• Shelter Bay und Colon - erste Eindrücke

    21. januar, Panama ⋅ 🌬 27 °C

    In der Nähe der sehr schönen Shelter Bay Marina gibt es ein weitläufiges Ankerfeld. Man liegt hier weit hinter den Beton-Wellenbrechern, in Sichtweite von Colon mit seinem riesigen Frachthafen und Werften. Ganz in der Ferne erblickten wir die „Atlantikbrücke“, erst 2019 eröffnet. Dort hindurch geht bald unsere Reise in die Panamakanal-Schleusen. Aber noch war nicht die Zeit dafür, erstmal galt es, in Panama offiziell einzuklarieren und unseren Termin für den Trip zum Pazifik festzuzurren.
    Wir nahmen an, dass unser Agent Stanley zu uns an Bord kommen und unsere Papiere mitnehmen würde. Fehlanzeige. Wir mussten ihn in der Marina aufsuchen. Das geschah am dritten Tag. Hier kostet alles extra: 12 Dollar Dinghi Anlegen, 4 Dollar für einen Müllsack, 1 Dollar tief Einatmen und 1 Dollar tief Ausatmen 🤣.
    Stanley erwartete uns schon, die Dame von der Immigration saß in seinem Büro, und - wupps - prangten die 4 Stempel in unseren Reisepässen. (Nun, wer die Karibik ein wenig kennt, wird schmunzeln, da er weiß, dass es ganz so flott natürlich nicht ging…).
    Der Shuttle Bus rüber nach Colon zum Proviantieren ist nur für Marinalieger verfügbar. Mist. Also buchten wir für den übernächsten Tag zu viert ein Auto für 80 Dollar. Am besagten Tag kam das Auto aber nicht wegen eines Platten ( alle Autos der Firma hatten offenbar diese Einschränkung auf 3 Reifen, Sabotage wurde gemunkelt). Also umsonst Dinghi-Parkgebühr entrichtet 🙄. Fast - wir besuchten stattdessen den Skipper eines Katamarans, der sich 2 Tage zuvor von einem Ankerplatz neben uns in die Marina verlegt hatte. Ich war mit ihm über die Segler-App Noforeignland sehr nett und informativ ins Gespräch gekommen, und er hatte uns - unvorsichtigerweise - eingeladen, in der Marina bei seinem Boot vorbeizuschauen… Denn, da waren wir nun unverhofft an seinem Steg, hoch vier, und blickten neugierig ins Cockpit…. Er, Wiardus, und seine Begleiterin Jutta auf einem eleganten italienischen Cat. des Herstellers COMAR, dessen Name ich noch nie gehört hatte, reagierten entspannt und offen und spendierten sogar Cola für alle. Es war ein lockeres Geplauder, in 4 Tagen wollten s i e durch den Panamakanal.
    Als wir tags drauf endlich einen Leihwagen mit 4 funktionstüchtigen Rädern „medium“ bekommen sollten, führte uns die Angestellte mit dem Schlüssel in der Hand zum Parkplatz. Wir starrten ungläubig auf das Objekt, das wir nun übernehmen sollten: Ein Pickup mit hinten offener Ladefläche. Was anderes wäre jetzt nicht da. Und die Reifen seien okay! Aber wo sollten wir die Einkäufe für 2 Boote ablegen? Auf die Ladefläche, wo es doch hier ständig regnete….? Alle waren ratlos. Glücklicherweise kam gerade ein anderes Ehepaar mit seinem Leihwagen, einer guten Limousine, zurück, und wir bekamen dieses Auto. Natürlich musste die Frau vorher wieder ins Büro, alle Formulare ändern, drei Kunden des Lädchens mit Bananen und Nudeln abkassieren, es dauerte und dauerte…
    Als wir mit eineinhalb Stunden Verspätung dann endlich im Wagen saßen, stürzten wir uns in den verkommenen Moloch COLON. Uwe hatte einen Obst- und Gemüsemarkt einprogrammiert. Die Straße dazu hin führte an total heruntergekommenen Häuserfassaden vorbei. Wir parkten vor einem Supermarkt und liefen die letzten Meter zu Fuß, darauf bedacht untereinander nicht den Anschluss zu verlieren. Polizisten auf einem Motorrad rieten Resi und mir doch die Handys besser gut zu verstauen, anstatt die trostlosen Fassaden abzulichten. Langfinger seien hier offenbar alltägliche Weggefährten.
    Die Verkaufshalle bot Fleisch und Fisch in den Auslagen feil, da trauten wir uns nicht ran, aber eine hübsche Menge frischer nicht gekühlter Obst- und Gemüsewaren wie Kartoffel, Karotten, Salat, Zucchini und Bananen wanderten in unsere Beutel und Rucksäcke. Preis günstig.
    Im Supermarkt ein Stück weiter und in einem anderen noch ein Stück weiter deckten wir uns mit Rum ein, erstmal testweise, auch mit Milch- und ein paar Dosenprodukten. Die große Proviantierung steht ja erst in Panama City bevor.
    Zur Stärkung strebten wir danach einem caféartigen Restaurant zu. Und wer saß davor mit Capucchino und Imbiss inmitten von Einkaufstüten? Wiardus und Jutta, die wir tags zuvor erst kennengelernt hatten. Das gab ein Hallo und Fortsetzung der Erstgespräche. Zur Entspannung gönnten wir uns abends ein Essen im Restaurant der Marina. Es war zufällig Pastaabend, und für 14 Dollar „all You can eat“. Und es wurde frisch vor den Augen zubereitet und schmeckte lecker.
    Wir warteten dann noch 2 Tage ab, bis wir über das Marinabüro zumindest die Kopien unserer Zollpapiere erhalten hatten, dann strebten wir Richtung Nordost zu den St. Blas Inseln. Gar zu schaukelig war es in der Shelterbay, und unsere Solarpanels bekamen eindeutig zu viel Regenwasser im Vergleich zu Sonne ab. Wetter in Shelterbay Note 4 minus.
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