Offene Rechnung
May 19 in Finland ⋅ 🌧 11 °C
Mit Nagu hatten wir vom letzten Jahr noch eine “Rechnung” offen. Beim Anleger zum Tanken ist Jürgen in Nagu ins Hafenbecken geplumpst. Und das kann man so definitiv nicht stehen lassen. Also fahren wir natürlich nach Nagu, und natürlich auch um dort zu tanken. Der Hafen ist nicht nur praktisch gelegen und hat zudem noch zwei nahegelegene Supermärkte, sondern ist zudem einer der wenigen Häfen, die mitte Mai schon richtig geöffnet haben. Das kommt bei dem guten Wetter besonders gut bei den Finnen an, denn der Hafen war richtig gut gefüllt. Uns ist der Hafen eigentlich zu trubelig, aber nach der ruhigen Zeit in Kejsarhamnen war es eine schöne Abwechslung. 3 Leuten, die wir bereits letztes Jahr in verschieden Ecken des Turku-Archipels trafen, sind wir in diesem Hafen wieder begegnet, und das hat so etwas wie Heimatgefühle geweckt. Mit Veli Matti z.B. haben wir im letzten Jahr in der selben Bucht geankert, er hat dort unsere Ahyoka fotografiert und ist dann in Nagu um unser Schiff geschlichen, um zu prüfen, ob wir es sind oder nicht. So kamen Jürgen und Veli Matti ins Gespräch, das mit einer Bootsbesichtigung bei und und einem feinen Glas Wein auf seinem Schiff endete. Solche Bekanntschaften sind immer was Besonderes für uns. Finnen sind eher zurückhaltend und niemals, zumindest fast niemals, würde man jemand einen Fremden zu sich einladen. Und wenn ich mich zurück erinnere, haben wir in Finnland schon einige Bekanntschaften gemacht, die meisten sind einmalig, manchmal aber schreibt man sich eine Weile, sendet sich Bilder zu und trifft sich vielleicht sogar ein zweites Mal. Ich mag diese Unverbindlichkeit und es fasziniert mich, wie man mit jemanden, den man gar nicht kennt einen phantastisch kurzweiligen und inspirierenden Nachmittag verbringen kann. Man erinnert sich gerne an diese Menschen - mit einem erfüllten Lächeln im Gesicht.
Ach ja, dieses Mal haben wir an der Tankstelle die Oberhand behalten. Niemand ist ins Wasser gefallen, was bei 7 Grad Wassertemperatur auch durchaus die bessere Entscheidung ist. Rechnung beglichen, Tank gefüllt, auf ins nächste Abenteuer.Read more
Natürlich Kejsarhamnen
May 10–15 in Finland ⋅ ☁️ 9 °C
Man sagt in Finnland, Zar Alexander der III. war der einzige nette in der ganzen russischen Zarenreihe. Was ihn nicht davon bewahrte, von seinen Landsleuten frühzeitig ins Jenseits geschickt zu werden. Zu nett, ist also auch nix für einen Kaiser. Die kaiserliche Freundlichkeit ist etwas, was auf die 30 Bewohner der Insel Högsåra abgefärbt hat. Hier herrscht Vertrauen, Offenheit und Zuversicht. Man lebt im eigenen (sehr langsamen) Inseltempo und bekommt zusammen doch viel Neues auf die Beine. Hier wird weniger geredet und dafür mehr gemacht. Und man lebt in Frieden. Wieso sollten wir die Haustür absperren? Ist doch viel zu kompliziert, man muss dann an den Schlüssel denken… Dieser Satz hallt in meinen Ohren nach. Ist es nicht schön, so sorglos unterwegs zu sein?
