Cartagena zu Weihnachten - ohne Glühwein
December 19, 2025 in Colombia ⋅ 🌬 28 °C
Nach einer erneut nur kurzen Pause wollten wir Cartagena, Weltkulturerbe und touristisch sehr bekannte Stadt an der Karibikküste Kolumbiens, besuchen. Freunde hatten u.a. von der tollen Weihnachtsbeleuchtung dort geschwärmt.
Die Busfirma kündigte dreieinhalb Stunden Fahrt an - da sollten wir doch am Nachmittag noch eine erste Stadterkundung machen können. Fein.
Leider fahren die großen Reisebusse aber nicht in den Stadtzentren ab, sondern es waren jeweils 45 min. Taxizubringer nötig. Die realistische Basisfahrzeit ist wohl mit 5 Stunden anzusetzen, wegen Vollsperrung wurde unser Gefährt allerdings noch zu einem größeren Umweg genötigt, teilweise über ungeteerte Straßen 🙈.
Kurz gesagt, es war stockdunkel als wir in Cartagena ankamen, trotzdem zogen wir freudig in unser Maisonette-Zimmer, das wir uns für 3 Nächte gegönnt hatten, ein, und streunten noch zum Abendessen durch das Altstadtviertel Getsemaní. Laut und betriebsam ging es zu in der Vorweihnachtszeit, aber noch erträglich. Wir landeten im Baroca Rooftop-Restaurant, wo wir sehr gut speisten. Die Spaghetti carbonara müssen ja immer mit Timons (mein Sohn, er ist der Spaghetti Carbonara Meister - traditionell streng ohne Sahne) Vorlage konkurrieren. Und da schnitten sie recht gut ab (9,0 auf der Scala von 10.0 🤣.
Das Frühstücksbuffet des GHL Collection Armería Hotels war gut. Frühstück im Hotel ist wohl so ein Thema in Kolumbien, so üppig wie wir es in Europa (Italien ausgenommen 😂) gewohnt sind, ist es hier wohl nicht üblich.
Die weiteren Erkundungen der Stadt führten uns zunächst ins Goldmuseum, wo man viel über Goldschürfen und Schmuckherstellung zur Zeit der indigenen Vorfahren lernt. Natürlich gefiel auch den Kolonialherren dieser Schmuck und die Goldvorkommen, doch sie wollten offenbar nicht entsprechend dafür bezahlen 🫣. Eine z.T. grausame Zeit.
In Juwelierläden sind die alten Formen und Legierungen der Anhänger und Ohrringe heute wieder modern.
Schon tagsüber waren die riesigen Figuren aus der Weihnachtsgeschichte, die im und um das historische Stadtzentrum aufgebaut waren, sehr eindrucksvoll. Abends erstrahlten sie beleuchtet in ihrer vollen Schönheit. Große Bereiche der Stadtmauer und das Haupttor waren komplett mit mehrfarbigen Leuchtvorhängen geschmückt, die wellenförmig die Motive änderten. Trat man durch das Stadttor ein, befand man sich auf einer Art „Weihnachtsmarkt“ mit kleinen durchnumerierten Buden, die Essen und Geschenkartikel feilboten. Die Gerüche unserer deutschen Weihnachtsmärkte aus einer Mischung von gerösteten Mandeln, Glühwein und Fettgebackenem ziehen hier allerdings nicht durch die Gänge, und wir waren etwas enttäuscht. Man ist auch abends mit kurzen Sachen unterwegs, das ist wiederum schön….Auch finden sich nirgendwo echte Tannen, logisch. Alles besteht aus Kunststoff, Draht und Pappmaschée. So richtige Weihnachtsstimmung kam bei uns dementsprechend nicht auf, und in mir reifte der Entschluss, auf der Vitila selbst noch einen Glühwein anzusetzen. Dazu ein andermal mehr…
In der Kathedrale fand während unserer Besichtigung eine Hochzeit statt, und es war stimmungsvoll, in angemessener Entfernung das glückliche Hochzeitspaar zu beobachten. Auf den Straßen und Plätzen finden immer wieder Musikdarbietungen statt, eine mit sehr guten Tänzern und Akrobaten konnten wir live miterleben. Natürlich spendet man hierfür gern etwas Geld.
Am 2. Tag ließen wir wegen großer Hitze die Besichtigung des Forts aus und landeten direkt im jährlichen „Festival de Pasteles“: An vielen Fleiluftständen wurden die in große Bananenblätter gewickelten Mahlzeiten mit meist Fleisch und Reis angeboten. Wir wollten nur eine Portion davon kaufen, das gab’s aber nicht. Stattdessen erhielt Uwe das gesamte „Paket“ ausgehändigt… Teuer war es nicht, und es schmeckte lecker, als wir es in einem extra Sitzbereich zum Essen aufwickelten. Es soll auch eine Bewertung und Siegerermittlung geben, das bekamen wir aber nicht mehr mit.
Nachmittags erholten wir uns die 2 Tage jeweils an und in unserem Hotelpool auf dem Hoteldach.
An einem der Vormittage buchten wir eine Salsa-Unterrichtsstunde. Es war sehr angenehm, der junge Lehrer brachte uns geduldig die Basics bei. Abends herrscht in den Gassen der Altstadt ziemliches Remmidemmi, es sind hier schon viele Touristen versammelt. Es gab eine spezielle ganz enge Gasse mit lauter Musik aus unzähligen Lautsprechern mit Sitzmöglichkeiten an den Häuserwänden entlang. Das gefiel uns besonders. Die Bars unterboten sich dort abends mit den Preisen: Für 20.000 Pesos erhielt man 2 Cocktails anstelle einem (rund 5 Euro). Wir holten uns Mojitos und ließen entspannt die gut gelaunten Menschen an uns vorbeiflanieren.
Am 2. Abend besuchten wir das sehr bekannte „Café Havanna“, nicht zuletzt wegen der Live-Musik, und um eventuell etwas Salsa zu praktizieren. Aber die live dargebotene Salsa-Musik war viel zu laut, einfach extrem. Uwe fielen seine neu gelernten Schritte gar nicht mehr ein…., und ich konnte es wirklich nur mit Uwes EarPods aushalten…
Am letzten Abend gingen wir etwas nobler Essen ins Candé, auch mit Lifemusik, aber in dezenterer Lautstärke. Das Dinner war toll, die Bedienung sehr aufmerksam. Wenn nicht tags darauf die 8-einhalbstündige Busrückfahrt nach Santa Marta gewesen wäre, hätte es volle Punktzahl gegeben.Read more
































TravelerDanke für deinen beeindruckenden Bericht! Ich war 2015 das letztemal in Cartagena in der Club de Pesca y Vela Marina. Flogen dann auch nach Medellin und Bogota bevor es durch den Panamakanal ging (mit einer HR42) und Rückflug von Panamacity.
Doris JägerToll! Du hast ja auch schon sehr viel erlebt…😉
Traveler
Leckeeeeeeeeeeeer 😋😋👌