• Sturmzuflucht Söderhamn

    Jul 16–20 in Sweden ⋅ ☀️ 25 °C

    Meist ist es so, dass der Wind, der Regen oder beides zusammen uns mehr ins Landesinnere locken. In die Sunde und Flüsse des Norrlands, dem alten Kernland Schwedens. In Söderhamn selbst ist die schmale Zufahrt nur noch ein Bach. Um dort hinzukommen, durchfuhren wir einen emotionale Odyssee. Eben noch wähnten wir uns vor dem Sturm in Sicherheit, und nach einem Blick in die Seekarte fuhr uns der Schreck in die Glieder. Die Zufahrt nach Söderhamn war dunkelblau eingefärbt, unter 2m Tiefe! Geschädigt durch das viel zu enge Fahrwasser, das wir im Juni in Finnland gefahren sind, werden wir nun besonders aufmerksam, was Breite und Tiefe in engen Fahrwassern angeht. Die Seekarte zeigt nämlich seitlich vom Fahrwasser Tiefen wie 0,5 oder 1,6 an. Und für das Fahrwasser selbst ist nicht wie sonst eine eigene Tiefe angegeben. Zuerst haben wir Chatty gefragt. Als Antwort bekamen wir, dass das Fahrwasser eine sichere Tiefe von 3 m aufweist. Das Fahrwasser soll an der engsten Stelle 10 m breit sein, also mehr, als das doppelte, wie wir es schon erfahren haben. Das hat uns dann noch ein Anruf beim Hafenmeister zusätzlich bestätigt. Es verkehrt täglich ein Passagierschiff von Söderhamn aus, und das passt mit seinen 2,30 m Tiefgang auch durch. Puh, das entspannte uns dann doch ziemlich.
    Also haben wir beschlossen reinzufahren, und ja, es war eng und auch cool und wunderschön, fast wie eine Flußkreuzfahrt. Söderhamn selbst ist es definitiv wert, Die kleine Stadt ist auf ihre Art liebenswert und hat eine interessante Geschichte. Früher ein wichtiger Hafen, zeugen viele imposante Gebäude auch heute noch vom damaligen Reichtum der Stadt. Besonders angetan hat es uns der imposante Turm über der Stadt. Dieser hat aber tatsächlich nicht wie sonst einen militärischen Hintergrund, sondern war der Geburtsort eines Chors. Die 4 Kanonen gegenüber auf Faxholmen hatten, glaube ich, wahrscheinlich einen weniger kulturellen Hintergrund. Dort auf dem Hügel stand im 16. Jahrhundert eine Festung, von der sich auch die Einfahrt in den Hafen bestens überwachen ließ. Bei den großen Nachbarn aus dem Osten, die gerne mal auf einen Raubzug vorbei schauten wahrscheinlich nicht die schlechteste Idee. Und der Sturm? Von dem haben wir überraschend wenig abbekommen. Söderhamn bietet also heute wie gestern den Seefahrern einen sehr guten Schutz. Danke, danke, danke.
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