Auch Henna, unsere geliebte Hafenmeisterin von Kejsarhamnen, einem der 3 Häfen Högsåras, lebt diesen Lifestyle zu 100%. Und das obwohl sie erst seit wenigen Jahren dort wohnt. Wir haben mit ihr ohne Plan 2x spontan gekocht, mit dem, was der Kühlschrank und der Wald hergab. Und meisterhaftes gezaubert. Wir haben ihre Positivität genossen, ihre besondere Sicht der Welt, der kleinen in Kejsarhamnen und der großen da draußen. In Kejsarhamnen steht wie Welt still und bewegt sich doch - in dem Tempo, das ihr gut tut. Henna sagte zum Abschied: hej Leute, das Zusammensein mit euch ist so natürlich, Alles fühlt sich so leicht an. Ja. Genau. So ist es. Und warum nicht immer. Beim Auslaufen, drückte ich leise eine Träne weg. Keine Ahnung, ob wir wieder kommen werden. Auch wir wollen uns bewegen. In dem Tempo, das uns gut tut. Und das führt uns Kurs Nord. Nagu, du Partyhafen, wir kommen.Read more
Der Weg ist das Ziel
May 9–10 in Finland ⋅ ☁️ 11 °C
39 Seemeilen in 11 Stunden ergeben eine Durchschnittliche Geschwindigkeit von 3,5 Knoten, also 6,4 km/Stunde. Also durchaus eine Reisegeschwindigkeit, die man auch zu Fuß erreicht. Das interessante daran ist, dass wir das gemächliche Vorankommen beide völlig im Frieden erfahren haben. Diese Entspanntheit macht mich glücklich und zugleich etwas unsicher, weil diese friedliche Glückseligkeit ein neues Gefühl für mich ist. So viel Frieden in mir zu spüren ist eine Erfahrung, die ich in dieser Tiefe noch nicht erlebt habe. Nicht einmal mein Klabautermann im Kopf konnte mir das Schöne madig machen.
Denn wer kennt das nicht:
Das dicke Ende kommt noch….
Freu dich nicht zu früh…
Tatsächlich kam kein dickes Ende, die Freude hat den ganzen Tag angehalten und wir sind gut im Barösund angekommen. Haben nach rund 7 kn Wind wahrend des Segelns dann standardmäßig bei 20 Knoten angelegt, um dann bei plötzlicher Windstille den erstmals angelaufenen Hafen im gleichnamigen Barösund zu genießen. Das Genießen war recht kurz, da wir vom ersten Segeltag so fertig waren und gleich ins Träumeland abgehauen sind. Die ganze Schönheit wurde uns erst richtig am nächsten Morgen bewusst. Ja, Natur duftet, Stadt nicht. Idylle ist so etwas unfassbar Schönes. Und hier oben erst recht.
Jürgen hat mein Gefühl perfekt in Worte gefasst: “Jetzt weiß, wie sehr mir diese felsige Natur in den Schären gefehlt hat.”
Als Durchgangshafen nach dem Trubel Helsinkis war Barösund der perfekte Ort für die erste Nacht in den Schären. Eine Nacht deswegen, weil die Bucht des Zaren auf uns wartet.Read more
Suomenlinna - Unesco Weltkulturerbe
May 6–9 in Finland ⋅ 🌬 6 °C
Vor allem der Abwechslung wegen, haben wir uns nach Suomenlinna verholt. Satt von der Großstadt und dem praktisch gelegenen Stadthafen, der wie ein zügiger Bahnhof ist, legen wir ab und verholen uns in das 3,7 Seemeilen südlich gelegene Suomenlinna. Im letzten Jahr hat es nicht geklappt, da uns der letzte Liegeplatz vor der Nase von einem Motorboot weggeschnappt wurde. Und in diesem Jahr wurden die Karten neu gemischt, so haben wir sogar freie Auswahl. Alle für unsere Bootsgröße verfügbaren Plätze sind frei. Ohnehin wollen wir nur einen Tag auf dieser wunderschönen und deswegen auch von zahlreichen Touristen besuchten Insel bleiben.
Der Wind verspricht nicht allzu üppig zu sein, aber dafür aus der richtigen Richtung zu blasen und so genießen wir den sonnigen Tag auf dieser beeindruckenden Festungsinsel, die einem Museum gleicht. Bevor es dann morgen früh endlich richtig losgehen soll.
