• Am Ende bleiben wir in Gävle

    21.–26. jul., Sverige ⋅ ☀️ 22 °C

    Was für ein Ritt. Kaum Wind, dafür eine üble Welle aus Nordost für die wir immer noch keine Erklärung finden. Das Ergebnis ist übelstes Geschaukel und kein wirkliches Vorankommen. Motoren, ja oder nein? Die Segel schlagen, das Material leidet. Kein Hafen, keine Bucht in der Nähe. Es gibt keine Alternative zur Gävlebucht. Zumal uns mal wieder (wie gefühlt alle 5 Tage) Starkwind im Nacken sitzt. Irgendwann schmeissen wir dann doch die Maschine an, und wir rollen weiter in Richtung Engesberg, wo wir an der Boje ankern oder an den Steg können. Dachten wir. Unser Liegeplatz war von einem Motorboot blockiert, und der Steg hing dazu auch noch schief im Wasser. Die Bojen lagen im Schwell und boten keinerlei Schutz. Was folgte waren Frust, schlechte Laune und emotionaler Stress. Für uns ist es schwierig, Stresssituationen auszuhalten und gleichzeitig die richtige Entscheidung zu treffen. Das Endprodukt sind dann 5 Tage Gävle mit dem einen oder anderen emotionalen Tief. Erst Andreja, dann Jürgen. Und irgendwie fühlte es sich so an, als würden wir für immer in Gävle bleiben. Zumal draußen der Wind für Furore sorgte. Tagelang.
    Die Stadt selbst war den Besuch definitiv wert. Im Gegensatz zu vielen anderen Orten im Norden, die im Sommertiefschlaf waren, sprühte Gävle nur so vor Lebensfreude. Viele kleine Details, wie die omnipräsenten Ziegenböcke z.B. als Straßensperre, Sitzgelegenheit oder einfach nur Deko, machen Gävle liebenswert. Dazu eine sehenswerte Altstadt mit bunten Holzhäusern, Kopfsteinpflaster und historischen Laternen. Und als krassen Gegensatz, aber nicht weniger attraktiv, mondäne historische Gebäude mit dem Zauber einer bewegten Geschichte und ein neu geschaffenes Stadtviertel mit neu gedachten Wohnkonzepten direkt am Wasser. Außergewöhnliche Cafés mit der besten Bio-Zimtschnecke ever und Restaurants mit dem gewissen Extra runden unseren Besuch in Gävle wunderbar ab. Achja, und wer auf Kultur steht, wird in Gävle auch seine Freude haben..
    Doch zurück zu den Tiefs. Nach dem letzten großen emotionalen Tief und einer Rippenverletzung beim Lösen des Karabiners am Y-Steg legten wir am späten Nachmittag dann doch noch ab. Und wurden mit einem weiteren großartigen Segeltag oder besser gesagt Segelabend belohnt. Und unsere Befürchtungen wurden doch nicht wahr, dass wir für immer in Gävle bleiben. Und hurra: Das nächste Abenteuer wartete schon.
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