• Lala Mukha Tented Khao Yai 2/3

    21.–22. jan., Thailand ⋅ ☁️ 28 °C

    Um 06:00 Uhr riss uns der Wecker aus dem Tiefschlaf.

    Mit kleinen, müden Augen machten wir uns für den heutigen, mehr als zwölfstündigen Ausflug bereit.

    Um 6:30 Uhr wurde uns je eine Papiertüte mit unserem Frühstück in die Hand gedrückt und schon standen wir vor Jum.

    Jum war unsere Tourguidin, die uns den “Khao Yai Nationalpark” näher bringen möchte. Dazu hatte sie einen Pickup dabei, welcher überdacht war und mit zwei Sitzbänken ausgestattet war. Eine durchsichtige Plane, die zwischen Fahrerkabine und der Ladefläche gespannt war, schützte uns gegen den Fahrtwind.

    Wir waren bereit für das Abenteuer.

    Wir erreichten gut 15 Minuten später den Eingang des “Khao Yai Nationalparks”.

    Der “Khao Yai Nationalpark” ist einer der bekanntesten und ältesten Nationalparks des Landes. Er ist UNESCO-Weltkulturerbe und berühmt für seine dichten Wälder, Wasserfälle und seine reiche Tierwelt. Dabei ist wichtig, dass er kein Dschungel, sondern ein Wald ist. Der Wald liegt höher, dadurch ist das Klima kühler und weniger feucht als die typischen Tiefland-Dschungel.

    Dazu besteht die Vegetation aus immergrünen Wäldern, Mischwäldern und Bergwäldern. Die Bäume stehen weniger dicht, es gibt mehr Licht und klar erkennbare Baumstrukturen.

    Dschungel beschreiben dabei vor allem sehr dichte, schwer durchdringliche Vegetation mit viel Unterholz.

    Wenige Meter nach dem Durchqueren des Eingangs sahen wir bereits unsere ersten Wildtiere.

    Mehrere “Nördliche Schweinsaffen” tummelten sich am Strassenrand und auf den Dächern der hier zu findenden Souvenirläden und Restaurants.

    Sie warteten eifrig darauf, einem unaufmerksamen Touristen etwas Essbares zu klauen oder sogar gefüttert zu werden.

    Dabei wiesen jegliche Schilder auf das Verbot der Fütterung der Wildtiere hin.

    Die “Nördlichen Schweinsaffen” sind eine mittelgrosse Makakenart aus Südostasien. Sie fallen durch ihren kurzen, schweineähnlichen Schwanz auf und zeichnen sich durch ihre hohe Intelligenz aus. Sie leben in Gruppen und sind sehr anpassungsfähig. Leider sind sie trotzdem gefährdet, da ihr Lebensraum immer mehr schrumpft.

    Wir donnerten im zweiten Gang die steile, stark kurvige Strasse hinauf.

    Bereits jetzt war die Aussicht atemberaubend. Wir waren umgeben von endloser Natur, dem Zwitschern von Vögeln und dem Tuckern des Motors. Ein letztes Mal konnten wir die immer schneller werdende Welt um uns ausblenden, die warmen Sonnenstrahlen geniessen und die Luft der reinen Natur aufsaugen.

    Kurze Zeit später hielten wir beim ersten von Jum gesichteten Tier an.

    Das “Schwarze Rieseneichhörnchen” sass genüsslich auf einem der höheren Äste eines Baumes und war damit beschäftigt, dessen Blätter sorgfältig aufzuessen. Mit seiner beeindruckenden Grösse sah es für uns nicht mal mehr wie ein Eichhörnchen aus. Kurze Zeit später packte Jum aber ihr Spektiv aus. Wir konnten nun die Einzelheiten des Wildtieres erkennen.

    Ein “Schwarzes Rieseneichhörnchen” ist das grösste Eichhörnchen Thailands. Es lebt hoch oben in den Baumkronen, ist tagaktiv und vor allem in diesem Nationalpark gut beobachtbar. Dabei ist es bis zu 1.6 Kilogramm schwer und kann eine Körpergrösse von 37.5 Zentimeter erreichen. Dazu kommt ein langer, buschiger Schwanz von bis zu 46 Zentimetern.