Voller Vorfreude auf die Segelei stehen wir früh so gegen 6 Uhr auf, nur um festzustellen, dass der Wind irgendwoanders weht, aber nicht in der Bucht von Helsinki. Somit wird die Abfahrt auf den morgigen Tag verschoben, nichtsahnend, dass sich das Szenario mit dem fehlenden Wind noch ein weiteres Mal wiederholen wird.
Das schönste ist, dass wir im Frieden damit sind. Diese (neue) Gelassenheit ist ein Segen, macht das Leben so leicht und so viel schöner.
Schließlich klappt es dann am dritten Tag mit früh aufstehen, dem richtig vorhandenen Wind, dem Ablegen und dem Segeln.
Das früh Aufstehen hatten wir ja bereits 2x gut geübt. Beim Ablegen hatten wir noch eine zusätzliche Übung. Der bestgechtützte Platz ist auch der am meisten verwinkelte. So hat sich hinter uns noch ein großes Segelboot längsseits gelegt und uns die schmale Ausfahrt noch etwas enger gesteckt. Was haben wir uns Gedanken gemacht, und das Ablegemanöver ausgiebig diskutiert, von links nach rechts gedreht, und so versucht,alle Eventualitäten durchzuspielen. Die Realität war dann ganz anders, frei nach dem Mooto: ich habe schon viele Katastrophen erlebt, ein paar wenige davon sind sogar eingetroffen. Letztendlich haben wir dann bei Windstille einfach alle Leinen gelöst und sind Quick and Dirty rückwärts vom Steg weggefahren. 🤣
Aber besser so, als andersrum. 😁
Jo, und dann sin wir draußen. Und stellen fest: alles, was am Ende der Saison schon fast automatisiert war wird jetzt wieder aus dem letzten Hinterstübchenwinkel hervorgekramt, als würde man es zum ersten Mal machen. Also erst Mal ein bisschen einruckeln, viel rum diskutieren, Fähren und Schleppern mit riesigen Arbeitsplattformen ausweichen, die wie bestellt, plötzlich aus allen Richtungen Kurs auf uns nahmen, und dann hoch die Segel, Kurs West.Read more
Was stimmt denn nicht mit Tallinn?
May 1 in Estonia ⋅ ☀️ 16 °C
Um es vorweg zu sagen: keine Ahnung. Wahrscheinlich stimmt eher mit uns was nicht. Am 1. Mai war es soweit, wir machten uns auf den Weg nach Tallinn, die estnische Hauptstadt, die uns so oft warm ans Herz gelegt wurde. Unsere Idee dabei war es auch, so teilweise dem kollektiven Besäufnis zu entgehen, mit dem unter dem Deckmantel Vappu, versucht wird, den Winter fort zu jagen. Ob dieser geht, weil er Abstinenzler ist odor die verkaterten Gesichter am nächsten Morgen nicht sehen mag, ist leider nicht überliefert. Auf jeden Fall hat es dieses Jahr besser geklappt, als 2025, wo wir kurz nach dem finnischen Freudenfest wieder Schnee hatten..
