ins Auto und Alex erklärte mir, dass, weil wir über Kanada in Alaska eingereist waren, dann nochmals über Kanada zurück in die USA und bei den Niagarafällen nochmals in Kanada eingereist waren, unsere 90 Tage des ESTAs ab Alaska zu zählen begonnen hatten.
Uns blieben also 10 Tage um Mexiko zu erreichen und ca 4000 km zu fahren. Also keine fast 2 Monate um uns die USA anzusehen! Unsere 90 Tage hatten ab Einreise Alaska zu laufen begonnen und uns blieben 10 Tage!
Es war 21 h, als wir von der Grenze wegkamen, wir waren beide geschockt und ratlos. Während ich mich ans Steuer setzte, googelte Alex alle Möglichkeiten auf KI durch.
Wir hatten uns einen Stellplatz in Calais herausgesucht, und Walmart hatte bis 23 h offen. So stockten wir dort noch unsere gesamten Vorräte auf und stellten uns in Calais auf den IOverlander Parkplatz.
Eines war uns klar: Wir mussten die 4000 km nach Mexiko in 9 Tagen schaffen, keine Panne haben, keinen Unfall, und das geplante Service für Kohbi in Dallas würde auch flach fallen.
Die Stimmung war sehr, sehr gedrückt, als wir endlich schlafen gingen.Read more