    Die Fahrt ging weiter und die morgendlichen Farben erstrahlten am Himmel. Kaum hatten wir uns wieder auf die Suche nach Wildtieren gemacht, hielten wir bereits wieder an.

    Uns wurden ein männliches und ein weibliches Exemplar eines “Orangebrusttrogon” gezeigt.

    Zu unserem Glück waren wir wirklich genau zum richtigen Zeitpunkt im Nationalpark. Es war nicht nur Trockenzeit, was unterstützend ist, die Tiere ausserhalb ihres Verstecks zu sehen, sondern es war auch Paarungszeit. Somit hatten wir allerlei Chancen, nicht nur ein Wildtier zu sehen, sondern gleich auch seinen Partner.

    “Orangebrusttrogone” haben eine auffällige orangefarbene Brust, die bis zum Schwanz hin gelb wird. Es handelt sich bei diesen Vögeln um eher ruhige und scheue Tiere. Sie sitzen gerne minutenlang völlig regungslos, um ihre Beute zu erspähen, was es wiederum den Menschen schwer macht, sie zu entdecken. Die Vögel sind ein Zeichen für gesunde Wälder, da sie ungestörte Lebensräume bevorzugen.

    Trotz ihrer häufigen Vertretung in Thailand ist es eine Seltenheit, sie zu sehen.

    Zu unserer eigenen Überraschung entdeckte Tim das nächste Tier. Gut, es war auch nicht sonderlich schwierig, da der “Sambarhirsch” ungestört im hohen Gras gleich neben der Strasse lag. Er interessierte sich kein bisschen für uns, nicht einmal, als wir den Pickup wendeten, um ihn erneut anzusehen.

    Der “Sambarhirsch” ist der grösste Hirsch Südostasiens, mit einer Schulterhöhe von bis zu 160 Zentimetern und einem maximalen Gewicht von 220 Kilogramm. Sie haben kurzes, dunkelbraunes Fell. Dieses ist zotteliger und dichter sowie weniger leuchtend als das der anderen Hirscharten im Nationalpark.

    Die Tiere leben vor allem in dichten Wäldern, kommen aber zum Fressen auf Wege, an Bäche oder offene Grasflächen. Zudem sind sie nachtaktiv und meiden tagsüber offene Plätze, um Raubtiere zu vermeiden.

    Irgendwie fühlte es sich komisch an, ihn nur so daliegen zu sehen. Wir wussten beide nicht, ob er krank oder wirklich nur desinteressiert war.

    Als nächstes begegneten wir einem “Langschwanz-Breitrachen”.

    “Langschwanz-Breitrachen” haben einen schwarzen Kopf und leuchtend buntes Gefieder mit einer gelben Kehle. Sie bleiben das gesamte Jahr über in Thailand und gehören dadurch zu den Standvögeln.

    Durch das Spektiv sahen wir den kleinen Vogel in voller Farbenpracht und Grösse. Er hatte wirklich ein wunderschönes, buntes Gefieder, mit einem schwarzen, helmähnlich aussehenden Gefieder auf dem Kopf. Jum lachte, als Tim dies bemerkte. Die Einheimischen benannten den Vogel mit dem Spitznamen “Helmet Bird”.

    Wir erreichten noch immer in der angenehmen Morgendämmerung das “Khao Yai National Park Visitor Center”.

    Hier durften wir das mitgebrachte Frühstück verspeisen.

    Davor gab es noch eine Führung um das Touristenzentrum. Um dieses führte nämlich der stark von Tieren besuchte “Lam Takhong”-Fluss.

    Zu unserer Freude sahen wir direkt auf einen Blick, also Jum ihren, zwei verschiedene Echsen.

    Eine kleinere, grüne “Chinesische Wasseragame” befand sich gut getarnt auf einem Ast eines kleinen Baumes und liess sich in der Sonne aufwärmen. Nach mehrmaligem Suchen und Anleitungen von Jum fand auch unser blosses Auge die Echse.

    Die “Chinesische Wasseragame” ist die grösste Echse des Landes. Ihre normale Körperfarbe ist grün, die sich je nach Umgebung hell- oder dunkelgrün verändern kann. Ausgewachsene Männchen besitzen einen prächtigen Kamm auf dem Kopf, der bei den Weibchen kleiner ist.