Für die Überfahrt haben wir die Fähre gewählt, Viking XPRS statt Ahyoka. Und das lag vor allem daran, dass es noch keinen ausreichend windarmen Tag gab, um unser Großsegel anzuschlagen. Also, 6 Uhr aufstehen, 10 Minuten zur Fähre laufen, Check in und rauf auf das Ungetüm aus Stahl. Und noch vor dem Frühstück wieder runter vom Schiff und den Fuß zum allerersten Mal auf estnischen Boden setzen. Tja, da waren wir nun. Und was soll ich sagen, Tallinn ist wirklich eine Schönheit. Eine beeindruckende mittelalterliche Altstadt, die wohl am besten erhaltene Europas. Weltkulturerbe! Entzückende Gässchen, historische malerische Häuschen, eine imposante Festung (hier wurde der Geschichte nach das erste Mal überhaupt der Dannebrog gesetzt, der bis heute die offizielle dänische Flagge ist), wunderbare Cafés, charmante Parks, überhaupt viel Grün für eine so große Stadt. Dazu aufstrebende neu entstehende Stadtviertel mit viel Lifestyle und viel Raum für die schönen Dinge des Lebens. Und ach ja: Wir hatten in Tallinn die wohl besten Croissants der Welt, und das zum halben Preis im Vergleich zu Finnland. Ja, es war ein richtig toller Tag in Tallinn. Und doch, sagten wir beide fast gleichzeitig: das war nett, aber irgendwie hat mich Tallinn nicht abgeholt. Ich feu mich richtig auf Helsinki. Wie das sein kann? Weiß nicht, ging uns ja in Stockholm schon so. Und wenn man nicht weiß, woran es liegt, schiebt man die Vibes als Grund vor. Das tue ich jetzt einfach auch. Uns fehlten die Finnland und Helsinki-Vibes. Die Fröhlichkeit, die unaufgeregte Art, was weiß ich. Als wir dann gegen 20.30 Uhr wieder in unserem Hafen in Helsinki ankamen, waren dort die Stege und Boote überfüllt mit ausgelassen feiernden Menschen, war ja noch Vappu, und schönes Wetter auch, wieder zu Hause, danke, danke, danke, i love Helsinki.
Trotzdem: wenn Du mal hier oben in der Gegend bist, schau unbedingt in Tallinn vorbei. Es ist schon sehenswert. Und ein kleiner Spartipp am Rande: der Alkohol im Alko-Store auf der Fähre ist dank der Registrierung auf den Ålandinseln deutlich günstiger. Mit rund 10 Sixpacks Bier hast Du die 24€ für die Überfahrt hin und zurück bereits amortisiert :)Read more
Projekt Kühlschrank
Apr 21–May 6 in Finland ⋅ ☀️ 14 °C
Im letzten Jahr hat uns Mika das Kühlgas wieder aufgefüllt. Wir hatten Glück und er konnte uns auf seiner Fahrt nach Helsinki noch einschieben. Da das so gut geklappt hat, haben wir wegen unserem wieder nicht kühlenden Kühlschrank natürlich zuerst ihn kontaktiert. Die ersten beiden eMails sind bis heute noch nicht beantwortet worden und am Telefon hat man lediglich eine sympatische finnische Stimme vom Band erreicht.
Erst nach einer Woche bin ich auf die Idee gekommen, Mikas zweite eMail-Adresse zu verwenden, um prompt wieder eine automatische Antwort zu erhalten. Darin stand, dass er bis Ende Mai an einem Projekt arbeitet. Ausschließlich daran.
Dr. Google musste also weiter helfen. Von den beiden erstbesten vorgeschlagenen Telefonnummern versprach man uns am anderen Ende der Leitung zu helfen. Nach kurzem hin und her erhielten wir eine weitere Telefonnummer, über die wir Hilfe für unser Kühlschrankproblem finden würden.
Letzten Endes aber hat uns dann auch dieser Kontakt wieder jemanden anderes vermittelt. Aber tatsächlich kam am folgenden Tag Aleks, der uns von einem Marko empfohlen wurde. An dieser Aktion waren also insgesamt 4 Finnen und sicherlich 10 Anrufe involviert und der vierte Mann war dann endlich auch der Mann der Tat. Aleks spricht finnisch oder ukrainisch, aber kein englisch oder deutsch. Dennoch über den mobilen Übersetzer konnten wir uns bestens verständigen. Dabei haben wir neben dem Umgang mit dem Google-Übersetzer auch einiges über die Funktion unsres Kühlschranks gelernt. Nachdem die Leitungen überprüft, das alte Gas komplett aus dem Kühlsystem entnommen und wieder frisch aufgefüllt wurde, hat nach läppischen 4,5 Stunden der Kühlschrank wieder gekühlt.
Wir hatten eine lustige Zeit zusammen und waren sehr dankbar für diese Begegnung, weil Aleks ein sehr angenehmer, lustiger und lebensfroher Typ ist.
