• 2. Tag

    February 25 in Vietnam ⋅ ☁️ 26 °C

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    Mein Eindruck hat nicht getäuscht: Vietnam ist was für Bustouristen. Auf eigene Faust etwas zu unternehmen ist in diesem kommunistischen Land schwer.
    Wir werden früh abgeholt und mit dem Kleinbus aus der Stadt gefahren. Zwar war das Frühstück etwas besser als in Kambodscha, aber dafür war der Kleinbus abenteuerlicher. Im Mekongdelta lernen wir Vietnam insight kennen. Zunächst werden wir in einem Zentrum abgeliefert, in dem man sich über Seide, Bambus und Kokos informieren kann. Wie in der Türkei und Ägypten fehlt der Shop nicht. Unser Schwerpunkt heute liegt auf Kokos! Wir besteigen ein Boot einer Kooperative und besichtigen eine traditionelle Ziegelei. Im Strangguss werden Hohllochziegel und Vollziegel aus tonhaltiger Erde in Handarbeit gebrannt. Dahinter bestaunen wir das entfernen der Schale von Kokosnüssen in Handarbeit, teilweise im Akkord. Erst danach sind sie in der Form, wie wir sie kennen. Manuell werden sie aufgeschlagen und der Saft entfernt. Teilweise ist er schon dick, weil die Nuss überreif ist. Schmeckt aber trotzdem gut! Dann wird das sehr ölhaltige Mark rausgeschält. Das Öl nennen wir Palmöl und benötigen es für Seife, Margarine oder Schokolade. Dazu muss aber die Schale entfernt werden, die auch nochmal ausgepresst wird. Es ist sicher, dass ich jetzt bei jedem Biss in eine Schokolade an die ca. 10 Personen denken werde, die eine Stunde für diesen Bissen arbeiten müssen. Auch die Produktion von „Werthers Echte“ haben wir Teil. Dabei wird die abgelassene Milch eingekocht, so dass eine klebrige Masse entsteht. Jeder Bonbon wird von Hand geformt und eingewickelt, zumindest für uns Touristen. Natürlich dürfen wir auch hier alle Produkte aus Kokosnüssen kaufen. Beim Mittag bekommen wir noch die Technik des „Strohmattenwebens“ mit. Ok, das Mittag ist abwechslungsreich und den Kaffee und den Schnaps am Ende muss man bezahlen. Eine kurze Fahrt mit einem Boot zum Staken durch das Delta rundet den Eindruck über dieses große Flusssystem ab.
    Der Mekong ist ca. 4500 km lang und einer der längsten Flüsse der Erde. Die 9 Hauptarme des Delta sind je 2 km breit. Seine Tide liegt bei 10-15 m zwischen der Trocken- und Regenzeit. Hier im Delta gilt der größte See in Kambodscha als Polder bzw. Vorfluter. Deshalb ist dort der Höhenunterschied bemerkbar, während er hier am Ausgang des Flusses nur 1-2 m beträgt.
    Vietnam ist kommunistisch. 6 Prozent Parteikader bestimmen über 10 Millionen Menschen. Es gibt nur eine Partei und die revolutionären Parolen hängen überall herum. Schließlich sind im März Wahlen und es wird eine Wahlbeteiligung von 100 Prozent geben und alle Kandidaten der kommunistischen Partei werden in Politik und Verwaltung mit überwältigender Mehrheit gewählt werden.
    Des Straßenverkehr verläuft gesittet und Staus von 40 km Länge sind zur Hauptverkehrszeit normal. Wie gut, wen man einen Motorroller hat.
    Wir essen landestypisch; ein Curry wäre mir lieber, aber in einer Gruppe muss man sich fügen.
    Bei meinem alleinigen abendlichen Bummel stelle ich fest, dass Saigon eine gewöhnungsbedürftige Stadt ist. Die Sportstätten sind gut besucht aber die Sehenswürdigkeiten sind nichteinmal angestrahlt. Offensichtlich sollen die Touristen abends schön in Gruppen im Hotel verbringen und sich vom Reiseleiter unterhalten lassen oder es gibt nur wenige Hotspots.
    Morgen tauchen wir in die Geschichte ein. Da soll alles anders werden!
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