    Sie rennen, wenn sie sich erschrecken, nur auf den beiden Hinterbeinen weg und halten die Vorderbeine hoch. Bei ernster Bedrohung tauchen sie ins Wasser, da sie lange unter Wasser bleiben können.

    Der grössere, muskulöse “Bindenwaran” sahen wir beide tatsächlich auch ohne Spektiv und ohne grosse Hilfe. Er war gerade auf dem Weg, den morgendlichen Schwumm abzuschliessen, um sich auch in der Sonne zu sonnen. Dabei sah er mit seiner speziellen Musterung, ähnlich wie bei einer Raubkatze, wirklich furchterregend aus.

    In einem ausserordentlich langsamen Tempo bewegte er sich einen Meter aus dem Wasser und liess sich nieder.

    Ein “Bindenwaran” kann bis zu drei Meter lang werden und ist dabei einer der grössten Warane der Welt. Er ist ein guter Schwimmer, Allesfresser und lebt in Wassernähe. Dabei badet er gerne am Wasserufer in der Sonne. Für die Jagd kann er lange unter Wasser bleiben und versteckt sich bei Gefahr darin.

    Gleich wenige Meter vor dem “Bindenwaran” tauchte gerade eine uns unbekannte Schildkröte tief ins Wasser ein. Trotzdem hatten wir Glück, noch einen kurzen Blick auf sie zu erhaschen.

    Nach der kurzen Bekanntschaft wurden wir zu unserem nächsten Wildtier gebracht. Ein “Grünohr-Bartvogel” sass hoch oben auf einem Baum. Er war gerade damit beschäftigt, ein Loch daraus zu schlagen, um es als Nest zu nutzen.

    Der “Grünohr-Bartvogel” höhlt für sein Nest, wie die meisten Bartvögel, Baumstämme aus. Dabei erweitern sie auch gerne einmal alte Spechthöhlen. Sie fressen ausschliesslich Früchte und Beeren und sind deshalb wichtige Samenverbreiter im Wald.

    Auf das nächste Lebewesen wurden wir langsam von Jum vorbereitet. Wir hatten bereits beide eine Vorahnung, was uns erwarten würde.

    Tim hielt bereits grösseren Abstand, da er genau wusste, was kam. Wir wurden schon auf unserer Weltreise so vorbereitet.

    Es war nämlich am allerwichtigsten, keine hektischen Bewegungen zu machen und auf keinen Fall etwas zu berühren, das das Tier in die Flucht schlagen könnte.

    Und tatsächlich bestätigte sich unsere Vermutung.

    Eine kleine, grüne Schlange war gerade dabei, ein vor ein paar Tagen gegessenes Tier zu verdauen. Dabei waren ihre Augenlider verschlossen und gaben uns keine Möglichkeit, ihre gelben Augen zu sehen. Die “Grüne Grubenotter” schlief tief und fest. Jum wusste, dass die “Grüne Grubenotter” hier war, da sie bereits vor mehreren Tagen diesen Platz für die bis zu mehreren Wochen dauernde Verdauung ausgesucht hatte.

    Trotz der Faszination, vor allem von Jasmins Seite, waren wir beide froh darüber, dass sie tief und fest schlief.

    Die “Grüne Grubenotter” ist eine gefährliche, leicht giftige Schlange. Sie gehört zu den grösseren ihrer Art, was sie sehr imposant macht. Ihr hämotoxisches Gift zerstört Muskeln und Gewebe und kann bei Menschen Schwellungen und Schmerzen verursachen. Es ist dabei aber nur selten tödlich, wenn medizinische Hilfe vorhanden ist.

    In Windeseile verschlangen wir die vom Resort eingepackten Sandwiches, Eier und Früchte. Den Salat bewahrten wir auf, da wir wirklich keinen so grossen Hunger verspürten. Wir waren mehr darauf fokussiert, allerlei Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen, als Stunden beim Frühstück zu verplempern. Zudem verspürten wir beide nicht den Drang, unser Essen mit den “Nördlichen Schweinsaffen” zu teilen.