Besonders beeindruckt hat uns seine wiederholte Aussage, dass er uns helfen möchte und er den Kühlschrank “reparieren” kann. Er hat keine Mühe gescheut, der Sache auf den Grund zu gehen und sich die Zeit zu nehmen, die es eben braucht. Gründliche Arbeit führt immer zum Erfolg.
Mittlerweile sind wir schon seit 15 Tagen in Helsinki, haben eine Menge erlebt und sind nun bereit. Sogar in Tallinn, die estnische Hauptstadt, waren wir für einen schnellen Tagesausflug, aber das ist eine andere Geschichte.
Wir sind bereit.
Bereit zum Ablegen.
Bereit für die Saison.
Der Kühlschrank kühlt, die Kaffeemaschine ist wieder an Bord, der Windgeber empfängt wieder Daten, unser Lazybag hat einen neuen Klettverschluss bekommen, alle 5 bestellten Pakete sind da, die Bodenfächer sind voll mit Lebensmitteln, die man unterwegs schwer bekommt, der Wassertank ist auf 100%, das Boot geputzt und morgen sagen wir: Tschau Helsinki, oder kiitos moi moi.
Wir nehmen Abschied von Helsinki und segeln mit unserem Zuhause in die neue Saison. Das Boot ist unsere Oase und unterwegs zu fremden Orten der sicherste Platz. Danke, danke, danke.Read more
Endlich wieder Boot
Apr 21–May 1 in Finland ⋅ ☀️ 11 °C
Bei unserer Ankunft in der Werft in Tolkkinen schwimmt Ahyoka bereits.
Den ganzen Morgen sind wir schon aufgeregt und auf dem Werftgelände wie ferngesteuert, ohne Plan, was in welcher Reihenfolge gemacht werden muss.
2 von 4 Paketen aus Deutschland sind angekommen, die andere Hälfte ist noch auf dem Weg. Das Boot ist gepackt mit Segeln und Paketen.
Jeder Handgiff auf dem Boot muss gefühlt neu gelernt werden. Die Aufregung ist in jeder Zelle spürbar. Das erste Mal 2026 auf der Ahyoka, das erste Mal holen wir unser Schiff vom Winterlager selbst ab, das erste Mal die Strecke in dieser Richtung durch das enge Fahrwasser, das erste Mal, fahren wir so spät los, dass wir eventuell im Dunklen ankommen und anlegen werden.
Jürgen checkt die Systeme und merkt, dass das Dampferlicht einen Alarm gibt. Also funktioniert es nicht. Dabei brauchen wir das dringend, wenn wir wirklich in die Dunkelheit kommen sollten. Ein Mitarbeiter von der Werft muss also nochmal hoch auf den Mast. Wir denken nur an die Verzögerung. Noch später loskommen - noch später ankommen… Der Moto springt nicht an, 1x, 2x, 3x, dann erwacht er zum Leben, langsam, sehr langsam. Logisch, diese Motoren sind ja eigentlich für Traktoren gemacht :)))
Dann tatsächlich Leinen los gegen 16 Uhr, wir rechnen mit 5 bis 6 Stunden Fahrtzeit. In der ersten halben Stunde merken wir, dass der Windgeber kein Signal hat, was momentan nicht so schlimm ist, da wir ja ohnehin unter Motor unterwegs sind. Darum kümmern wir uns nach unserer Ankunft in Helsinki.
Die Fahrt ist ein Geschenk: es ist ohne Jacke warm, wir haben achterliche Winde und die Strömung mit. Was will man mehr? So machen wir entspannte 6,2 Knoten Fahrt.
Es ist merkbar länger hell, als in Deutschland und wir genießen die Sonne im Gesicht. Die Überfahrt ist kurzweilig und in Helsinki bahnen wir uns den Weg zwischen den zahlreichen Tonnen. Am besten gefällt uns die enge Durchfahrt bei Vulkosaari. Links Felsen, rechts Felsen und die finnische Armee, die rumballert wie im wilden Westen. Nur zur Übung, das kennen wir schon. Etwas ungelenk, weil die Abläufe noch nicht stimmen, aber umso glücklicher machen wir kurz vor Sonnenuntergang und nach nur guten 4 Stunden in Helsinki fest.
