Pazifik - Tag 22 Chin. Hochseeflotte
April 13, Pazifischer Ozean ⋅ 🌬 26 °C
152 sm, Wind 5 - 6, sonnig, 28°C
Beim betrachten der AIS-Karte bekam ich einen riesigen Schreck. Direkt vor uns, wie auf einer Perlenkette aufgefädelt, sah ich Signale von Fischerbooten oder Fischernetzen, was auch immer. Da kann man doch nicht einfach durchfahren, war mein erster Gedanke. Ich will ja nicht an einem Netz hängen bleiben. Und wie es der Zufall will, werden wir diesen Unbekannten natürlich in der Nacht begegnen. Wie gut ist es da, wenn man eine gute Community hat, bei der man gleich mal eine Frage stellen kann, in diesem Fall TO-Pazifik. Wir haben in unserem Verein Transocean inzwischen an die 40 Gruppen mit den unterschiedlichsten Profilen. Schnell kam Entwarnung. Bei den grauen Signalen handele es sich um Bojen, die man im Abstand von mind. 100 m umfahren könne. Hinter den orangen Signalen stecken Fischerboote, da sollte man etwas mehr Abstand halten.
Das sagt ChatGPT dazu: Die chinesische Fischfangflotte ist nach heutigen Analysen die größte der Welt. Eine aktuelle Auswertung von Oceana kommt zu dem Ergebnis, dass China zwischen 2022 und 2024 mit rund 57.000 industriellen Fischereifahrzeugen etwa 44 % der weltweit sichtbaren industriellen Fangaktivität stellte. 
Wichtig ist aber der Unterschied zwischen:
• gesamter chinesischer Flotte: Küstenfischerei, Hochseefischerei, Aquakultur-Logistik usw.
• Fernfischereiflotte: Schiffe, die weit außerhalb chinesischer Gewässer operieren, also z. B. vor Südamerika, Westafrika oder im Südpazifik. Die FAO beschreibt Chinas Fernfischerei als seit 1985 aufgebaut; für 2022 meldete China dafür rund 2,3 Mio. Tonnen Fang. 
Für den Pazifik und Südatlantik besonders relevant sind oft die Tintenfischfänger. Frühere Auswertungen von Global Fishing Watch nannten allein für die chinesische Tintenfischflotte rund 352 Schiffe im Raum Südamerika. Diese Boote arbeiten häufig nachts mit sehr starken Decklichtern, um Kalmare anzulocken – deshalb sieht man sie auf See oft schon von weitem als „schwimmende Lichtinseln“.
Wir konnten diese Boote und Bojen gut umschiffen und hatten uns von unserem ersten Schreck schnell erholt.
Über diese Art sich weltweit außerhalb nationaler Gewässer am allgemeinen Fischreichtum zu bereichern, geschützte Arten wie z.B. Haie als gern gesehenen „ Beifang“ mit einzuheimsen und durch die Perfektionierung der Fangmethoden den Bestand and Meereslebewesen rücksichtslos und profitgeil zu dezimieren, kann ich mich allerdings sehr aufregen.
Zum Abendessen gab’s aufgewärmte Fischsuppe und ein Stück Frittata.Read more







Catamaran MahanaDas hatte ich nur auf dem AIS gesehen in großer Entfernung von uns. Schön, dass euch nichts passiert ist mit den Netzen
TravelerDieses weltweite fischen regt mich auch sehr auf. Leider ist das UN-Seerechtsübereinkommen "für die Fisch".
Doris Jäger😢 da hast du leider Recht