    Laut Jum lauerten diese nur darauf, uns um eines der Sandwiches zu erleichtern.

    Zurück beim Pickup waren wir vor Jum zurück. Vermutlich hatte sie sich bei ihrem Frühstück etwas mehr Zeit gelassen.

    Während wir warteten, kreuzte eine “Sambarhirschkuh” mit ihrem Kalb unseren Weg. Sie kamen vorsichtig aus dem Dickicht des Waldes heraus und assen das saftige Gras gleich am Ufer des Flusses. Gemeinsam liefen sie vorsichtig der Böschung entlang und erschraken über selbst zertrampelte Äste.

    Als wäre der Fluss nicht bereits überfüllt, kamen die nächsten Wildtiere bereits angeflogen.

    Mehrere “Malabarhornvögel” nahmen hoch oben auf einem Baum Platz und machten ihre unverkennbaren Geräusche, die wir später sogar auf Wanderungen von all den anderen Geräuschen unterscheiden konnten.

    Der “Malabarhornvogel” hat seinen thailändischen Namen “Kek” durch seinen charakteristischen, lauten Ruf erhalten. Sie sind vor allem sehr auffällig durch ihren Schnabel, an dem ein grosses Schnabelhorn sitzt. Auch sie gehören zu den wichtigen Samenverbreitern des Waldes, essen jedoch auch Insekten, kleine Reptilien und Vögel.

    Sie wechselten immer wieder den Platz auf den Bäumen.

    Als Jum zurück war, wollten wir bereits wieder in den Pickup steigen, als Jum uns zu sich rief.

    Wir durften auf einem Blick auf vier Wildtiere, deren Namen wir nicht mehr wussten sehen.

    Dabei handelte es sich um einen bunt gefiederten Specht, einen Eisvogel beim Versuch, einen Fisch zu fangen, sowie einen Reiher und einen Kormoran bei der gleichen Tätigkeit.

    Der nächste Stopp lag ungefähr eine halbe Stunde entfernt.

    Mit erhaltenen Blutegelsocken machten wir uns auf den Weg für die heutige Wanderung. Die Socken waren zum Glück in der Trockenzeit kein Muss. Die Tiere verkriechen sich nämlich bei fehlender Feuchtigkeit in die Tiefe des Bodens, um an Feuchtigkeit zu gelangen.

    Dafür aber halfen die Socken in dieser Zeit gegen unangenehme und gefährliche Zecken.

    Kaum starteten wir in die Wanderung, begegneten wir einem Ehepaar von “Grossen Hornvögeln”. Sie waren auf zwei übereinanderliegenden Ästen gelandet und ihre Flügelschläge waren bei der Landung nicht zu überhören.

    “Grosse Hornvögel” sind einer der grössten waldbewohnenden Vögel Südasiens. Mit über einem Meter Körpergrösse und einer Flügelspannweite von bis zu 1.5 Metern sind sie sehr auffällige Waldbewohner. Sie haben einen riesigen, hohlen Schnabelhelm, der zur Verstärkung ihrer Rufe dient. Sie essen alles von Früchten über andere Tiere, Eier und Insekten bis hin zu Eichhörnchen und Eulen.

    Sie waren damit beschäftigt, ihren Baum zu säubern und aufzuräumen, um ihr Nest für den baldigen Nachwuchs vorzubereiten.

    An Spuren von Bärenkrallen am Baum vorbei, begaben wir uns in das Innere des Waldes.

    Keine zehn Minuten vergingen als wir ein weiteres Geräusch hörten. Eine Familie “Weisshandgibbons” befand sich über unseren Köpfen. Sie waren gerade auf der Suche nach Futter und begaben sich hierfür relativ tief zum Boden herunter.

    Besser für uns, da wir einen besseren Blick auf die uns bekannten “Weisshandgibbons” werfen konnten.

    Die “Weisshandgibbons” haben im Gegensatz zu den meisten anderen Affenarten keinen Schwanz. Dank ihrer langen Gliedmassen sind sie Meister im Schwingen von Ast zu Ast. Ihr lauter Ruf machte uns auch dieses Mal auf sie aufmerksam.

    Wir liefen weiter in den Wald hinein.