1 . Tag auf See: ✅Read more
Slow traveling
April 20 in Finland ⋅ ☀️ 12 °C
Auf dem Weg vom Südwesten Deutschlands haben wir uns, was das Reisetempo betrifft, schon mal an die Reisegeschwindigkeit des Segelns herangetastet und uns fleißig im geduldig sein geübt.
In Freiburg starten wir mit dem ersten Zug, der uns über Hamburg nach Lübeck fährt. Dazu sei noch erwähnt, dass unsere Zugbindung bereits aufgehoben wurde, da der ursprünglich gebuchte Zug bereits aus dem Fahrplan gestrichen wurde. Das Gute an einer aufgehobenen Zugbindung ist, dass man jeden Zug nehmen kann, der am Buchungstag fährt. Somit haben für uns wieder für einen Zug entschieden, der von Freiburg bis Hamburg durchfährt. Und wenn bis Mannheim alles gut läuft, haben wir sogar noch die Möglichkeit in einen “schnelleren” Zug umzusteigen; einen der früher in Hamburg ankommt. Einen, der dann tatsächlich sogar so früh in Hamburg ankommt, dass er noch nicht in den Bahnhof einfahren darf, weil er so früh dran ist, um dann mit 7 Minuten Verspätung dann doch im Hamburger Bahnhof einzufahren, so dass man den Zug nach Lübeck eben doch nicht bekommt. Genau so einen Zug haben wir genommen.
Danke, Deutsche Bahn, mit euch ist es immer wieder ein Erlebnis Erster Klasse.
Von Lübeck geht es dann nach einem köstlichen Abendessen im “Unter Freunden” mit dem Bus zum Skandinavien-Kai und dann schließlich mit der Fähre in 31 Stunden nach Helsinki, Vuosaari. Kaum fährt man am Samstag früh los ist man auch schon am Montag früh in Helsinki und kurz danach in unserer Werft in Tolkkinen bei Porvoo. Von unserer langen Auftragsliste hat die Werft leider nur das Unterwasserschiff gemacht und dem Boot eine frische Politur verschafft. Alle weiteren - gefühlt - 25 Punkte wurden mangels Personal nicht erledigt. 😔
Wenigstens wird unser Boot beim Einwassern und Mast stellen vorgezogen, so dass wir - wenn alles gut läuft - morgen Nachmittag damit nach Helsinki fahren können. Mit einer defekten Toilette und einem Kühlgas verlierenden Kühlschrank. Mal sehen, ob wir davon noch etwas gefixt bekommen. Ziemlich frustriert haben wir uns gezwungenermaßen und sehr kurzfristig auf die Suche nach einer Unterkunft in Porvoo gemacht.
Der Bus kam und ist nicht wie bei unserem ersten finnischen Busfahrversuch an uns vorbeigefahren, sondern hat uns dieses mal sogar mitgenommen. Arm raus strecken ist an finnischen Haltestellen halt eine prima Sache. Nächstes positives Erlebnis: wir konnten unser (sehr süßes) Appartement früher beziehen und wir haben sowohl einen guten Kaffee genossen, ein leckeres Bier in der Sonne gehabt, als auch einen fantastischen Nepalesen (what else hier oben im Norden) entdeckt. Also ein Restaurant :)
Nun freuen wir uns tatsächlich auf den morgigen Tag und sind gespannt, ob jetzt alles gut ist und wieder mehr Leichtigkeit in unser Leben zurückkehrt. Und wer einen Geheimtipp für ein wunderbares, günstiges und mitten in der Altstadt Porvoos gelegenes Apartment sucht: just ask.
Am Ende wird alles gut
und wenn es noch nicht gut ist,
ist es noch nicht zu Ende.Read more
































































































