• Pazifik - Tag 20 Stromversorgung

    April 11, Pazifischer Ozean ⋅ 🌬 26 °C

    Etmal 154 sm, bedeckt, gegen Nachmittag sonnig, 5 - 6 Bft., 28 °C; Reststrecke ca. 1300 sm

    Was einige Segler auf einer Ozeanpassage unterschätzen ist die Stromversorgung. Was in der Ankerbucht gerade so funktioniert, reicht dann draußen auf dem Ozean oft nicht mehr aus.
    Heute Vormittag war die Sonne komplett verdeckt, dadurch kaum Ertrag. Am Nachmittag kam sie dann zwar heraus, sehr schön für’s Gemüt, der Energiebilanz brachte es aber nichts mehr, da die PV-Paneele schon von den Segeln verschattet wurden.
    Viele unterschätzen außerdem, dass der Autopilot die ganze Zeit läuft, und der hat richtigen Energiehunger. Je nachdem wie gut er eingestellt ist, und wie gut die Segel getrimmt werden, kann man diesen Bedarf des Autopiloten zwar etwas im Zaum halten, bei hohen Wellen von hinten hat er trotzdem einen hohen Energiebedarf, da er hier wesentlich mehr arbeiten muss.
    Von einem anderen Segler auf unserer Strecke wissen wir, das er in der Not einen Kühlschrank zeitweise abschalten musste. Zum Glück hatte erzusätzlich eine Windfahnensteuerung dabei, die er jetzt aktivieren und so seine Energiebilanz verbessern konnte.
    Wir haben den großen Luxus einen Generator mit 9 kW an Bord zu haben, den wir abends nach Bedarf laufen lassen. Die letzten Tage mit Bewölkung am Vormittag musste er jeden Tag eine Stunde ran und füllte die Akkus noch zusätzlich auf. Ein funktionierendes System, auch mit Reserven, ist also für so eine Passage enorm wichtig. Ich würde aus meiner Erfahrung jedem Langzeitsegler zum Einbau eines Generators raten, oder zumindest ein kleines mobiles Gerät (z.B. kleiner Honda 2,2 kW) in Bereitschaft halten, v.a. wenn man mehrere Kühlschränke, einen Froster und/oder eine Klimaanlage betreibt. Dann bekommt man bei bedecktem Wetter nicht gleich Herzflattern und muss um seine eingefrorenen Steaks (oder Gemüse …. 🤣) bangen, oder gar die halbe Nacht am Steuerrad hängen.
    Heute blies der Wind weiterhin aus voller Puste, Minimum 16 Ktn., meist 19 - 23, in Spitzen 27, wir kommen dementsprechend gut voran. An der Wetterfront gibt es auch neue Hoffnung. Im Moment sieht es so aus, als ob wir doch direkt bis Gambier durchsegeln können. Wir behalten es im Auge und informieren euch.
    Zum Abendessen gab es heute nochmal indisches Curry mit Hühnchen. Da der grüne Salat inzwischen ausgegangen ist, startete heute die „Coleslaw Zeit“. Diese ursprünglich niederländische Erfindung wurde in der Tat von den Amerikanern zu seiner heute bekannten Art weiterentwickelt. Er besteht aus Weisskraut, Möhren und Zwiebeln, alles fein gehobelt, vermengt mit der typischen weißen Salatsoße mit leicht süßlichem Charakter. Eine der wenigen Kreationen, mit der - nach meiner Meinung - die USA die Kulinarik der Welt bereichert haben.
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