    Plötzlich blieb Jum stehen und liess uns in der Luft schnuppern. Es roch eindeutig nach Elefant. Sie deutete uns an leise zu sein. In nicht allzu grosser Ferne hörten wir Bäume brechen und Äste knacken.

    Wir warteten und hörten die Geräusche näherkommen. Jasmin war irgendwie die einzige, die mit allem ausser einem Treffen mit “Asiatischen Elefanten” gerechnet hatte.

    Als Jum mitteilte, dass die Tiere einen anderen Weg einschlugen, fiel Jasmin ein Stein vom Herzen.

    Kurz und knapp gesagt, standen wir ein wenig später knapp 20 Meter vor einem grossen, grauen Hinterteil. Ehrlich gesagt standen wir bereits drei Mal vor einem "Asiatischen Elefanten" bevor wir beide ihn sahen.

    Die Elefantenfamilie gab uns zu erkennen, dass auch sie uns bemerkt hatten und gaben ein Warnsignal von sich.

    Wir machten uns innerhalb von Minuten aus dem Staub und gaben ihnen den verlangten Abstand.

    Wenig später trafen wir auf ein weiteres Paar “Orangebrusttrogone” und einen “Furchenhornvogel”. Beide beobachteten wir seelenruhig durch das Spektiv und durften dabei ihre Gefiederpracht bewundern.

    Der “Furchenhornvogel” ist kleiner als seine beiden Verwandten und wird eher selten im Nationalpark gesichtet. Er hat einen kleineren, gerippten Helm auf dem Schnabel und einen Kehlsack. Die männlichen Exemplare haben einen gelben mit einem schwarzen Band, die weiblichen einen blauen Kehlsack.

    Noch bevor wir zum Mittagessen aufbrachen, bekam Jum eine Benachrichtigung von einem ihrer Freunde im Park.

    Mit einer schnelleren, aber immer noch angemessenen Geschwindigkeit suchten wir ein grosses, offenes Feld auf. Hier gab es viele Stellen, an denen allerlei Tiere wichtige Mineralien aus dem Boden lecken können.

    Zu unserem Glück befand sich gerade zu diesem Zeitpunkt eine grössere “Asiatische Elefanten”-Familie vor Ort. Die meisten waren jedoch durch die hügelige Landschaft und im hohem Gras versteckt.

    In einem kleinen lokalen Restaurant wurde uns ein leckeres Mittagessen serviert.

    Es gab gebratenen Reis mit Gemüse und Tofu mit einem Spiegelei. Einen zusätzlichen Teller mit leckerem Gemüse mit eine fantastisch schmeckenden Sauce. Dazu durften wir beide ein Getränk auswählen und bekamen zum Dessert frisch geschnittene Ananas serviert.

    Gleich nach dem Mittagessen kehrten wir noch einmal zu den “Asiatischen Elefanten” zurück.

    Dieses Mal traute sich ein männliches Kalb mit bereits herauswachsenden Stosszähnen und einer beeindruckenden Grösse mit seiner Mutter etwas mehr aus ihrem Versteck. Somit hatten wir sogar die Gelegenheit, einzelne Merkmale mit dem Spektiv zu sehen.

    Danach fuhren wir an einem Campingplatz vorbei, auf dem allerlei “Sambarhirsche” ihr heutiges Mittagessen suchten. Sie suchten sich das saftigste Gras neben den hier stehenden Zelten und Campern.

    Danach suchten wir den “Nam Tok Haew Suwat” auf.

    Ein 30 Meter hoher Wasserfall, der über einen leichten Wanderweg erreichbar ist. Besonders beeindruckend ist er in der Regenzeit, wenn der Wasserfall seine volle Grösse erreicht. Nicht nur die traumhafte Umgebung und die Anzahl an Wildtieren machen ihn bekannt, sondern auch der Dreh des berühmten Films “The Beach” mit Leonardo DiCaprio.

    Wir spazierten den Weg hinunter und genossen zu zweit auf einem der grösseren Steine das herunterplätschernde Wasser. Trotz Trockenzeit hatte der Wasserfall reichlich Wasser im Angebot.

    Nach dem Kauf eines Eiskaffees für 1.79 Franken machten wir uns wieder auf den Weg.

