Im Guna Yala Land - die St. Blas Inseln
February 11 in Panama ⋅ ⛅ 26 °C
Alle Fahrtensegler, die es schon mal bis hierhin geschafft hatten, haben davon in den höchsten Tönen geschwärmt- die St. Blas Inseln als Vorgeschmack auf den Pazifik… Deswegen hatten auch wir uns sehr darauf gefreut, und da waren wir nun!
Vorbei nochmals an der Linton Bay, wo Uwe beim kurzen Landgang zum - als sehr gut bekannten - Chandler auch im kleinen Laden noch schönes Obst und Gemüse erstanden hatte, segelten wir neben Werner & Resi zur Insel El Providence. Wir waren nicht sicher, ob wir nochmal zu den Behörden mussten wegen des lokalen Cruising Permits. Das große von Panama aus Colon ließ ja noch auf sich warten.
Mussten wir nicht. Einmal im Monat cruisen die örtlichen Guna Yala Beamten mit Motorbooten von Boot zu Boot und fordern die Gebühr ein - 80 USD für uns und unsere Vitila.
El Providence bot nicht so viel, das Bördengebäude, eine nicht mehr benutzte Landebahn für kleine Inlandflüge, und ein ziemlich heruntergekommenes Hotel, in welchem auch kein Gast zu sehen war, für sage und schreibe etwa 450,- USD für 3 Nächte 🙈.
Zügig segelten wir weiter zu weiteren mehr oder weniger einsamen Inseln. In den Lemmon Cays, wozu mindestens 5 kleine Eilande zählen, kehrten wir in einer idyllischen Strandbar ein. Es gab witzigerweise Sangria 🤣, sehr lecker ist dort aber auch der Pinacolada in der ausgehöhlten Ananas. Hier stehen auch Zelte zur Vermietung, wo man wohl einen wirklich abgeschiedenen Urlaub verbringen kann.
Leider riss hier in den ersten Segeltagen unser Leichtwindsegel, Gennakerähnlich, aus dünnem Nylon, in Fahrt der Länge nach durch, und 1 Woche beschäftigten wir uns nur mit dem Aussuchen und Nachbestellen des Ersatzes. Da wir mit Sendungen meist schlechte Erfahrungen gemacht haben, bringt uns unser Besuch Andreas & Annett, die Anfang März auch mit durch den Panamakanal gehen werden, das neue Segel dann (hoffentlich) im Koffer mit.
Auf den Holandese Inseln („ Swimming Pool“ = Spitzname) verbrachten wir gleich ein paar Tage. Wir wechselten uns ab mit Resi & Werner mit gemeinsamem Sundowner und Abendessen. Und Uwe genoss an zwei Nachmittagen die Freude am Beachvolleyball teilzunehmen. Er war ja in seiner alten Heimatstadt Oschersleben regelmäßig zum Volleyball gegangen. Das ist eines der wenigen Dinge, die er hier am Bootsleben sehr vermisst…
Am hier regelmäßig anlegenden „Veggie-Boot“ deckten wir uns wieder mit Frischzeug ein. Das sehr hübsch gestaltete Restaurant „Ibin‘s“ kredenzte uns an einem Abend Cocktails, Bier und 2 gegrillte Langusten. Diese schmeckten so lala, aber wir waren zufrieden. Da hatten wir allerdings unsere selbstgegrillten Schalentiere noch nicht gekannt 😜.
Mit einigen Zwischenstationen zog es uns dann weiter nach Osten, zur Insel mit einem recht ursprünglichen Dorf der Guna Yala, Mamitupu. Sie leben dort sehr einfach, haben viele Kinder, handarbeiten an ihren Molas, und wirken recht glücklich. Pablo Nuñez, der 7 Jahre in England gelebt hat, führte uns herum bis in sein eigenes Wohnhaus, und erzählte viel über die Gebräuche dieses ursprünglich indianischen Volkes, das von Panama im Volksaufstand 1925 fast komplette Eigenständigkeit erkämpfte. Die Menschen im Ort waren zugänglich und interessiert, aber nicht aufdringlich oder gar bettelnd, obwohl sie wirklich wenig Geld besitzen. Zu dieser ganz östlich gelegenen Insel schaffen es ( muss man sagen „leider“, oder „glücklicherweise“?) nur wenige Touristen im Jahr.
