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    Ieri, Vietnam ⋅ ☁️ 15 °C

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    Sapa entlässt uns mit 8 grad und Nebel. Wir waren etwas eher beim Frühstück und dank unserer „Ellenbogentaktik“ konnten wir zügig, aber im voller Lautstärke, frühstücken. Von der buddhistischen Freundlichkeit und Zurückhaltung war bei den überwiegend Frauen wenig zu verspüren. Nun gut, die ersten Kilometer ließen sich gut an. Wir waren alle warm angezogen und hatten Regensachen an. In einer Kurve stürzte ein Teilnehmer. Zunächst ohne Folgen an der Gesundheit.
    Durch die typische Landschaft reisend erreichen wir Lao Cai, eine Stadt an der Grenze zu China. Erst seit kurzem (1994???) existiert hier ein Fußgängerüberweg nach China für den „kleinen Grenzverkehr“. Es ist einer der ganz wenigen Übergänge zwischen China und der Sozialistischen Volksrepublik Vietnam. Die Fahrt entlang der Grenze ist nicht so beklemmend wie befürchtet.
    In irgendeinem kleinen Ort biegen wir auf eine Nebenstraße ab. Unsere Guides wollen uns offensichtlich zeigen, wozu die Cross-Motorräder in der Lage sind. Zum Glück bekommt keiner mit, welche Gedanken ich habe. Hinterher bekunden jedoch einige Teilnehmer, dass es ihnen ähnlich ging. Einer bricht ab! Wir begegnen einem Pkw, der ein holländisches Pärchen zum Flughafen bringen wollte und dabei eine Abkürzung nahm. Der Pkw ist auf Stunden festgefahren und das Pärchen wird wohl seinen Flug nicht schaffen.
    Kaffeetrinken in einem kleinen Ort an der Strecke. Auffallend, dass anders gekocht wird. Alles schmeckt würziger und ist sorgfältiger zubereitet. Oder haben wir uns nur an das Essen gewöhnt? Bestimmt nicht, denn auch das Abendbrot ist irgendwie anders.
    Kurz vor dem Ziel treibt der Wind noch ein paar Regenwolken in die Berge. Etwa 50 km müssen wir beitreten zurücklegen. Auch die Unterkunft hebt nicht die gute Laune. Es ist auch für landestypische Verhältnisse ein wenig heruntergekommen, aber preiswert. Auch das muss sein, denn wir haben zwischenzeitlich richtige Nobelherbergen gehabt.
    Obwohl wir noch 5 Fahrtage haben ziehe ich ein kleines Resümee: ich bin einer der 4 Fahrer, die bisher weder umgefallen sind noch fahrtechnisch Hilfe brauchten. Alles was jetzt also passiert, gereicht mir nicht zur Schande. Auffallend, dass es die ruhigsten Fahrer in der Kommunikation sind. Schade finde ich, dass keiner die Route aufzeichnet. Überhaupt ist die Vorbereitung von vielen Teilnehmern auf diese Tour ungewöhnlich. So kenne viele, obwohl bereits über 15 Jahre auf dem Markt, keine Übersetzungsprogramme. Fotos werden zwar gemacht, aber nicht geteilt oder noch schlimmer: Man „saugt“ die Fotos anderer. Navigationssysteme zum Tracken sind in dieser Gruppe nicht vorhanden. Gerade dieser Punkt macht mich traurig, denn gerne hätte ich eine gpx-Datei gehabt, um mir einzelne Abschnitte zu Hause anzusehen, wie ich es in Kanada gemacht habe. Das habe ich von gestandenen „Tavellern“ anders erwartet und deshalb mein Equipment zu Hause gelassen. Es zeigt sich wiedereinmal, dass in einer Gruppenreise viele Teilnehmer nur passiv mitfahren.
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