    Tatsächlich schafften wir es am Nachmittag, allerlei nicht alltägliche Tiere zu sehen.

    Wir trafen auf einen “Goldschakal”, der eigentlich sehr scheu und meist nachtaktiv lebt, einen “Braunliest”, einen farbenprächtigen Eisvogel, der bis zu 40 Zentimeter gross wird. Dazu kam ein “Turmfalke”, ein Überwinterungsgast, der gerne auf offenen Flächen beobachtet werden kann.

    Auch ein “Muntjak”, ein Hirsch mit gerade einmal 50 Zentimeter Schulterhöhe und einem maximalen Gewicht von 35 Kilogramm. Sie sind dämmerungsaktiv und auf dem Menüplan des “Goldschakals”.

    Später, während des Sonnenuntergangs, schauten wir noch einmal bei den “Asiatischen Elefanten” vorbei. Zu unserem Pech waren sie bereits wieder im Dickicht verschwunden.

    Zum Abendessen besuchten wir erneut das Restaurant vom Mittag.

    Tim nahm Reis mit Gemüse und Hähnchen. Für Jasmin gab es ebenfalls Reis, aber ein mit Gemüse gefülltes Omelette. Dazu gab es wieder einen Teller mit frischem Gemüse zum Teilen.

    Nach dem Abendessen kehrten wir zum "Khao Yai National Park Visitor Center" zurück und stiegen in ein anderes Auto um.

    Nach 17:00 Uhr, wenn die Nachtsafari anstand, durften keine Gäste mehr selber im Nationalpark herumfahren. Nur noch die Ranger mit ihren eigenen Fahrern und einer Angestellten durften los. Jum kam dabei mit uns, sass hinten auf der Ladefläche des Pickups mit uns.

    Nach wenige Minuten sahen wir vermutlich eine Familie von “Streifenroller”.

    “Streifenroller” ist eine Raubtierart aus der Familie der “Schleichkatzen”. Sie leben in Südostasien, gerne in tropischen Regenwäldern. “Streifenroller” sind Allesfresser und baumbewohnend. Sie können gut klettern und von Ast zu Ast springen.

    Als hätten wir nicht bereits genug gesehen, wurden wir etwas später von einem männlichen und weiblichen “Malayischen Stachelschwein” überrascht.

    Das “Malayische Stachelschwein” ist ein nachtaktiver Pflanzenfresser. Es ist sehr scheu und stellt zur Verteidigung seine scharfen, 30 Zentimeter langen Stacheln auf. Damit schlägt es den Feind und die leicht lösbaren Stacheln bleiben im ihm stecken. Mit über 25 Kilogramm gehört es zu den grössten Asiens.

    Wir hatten noch nie in unserem Leben etwas so Niedliches gesehen.

    Kurze Zeit später trafen wir erneut im hohen Gras auf “Asiatische Elefanten” und unser Weg wurde von mehreren “Goldschakalen” gekreuzt.

    Bereits auf dem Weg zurück in Richtung Ausgang des Nationalparks bekamen wir die vermutlich grösste Überraschung von allen.

    Tatsächlich hatten wir es geschafft, eine “Leopardkatze” zu sehen.

    Ein etwa sieben Kilogramm schweres und 100 Zentimeter langes Raubtier, das einer Hauskatze sehr ähnlich sieht. Dabei verlängert der Schwanz den Körper um weitere 50 Zentimeter. Es handelt sich um keine Leopardenart, sondern um eine Wildkatze.

    Mit einem breiten Strahlen im Gesicht setzten wir uns wieder in den Pickup von Jum.

    Als wäre es nicht bereits genug gewesen, spazierte wenig später noch eine dreiköpfige “Malayische Stachelschwein”-Familie über die Strasse.

    Abends holten wir noch eine Eiscreme für 2.55 Franken aus dem “7-Eleven” und kuschelten uns ins warme Bett.

    Was für ein fantastischer Tag, den wir gerade erleben durften.

    Ausgaben:
    - Lebensmittel: 4.34 Fr.
    Insgesamt: 4.34 Fr.
    Gesamtkosten: 2’834.86 Fr.
    Læs mere