Pazifikpassage - ein Fazit
10. maj, Fransk Polynesien ⋅ 🌬 24 °C
Hier ein kleines Fazit unserer Pazifiküberquerung von Las Perlas zu den Gambier Inseln. Rückblickend war der Törn nicht so entspannt wie die Atlantiküberquerung, damals hatten wir auch besonders viel Glück mit dem Wetter. Trotzdem werden wir sie nicht in schlechter Erinnerung behalten. Wir legten eine Strecke von 3950 sm zurück und benötigten dafür 29 Tage und 7 Std. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,62 kt. Leider mussten wir für die Passage recht häufig unsere Motoren in Anspruch nehmen. Mit 128 Motorstunden und 450 l verbrauchtem Diesel sind wir ziemlich ans Limit geraten. Zwei Drittel des Verbrauches fällt in die letzten vier Tage. Wäre der Sprit vorzeitig ausgegangen, hätten wir weiter segeln und damit auf Wind warten müssen. Unbedingt beachten sollte man, dass sich der Dieselverbrauch durch den Bewuchs der Rümpfe enorm erhöhen kann. So schluckten unsere Motoren 25% mehr Diesel gegenüber dem sonst üblichen Verbrauch.
Einiges ist unterwegs zu Bruch gegangen. So büßten wir drei Leinen ein: Eine kam in den Propeller, der Unterliekstrecker und die Leine fürs 1. Reff scheuerten sich durch. Ein Block und ein Schäkel gingen kaputt, als der Bullenständer reinkrachte. Der Reißverschluss vom Lazybag funktioniert nun gar nicht mehr, da sich sein loses Ende fest in einen Block hineingezogen hatte. Alles in allem zu verschmerzende Verluste, wenn man ausreichend Ersatz dabei hat so wie wir.
Alle technischen Gerät, allen voran der Autopilot und der Wassermacher, funktionierten durchgehend super ohne zu mucksen.
Für das leibliche Wohl hat Doris super gesorgt. Wir hatten bis zum letzten Tag etwas Obst und Gemüse. Am besten hielten sich vom Obst Orangen, Pampelmusen und Äpfel. Weißkohl, Rotkohl, Möhren und Cocktailtomaten waren auch bis zum Schluss einige vorrätig. Von den großen Flaschentomaten sind sogar jetzt noch einige da, ebenso wie zwei Orangen. Auch mit der Haltbarkeit von Auberginen und Zucchini in braunen lichtdichten Papiertüten waren wir sehr zufrieden. Wohlgemerkt hatten wir fast alles Obst und Gemüse in Panama City am letzten Tag auf dem Markt San Felipe Neri frisch erstanden. Schnell verdarben hingegen Paprika, Blumenkohl und Brokkoli sowie Avocados. Sie alle müssen von Anfang an in den Kühlschrank, aber da war nicht genug Platz für alles. Von unseren 160 Eiern hatten wir bis vor kurzem noch 20 Stück im Warmen übrig. Fünf davon sind faulig über Bord gegangen, der Rest war noch verwertbar, zumindest im durchgegarten Zustand. Wichtig ist, sie regelmäßig zu drehen, sonst klebt der Dotter innen an der Schale fest. Eingefettet hatten wir sie nur zum Teil. Allerdings wanderten die Eier nach und nach in die Kühlung, wenn welche verbraucht waren, aber einige blieben sehr lange draußen im Vorratsraum.
Unterwegs hatten wir auch mit dem Angeln Glück, aber erst, nachdem ich auf unseren Zahnpastaköder umgestiegen war. Zwei Mahi Mahi’s und ein großer Bonito konnten der Versuchung nicht widerstehen. Einmal stieg ich von meinem Stahlvorfach auf ein Vorfach mit kräftiger rosa Angelschnur um. Diese Konstruktion hielt aber nur genau einen Tag, dann biss ein Fisch sie glatt durch. Glück für ihn, wir haben Angelkaken, bei denen sich der Widerhaken mit der Zeit auflöst. Also, Stahlvorfach ist notwendig, wenn man nicht nach und nach alle Haken verlieren will…
Schlussendlich müssen wir sagen, wir hatten eine gute Überfahrt mit wenig Schäden, ohne Seekrankheit und meist sonnigem Wetter. Der Wind und die Wellen hätten sicher manchmal etwas weniger sein können. Wenn wir aber so in den Foren lesen, wie es anderen Crews erging und ergeht, können wir wohl sehr zufrieden sein.Læs mere





































Rejsende
Wieso ist denn eure Nationale eingerollt beim Segeln ?
RejsendeDu triffst in den vier Wochen eh kein Boot und der Flagge wird durch dem starken Wind sehr zugesetzt.
RejsendeGratulation zu eurer Leistung!👏👏Die Squalls welche ihr im Atlantik nicht hattet holten euch im Pazifik ein....