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    10. marts, Vietnam ⋅ ⛅ 10 °C

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    Sapa, oder das Dach Indochinas.
    Für die Franzosen, die diese Stadt 1922 hier im hochalpinen Land gebaut haben, war sie ein Erholungsort. Heute ist sie nur die kälteste Stadt Vietnams und bekannt für den Nieselregen und Nebel. Nur selten im Jahr klettert das Thermometer über 20 grad und bei den wenigen Sonnentagen müssen die Sehenswürdigkeiten gesperrt werden, damit man Werbeaufnahmen machen kann. Diese sind dann auch farbenfroh und schön und locken noch mehr Touristen an. Inzwischen kommen auf jeden Einheimischen täglich etwa 100 Touristen, mehr als in St. Tropez oder anderswo. Die Infrastruktur ist an ihre Grenzen gelangt, Straßen verstopft, Bürgersteige abgesackt, Bauten heruntergekommen. Touristen kommen zu hunderten aus Malaysia, Indonesien, Philippinen oder Taiwan. Naturgemäß ist das Foto mit irgendwas im Hintergrund wichtiger als der Grund des Hierseins. Man war auf dem Dach Indochinas!
    Die Rezeption unseres Hotels befindet sich in der 9 Etage. Erst darunter sind die Zimmeretagen wie Schwalbennester an den Hang geklebt. Das Frühstück ist auf asiatisch abgestimmt, ich vermisse Brot, aber ansonsten ist alles da! Für die Hindi und Moslem wird sogar halal angeboten.
    Wir gehen spazieren, denn bei dem Dunst und Nebel macht sich ein Ausflug in die Berge nicht gut. Obwohl, es gibt Tagestouren, eine Seilbahn mit der man angeblich durch die Wolken fahren kann, eine Zahnradbahn und vieles mehr. Einige von uns lassen sich die Motorräder für einen Trip geben und haben Glück, denn beim Skywalk, an dem wir gestern vorbeikamen, ist man unterhalb der Wolkengrenze. Aber den Gipfel kann man nicht sehen.
    In der Stadt hält sich der Nepp in Grenzen. Die Bitte, doch den Nippes von verkleideten Frauen zu kaufen, erinnert an Tunesien oder anderen Urlaubsländern. Das jedoch im sozialistischem Vietnam Waren an der Hauptstraße 10 mal teuer verkauft werden, als in der Parallelstrasse dahinter, hat mich auch irritiert. Das kenne ich nur von Entwicklungsländern. Gebettelt wird zum Glück nicht.
    Ich bekomme ein paar warme Socken, denn zum ersten Mal auf all meinen Reisen habe ich mich diesbezüglich verkalkuliert. Die katholische Kirche ist geschlossen, zum Glück! Bei den Massen an Touristen wäre alles nur laut und voller Leute. Wir finden den Nebeneingang und sind allein. Der Ho Sa Pa ist die Alster der Stadt und sieht sicher gut aus, wenn der Nebel nicht wäre. Wir haben gestern hier in der Nähe gegessen und waren erstaunt, welchen positiven Eindruck die vielen Leuchtreklamen vermitteln. Bei Tageslicht ist es eine geschäftstüchtige asiatische Stadt. Zufällig finden wir das Gecko-Restaurant und es gibt Tiramisu. Überhaupt fällt auf, dass dieses Restaurant ausschließlich von Europäern besucht wird: Backpacker, Ausflügler aus Hanoi oder kleinere Gruppen. Sie stellen zwar eine Minderheit der Touristen dar, sind aber nicht zu übersehen. Überhaupt sind tagsüber viele Touristen in, der Gegend unterwegs. Viele wandern, andere werden zu den Punkten am Fansipan (3143 m) gebracht oder fahren mit der längsten Zahnradbahn Vietnams zur ersten Haltestelle. Neben einem Zen-Kloster und Restaurants sowie Einkaufsmöglichkeiten findet sich hier der Beginn der steilsten Seilbahn der Welt (überwindet 1410 Höhenmeter) zum Gipfel. Weil man am Gipfel dem Himmel am nächsten ist, gibt es hier weitere buddhistische Heiligtümer und Kommerz. Die große Buddha-Staue enthält echte Reliquien, die aus Myanmar kommen. Eine sehr große Stupa zur Ahnenverehrung mit 11 Etagen rundet den Komplex ab. Auch den höchsten Flaggenmast Vietnams kann man bestaunen. Aus französischer Zeit ist der Wetterbeobachtungsturm erwähnenswert.
    Die Dörfer ringsum in der Gegend werden gerne als Freilichtmuseum der ethnischen Minderheiten angesehen. Nun, das haben wir bereits authentischer gehabt. Die Natur, wenn auch nur 2000 m hoch, haben wir sowohl bei Sonnenschein als auch Regen bereits genießen können. Also vergeht dieser Tag mit relaxen und erholen. Er ist die Vorbereitung auf den kommenden Hauptteil der Reise, oder sind wir schon Mittendrin?
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