An einem Vormittag fuhr Uwe mit Resi & Werner mit einem größeren Motorboot der Einheimischen mit hinüber ans Festland in einen Fluss hinein, wo Wäsche gewaschen und Süßwasser geholt wird. Die meisten Gunas besitzen hier ein Stück Land, das sie bewirtschaften, meist mit Anbau von Kokospalmen, Mangobäumen oder Zuckerrohr.
Wegen Wetterverschlechterung verlegten wir uns danach hinter die schützenden Inselchen bei Nargana. Es regnete fast 10 Tage lang mehrfach täglich. Weil die Temperatur auf sage und schreibe 26 Grad abnahm, gönnten wir uns einen „Glühweinabend“ und tranken die Reste von Weihnachten 25 auf. Lecker!
Auch diese Insel bei Nargana, Corazon de Jesus, wo es auch einen Flughafen für Kleinflugzeuge gibt, besuchten wir. Es gab kleine Lebensmittel-Verkaufsstellen, und wir erstanden neue Ananas, die hier einfach extrem lecker schmecken, sowie mehrere Passionsfrüchte mit hier mega viel Fruchtfleisch, nicht so wie in Deutschland oder auch im bisherigen Teil der Karibik, wo nach dem Aufschneiden an der Schale innen ein klein wenig Fruchtfleisch klebt...
Ein Ausflug in den Fluss Diabolo mit dem Dinghi brachte uns vorbei an einem Friedhof sowie Waschstellen der Frauen. Ein Krokodil zeigte sich uns leider nicht.
Aber es war trotzdem sehr schön, die üppige Vegetation spiegelte sich im Wasser, und die dichten, meterlangen Luftwurzeln der Mangroven sahen mystisch aus.
An einem Abend hatten wir dann unser erstes Grillerlebnis auf unserem Boot mit einem Schalentier: Wir hatten von einem Boot eine größere Languste erstanden. Uwe zog sich, während diese noch im großen Eimer in Salzwasser schwamm, nochmal Videos über waidgerechte Tötung und Zubereitung derselben rein. Auch Eingeweide sind ja zu entfernen. Ich bereitete die Soße aus Butter, Salz, Pfeffer, Zitrone und Knoblauch zu, mit der die Schwanzhälften auf dem Grill mehrfach bestrichen wurden. Etwas Bratkartoffeln, ein grüner Salat - es schmeckte wunderbar.
Allmählich zog es uns dann wieder Richtung Westen, wo am 11.2. mein Sohn Timon mit dem SUV aus Panama City eintraf, der relativ kurzentschlossen 2 Wochen bei uns an Bord verbringen möchte.Read more





























Traveler
Aww, da freut sich die Mutter🥰
TravelerJa, es ist mit den einsamen Inseln immer so eine Sache. Wie findet man die Balance, zwischen zuviel oder zu wenig Tourismus? Da gibt es viele Beispiele, wie es nicht gut gegangen ist aber auch einige Fleckchen Erde, die vor Massentourismus, allein durch die Anreisekosten, bewahrt wurden. Wollen wir hoffen, daß dort die Menschen die Möglichkeiten bewußt nutzen. Liebe Grüße von Grit und Frank
Doris JägerJa dieses Thema, ob man z.B. auch dort einem Kind den „Ausstieg“ in die andere moderne Welt zumindest ermöglichen sollte, hat uns abendelang zu Diskussionen angeregt. Was macht wirklich glücklich? Geld sicher nicht…