Auf nach Aruba
November 17, 2025, Karibisches Meer ⋅ ⛅ 28 °C
Der Wecker ist heute auf 6:00 Uhr gestellt, aber ich brauche ihn nicht. Um fünf bin ich schon wach, checke die WhatsApp Nachrichten, und bin schon vor dem Klingeln auf den Beinen. Schnell noch den Wassermacher angemacht, denn wir haben noch ungewöhnliche 80% Energie in den Akkus.
Heute steht die Passage von Curaçao nach Aruba an. Eine Strecke von ca. 55 sm ist zu bewältigen, eine schöne Tagesetappe. Es ist aber wenig Wind vorhergesagt, und so will ich jeden Lichtstrahl nutzen. Folglich geht es also schon um 6:15 in der Morgendämmerung „Anker auf“.
Die erste Stunde ist Motoren angesagt. Das ist aber nicht schlimm, so kann ich ganz in Ruhe das Levante, unser Leichtwindsegel, vorbereiten. Das hatten wir ja leider seit den Bahamas nicht mehr nutzen können, da uns ein Horn komplett abgerissen war. Heute also nun wieder die Premiere. Wird alles gut gehen?
Der Wind legt ganz langsam von 6 auf 8 kn zu. So um die 10 kn wäre gut. Bei 9 kn ziehe ich das Oxley-Segel hoch. Alles klappt auf Anhieb. Die Leinen müssen noch feinjustiert werden, aber ansonsten passt alles. Ich habe mir inzwischen solche Softschäkel aus Dyneema hergestellt, so fällt die Ungenauigkeit der Seillänge bei immer neu zu machenden Palstegs weg, und ich kann nun genaue Markierungen auf den Leinen anbringen. So habe ich dann immer auf Anhieb ein gut abgestimmtes Setting.
Im Moment gleiten wir mit 5-6 kn dahin und genießen das Seglerleben. Die Fahrt verläuft recht ruhig, der Wind nimmt zu bis auf 14 kn und wir machen bis zu 7 kn Fahrt. Herrliches Segeln! Gegen Mittag nimmt die Bewölkung zu und der Wind fällt auf 10 Ktn ab. Der erste Squall zeigt sich. Er ist aber noch nicht gefährlich, denn er zieht vor uns ab. Ich muss aber auf der Hut sein, wir möchten nicht wieder einen Riss im Segel riskieren.
Auf der Höhe von Aruba teilt uns dann Peter von der ZAPOLI mit, dass wir als Erstes bei Zoll und Immigration vorstellig werden müssen. Das hatten wir so nicht auf dem Plan. Meist sind wir erst am nächsten Tag, nach einer Nacht Ankern, zu den Behörden gegangen. Das bringt unseren ganzen Plan durcheinander. Zum Glück hat der Wind wieder aufgefrischt und wir steuern mit nunmehr 7 kn unserem Ziel entgegen, welches wir um 16:15 erreichen sollen. Tatsächlich legen wir um viertel nach 4 p.m. am Zollsteg an und können die Formalitäten erledigen. Nervend dabei ist, dass zusätzlich zu Sailclaer, welches strenggenommen nur den Zoll interessiert, noch ein Formular "ED-Card“ ausgefüllt werden muss. Dazu ist im Vorzimmer des Einwanderungsbüros direkt ein Computer aufgestellt. Mit Hilfe der freundlichen Beamtin tippen wir uns durch die 3 Seiten und werden 20 Dollar leichter. Tricky dabei ist, dass „Wohnen auf dem Boot“ gar nicht vorgesehen ist, und man stattdessen als Adresse irgendein Hotel antippen muss. Da muss man erstmal draufkommen.
Beim Zoll dann die nächste Überraschung: die Beamten verlassen tatsächlich ihr gut gekühltes Büro und folgen uns direkt mit aufs Boot, um unsere alkoholischen Getränkevorräte zu kontrollieren. Zum Glück sind sie von unserer rollenden Bar so beeindruckt, dass sie von weiteren Nachforschungen absehen. Bereits geöffnete Flaschen scheinen nicht wirklich zu zählen. Unserem Freund Peter war es da schlechter ergangen. Er hatte vor kurzem 20 Flaschen Wein vorübergehend beim Zoll abliefern müssen. Nach einer Stunde Aufenthalt können wir weiterfahren und erreichen genau um 18:00 Uhr, pünktlich zum Sonnenuntergang, unseren Ankerplatz, direkt neben Peter und Irene von der ZAPOLI.Read more








