• 10

    Yesterday in Vietnam ⋅ ☁️ 21 °C

    18
    So, wir haben also in der Leninallee 64 genächtigt. Die gleiche Straße bewohnten wir auch in Schwerin, nur in der Nummer 11.
    Konvertierbarste Währung in Landeswährung zu tauschen ist immer ein Problem, besonders in sozialistischen Ländern. Zuerst muss das Geld gezählt werden, natürlich zweimal. Exakt wird notiert welche Scheine es sind. Dann werden alle Angaben aus dem Reisepass mit einem Finger in den PC eingegeben. natürlich versteht man kein ausländisch. Nachdem diese Prozedur beendet ist, die ein Superviser beobachtet, muss alles nochmal von einer zweiten Kraft gemacht werden. Tja, 4 Augen sehen mehr als Zwei! Danach dieselben Prozedur zur Auszahlung der Landeswährung. Das ganze dauert über eine halbe Stunde und bindet 3 Arbeitskräfte in einer Bank, was in Kambodscha durch findige Chinesen im Vorbeigehen abgewickelt wird.
    Jockel war noch beim Zahnarzt. Deshalb kommen wir etwas später los. Erster Stop ein Denkmal für einen Bauernaufstand unter den Franzosen. Ich meine, wir nannten das im Politunterricht: Schaffung einer revolutionären Situation zur Schwächung des kapitalistischen Unterdrückungsapparates.
    Passend dazu besuchen wir anschließend das (ein?) Wohnhaus des Onkel Ho. Wer sich bei Wikipedia mit Ho Chi Minh beschäftigt, lernt die vielen Facetten des Mannes kennen, der ein ganzes Zeitalter als Galionsfigur geprägt hat. Übrigens ist weder sein Name noch sein Geburtsdatum sicher überliefert. Kein Wunder, dass nicht nur Parteifunktionäre zu diesem dörfliche Freiluftmuseum pilgern und Blumen ablegen oder Obst und Gemüse auf dem buddhistischen Altar opfern. Man braucht eben etwas, woran man glaubt!
    In Nghe An besuchen wir einen der Punkte Null des HoChi Minh Pfades. Dieser hier war der Umschlagplatz für Waren aus China und anderen Teilen, um auf dem Ho Chi Minh Pfad nach Süden transportiert zur werden. Auch hier ist alles ein wenig surreal verklärt. insbesondere die große Tafel mit den Verhaltensmaßregeln für Ausländer ist ein wenig komisch. Die Parolen zu beiden Seiten des Denkmals sehen zumindest gut aus, obgleich sie inhaltsleer sind.
    Unsere Fahrt führt ins Gebirge. Bereits auf einem der Marktstände habe ich die typische Pfeife gesehen, die hier von den alten Frauen geraucht wird. Wir sind im Bereich der nationalen Minderheiten. Alles wirkt noch sauberer, geordneter und disziplinierter. Obwohl es in den Dörfern an vielen Sachen mangelt, wirken die Menschen zufriedener und ausgeglichener.
    Ein Highlight ist sicher die Fahrt durch die riesigen Zuckerrohrfelder. Alles geschieht noch mit Handarbeit und die Fahrzeuge sind oft doppelt so alt wie die Fahrer. Die Strecke ist sehr schlecht und nur mit unseren Crossmotorrädern zu bewältigen. Den ganzen Tag über wechselte sich feiner Nieselregen mit trockenen Perioden ab.
    Gegenüber vom Hotel ist eine katholische Kirche. Ich erbitte mir in der einen Stunde Freizeit, die wir haben, den Zugang und bestaune das innere der Kirche. 4000 Mitglieder hat alleine diese Gemeinde. Der Pastor ist sehr freundlich aber kann kein Englisch. Es scheint so, als wenn die Abendmesse zu Ende ist und man noch gemütlich bei etwas Essen beisammen ist. Ich werde freundlich empfangen und freundlich verabschiedet. Anschliessend gehen wir als Gruppe vietnamesisch essen. Frühlingsrollen sind lecker……!
    Read more