Mellanfjärden
Jul 12–13 in Sweden ⋅ ☁️ 21 °C
Endlich haben wir konstant sommerliche Temperaturen und windarme Nächte, so dass wir richtig Ankerlust bekommen. So studieren wir die Ankerbuchten auf dem Weg südwärts und sind ganz begeistert, wenn sich hier und da eine zeigt, die rundum geschützt ist. Denn außer Wind gibts ja noch immer die Ostseewelle, die beim Ankern sehr störend sein kann.
Als wir Sundsvall verlassen, ist unsere Idee von nun an eher kürzere Strecken zu fahren und so mehr von den Ankerbuchten zu haben. Und dann lief es mit dem Wind so gut und wir hatten so große Freude am Segeln, dass wir kurzentschlossen glatt an unserem ersten Ziel vorbei gesegelt sind.
So fiel unsere neue Wahl auf eine Bucht mit dem Namen Notholmen, direkt neben Mellanfjärden. Das praktische daran ist, so dachten wir, dass gleich ein Hafen in der Nähe ist, zu dem wir mit dem Dinghi zum Essen rüber fahren. So der Plan. Die Anfahrt in die Bucht führt eng an Steinen und Felsen vorbei und wir freuen uns, dass die Bucht hält, was die Kartenansicht versprochen hat. Rundherum dichter Wald und ausreichend Platz zum Ankern. Beim Festfahren des Ankers stellte sich dann heraus, dass dieser nicht hält. Als wir ihn hoch holten, wussten wir auch warum. Der Seeboden war von einem dicken Algenteppich überwuchert. Und wir hatten eine reiche Algenernte am Anker hängen. Obwohl wir gerne Algen essen, sahen wir hier davon ab. Zu klebrig, zu ölig, zu eklig. Und auch kaum vom Anker zu bekommen. Also, neue Stelle suchen, und nochmal versuchen. Das Hafenhandbuch jedenfalls versprach einen guten Ankerhalt. Muss doch klappen. Noch weitere zweimal haben wir es versucht. Erst hielt der Anker, und dann beim Festfahren mit 2000 Umdrehungen rückwärts, ist der Anker dann doch jedes Mal wieder geslippt. Oh, Mann. Letztendlich haben wir ziemlich angenervt aufgegeben, sind doch in den Hafen gefahren und haben uns dort am Fischerpier ganz frech längsseits auf die andere Seite der Tankstelle gelegt.
Der Hafen von Mellanfjärden und der Fischerkai hat sich beides als glückliche Fügung erwiesen. Obwohl es verboten aussah, war die Pier sogar ein offizieller Liegeplatz, der nicht im Hafenhandbuch vermerkt ist. Und das noch ganz ohne Aufpreis für längsseits liegen. Denn je südlicher man kommt, umso mehr zahlt man normalerweise für einen längsseits Liegeplatz.
Da haben wir die Aussicht auf die Zapfsäule gerne in Kauf genommen, denn der Blick auf den Fjord, also in die andere Richtung, war wunderschön. Jürgen hat im Dorfladen die ersten schwedischen Himbeeren und Landeier von glücklichen Hühnern ergattert. Und das Anlegerbier samt Oliven (typisch schwedisch!) und geröstetem Brot in der Abendsonne Mellanfjärdens versöhnte uns schnell mit dem Ankerdrama. Trotzdem freuten wir uns auf die vielen Bojen des schwedischen Kreuzerclubs (SXK) südlich von hier. Da kann noch so viel Mist auf dem Seeboden liegen, die Ankerboje hält immer.Read more





