Pazifik - Tag 19, Planänderung
April 10, Pazifischer Ozean ⋅ 🌬 26 °C
156 sm, morgens wolkig, nachmittags sonnig, 6-7nBft, 28°C
Beim gestrigen Blick auf die Wetterkarte ist uns fast die Kinnlade runtergeklappt. Werner hatte eine Bildvorschau für den 22. April von den Gambierinseln geschickt, und da war alles pink! Das beutet Windgeschwindigkeiten über 40 kn. Das möchte Keiner haben. Im Tagesverlauf stellte es sich dann nicht mehr ganz so schlimm dar. Aber auch heute sind die Aussichten nicht gerade vielversprechend. Es muss also wieder mal ein Plan B her.
Wir Segeln erst einmal weiter südwestlich bis zum 15. Breitengrad. Von da geht es weiter westwärts. Ergibt sich dann ein klares Bild ohne Sturm bei der Ankunft, biegen wir wie geplant nach Süden ab. Das ist die bevorzugte Variante. Wenn dies nicht möglich ist, wenden wir uns schräg nördlich Richtung Marquesas, nicht die erste Wahl, aber eine Möglichtkeit. Immer noch besser als in einen Sturm zu geraten…
Ansonsten hatten wir heute einen trüben Morgen mit Squalls im Doppelpack. Der Wind war uns weiterhin treu, und die Wellen schaukelten uns nach wie vor ordentlich durch. Man könnte sagen, man gewöhnt sich dran, schön ist es aber nicht. Es polterte immer wieder mal, wenn wieder ein Gegenstand eine Etage tiefer wollte und sich unbemerkt rollend und rutschend zum Rande des Tisches oder der Anrichte vorgearbeitet hatte…Die Schubladen fliegen auch immer mal krachend auf und verkanten sich in ihrer Halterung, auch wenn man noch so drauf achtet sie i m m e r zu verriegeln. Schäden haben wir bisher aber noch keine zu beklagen.
Obst und Gemüse gehen langsam zur Neige. Die letzte Ananas musste ich zu Marmelade verarbeiten. Die letzte Paprika und Avocados sowie grüner Salat sind verspeist . Zitronen gegen Skorbut 😉 und Orangen, sowie Äpfel halten sich noch. Auch etwas Auberginen und 1 Zucchini sind noch da, und erstaunlicherweise auch noch viele Cocktailtomaten. Relativ unbeeindruckt von der langen Überfahrt zeigt sich, und das war bekannt, Weißkohl, etwas empfindlicher ist Rotkohl.
Heute Abend sollte also der Fischkopf vom Mahi Mahi in Form einer Fischsuppe zur Aufführung kommen. Dazu wurde der Kopf mit der Schnittfläche nach unten zuerst angebraten, nebst dem typischen Suppengemüse (Karotten, Lauch, Sellerie) und natürlich Zwiebeln. Auch ein zweites Stück vom Fisch, der Nacken, gesellte sich in den Topf. Aufgegossen wurde mit 1 Glas Wein, dann Wasser, und noch zwei Brühwürfel darin aufgelöst. Nach 30 Min. Köcheln wurden die Fischstücke/ Kopf entnommen, und Uwe löste nach dem Abkühlen das Fleisch heraus. Besonderes Augenmerk ist hier auf das sogenannte „Bäckchenfleisch“ zu legen. Es handelt sich um die sehr kurzfasrigen, zarten Kaumuskeln des Fisches. Es läßt sich mit etwas Geschick im Ganzen herauslösen und hat etwa die Größe von zwei Walnusshälften.
Parallel hatte Doris noch die Handvoll Fischfleischstücke angebraten, die ich, neben den Filets im Ganzen, noch beim Zerlegen des Tieres gewonnen hatte. Dann wurde die Suppe abgeseiht, um evtl. Hautteile und andere nicht-willkommene Kopfteile des Fisches herauszufiltern. Die Gemüsestücke vom Anbraten suchte die Köchin aber heraus, und gab sie zusammen mit den gesamten Fleischstücken in den Sud zurück. Zum Gericht vervollständigt wurde die Suppe durch gekochten Basmatireis, der einfach die letzten Minuten dazugegeben worden war. Es schmeckte umwerfend, leicht nach Fisch, und wenn man Glück hatte identifizierte man sogar ein Stück vom Bäckchen und konnte es genießen.Read more











TravelerSchon interessant , mehr spannendes von der Zubereitung der Suppe als von den segelstellungen und Wellen zu erfahren. 😂😂 Mann und Frau müssen Hunger haben 😉. Gutes weitersehen, wieviele dm noch bis Land-Ho ?
Traveler…. Weitersegeln….
Doris JägerEssen hält die Moral bei langen Überfahrten aufrecht. Morgen wieder mehr zur Segelstellung 😉 Segelstellung seit Tagen die gleiche: Gross und Genua bei Raumschot-Wind.
TravelerGutes und regelmäßiges Essen hält die Moral hoch!😀