• Mit Klabautermann nach Reposaari bei Pori

    May 21–26 in Finland ⋅ ⛅ 11 °C

    Ein weiterer Tag, der sich dank des wenigen Windes ziiiiemlich in die länge zieht. Auf dem Weg nach Reposaari, der windmäßig recht gut gestartet hat und wir anfangs noch gewitzelt haben, wenn es richtig gut läuft, vielleicht sogar 84 sm bis nach Kaskinen zu segeln, wurden wir dann doch recht schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Natürlich hatten wir wieder weniger Wind als angekündigt und diesmal habe ich mir von den Prognosen tatsächlich den Tag vermiesen lassen. Meine Laune ging in den Keller, zum Lachen, und ich habe es sogar geschafft, mich noch ein bisschen mehr runter zu ziehen. Mein Klabauermann feierte laut in meinem Kopf und poltererte zufrieden vor sich hin. Es kam, wie es kommen musste. Ist man in einer miesepetrigen Stimmung, fühlt sich das Universum oder in diesem Fall war es die Ostsee gleich persönlich angesprochen und gibt einem, wonach man gebettelt hat. Und setzt so der angefressenen Stimmung noch eins mit dem Hammer oben drauf. Der Leidtragende war mein geliebter Akku-Handwärmer von Stoov, ja, den hat sich die gefräßige Ostsee geschnappt. Aus Unvorsichtigkeit ist einer meiner zwei Handwärmer aus meiner Jackentasche gehopst, hat sich noch mit einem lauten plumsen auf dem Deck bemerkbar gemacht, um dann für immer in die Ostsee zu verschwinden. Bye, bye…
    Die Fahrt wurde währenddessen immer langsamer und die See dafür immer kabbeliger. Im Kopf rechnet man sich immer wieder die Ankunftszeit aus und kommt dann bei 12 sm Entfernung und 2,5 kn (4 kmh) auf 5 Stunden anstatt 2 unter durchschnittlich normalen Bedingungen. Unser Energielevel hat seine Höhen mittlerweile auch komplett verlassen und bevor sich auch dieses in die Ostsee stürzt, haben wir dann doch lieber die Maschine gestartet. Fühlt sich wie eine Niederlage an, aber nur wenn man es wertet :)
    Wenigstens war im Hafen war genau noch ein einziger Platz am Steg für uns frei. Wir wollten längsseits gehen, weil wir an der vin den Finnen so geliebten Heck-Bojen bei dem angekündigten Seitenwind nicht so gute Erfahrungen gemacht haben.
    Über den vergangenen Tag wird jetzt nicht mehr gesprochen. Morgen wird ein besserer kommen, und der bringt die Freude und auch die Sonne zurück. Und 30 kn Wind. Perfekt für eine Morgensauna.
    5 Tage bleiben wir in Reposaari und entdecken die kleinen Juwelen der Halbinsel vor Pori. Beispielsweise die Festungsanlage, die heute ein uriger Park ist. Wir entdecken den Strand, sammeln frische Wildkräuter, kaufen frisch geräucherten Lachs (im Restaurant, da der Fischhändler krank ist) und fahren mit dem Bus nach Pori. Einkaufen, Stadt gucken und warme Croissants im Espresso House. Die Tage vergehen schnell und das passende Windfenster lädt uns schon ein zum weiter segeln. Und der Weg führt uns dann mitten durch einen monströsen Windpark. In Deutschland macht man darum einen grooooßen Bogen. Den Finnen ist das zu kompliziert…
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