Die Insel an sich
September 30 in Spain
🌙 23 °C
Mallorca, die Insel, die jeder kennt oder zu kennen glaubt, die Extreme auf wenigen Quadratkilometern vereint, die geliebt wird und verachtet.
Mallorca, wo gesoffen und gefeiert wird, wo unterirdisches Publikum sich tummelt und Häuser stehen, die einem den Atem rauben.
Wo manche einmal und nie wieder hinfahren und viele immer wieder kommen.
Ich bin nicht so vermessen zu sagen, ich würde die Insel kennen, aber das, was ich gesehen habe, kann man nur als wunderschön bezeichnen. Strände (wenn sie nicht touristisch zugeballert sind (kleiner Kalauer am Rande), Weite, nur unterbrochen von den schönsten Bruchsteinmauern, Berge, Olivenhaine, Orangen- und Mandelbäume und dazwischen Häuser, die sich (außer siehe oben) in ihrem Ockerton in die Landschaft fügen.
Das Wasser ist glasklar, der Sand fein und das Meer -zumindest jetzt im September- angenehm warm.
Manche Dörfer haben es geschafft, dem Ansturm der Fremden standzuhalten. Vielleicht haben sich Gastronomie und Handel angepasst (je nachdem, wo man ist), aber die Häuser, die engen Straßen und die wilden Pflanzen sind noch da. Und nicht verdrängt worden von modernen Zweckbauten mit Rasenroboter oder (noch schlimmer) scheußlichen Appartementblöcken.
Ich kann verstehen, daß manch einer hier viel Zeit verbringt, sich ein Haus kauft oder eine Wohnung. Es ist wirklich ein schönes Fleckchen Erde.
Auf der anderen Seite kommen jedes Jahr Millionen Menschen hierher, um sich in einer der Bettenhochburgen einzuquartieren und Tag für Tag mit vollem Equipment an den Strand zu pilgern, um in der Sonne zu rösten. Zwischendurch eine feine Sangria oder ein gepflegtes Pils und abends möglichst deutsches Essen. Verrückt!
Hier steht der Porsche neben dem tätowierten, rot glühenden Arbeiter aus Liverpool oder Gelsenkirchen, laufen elegante Damen neben halbnackten (ebenfalls tätowierten) Frauen mit gleichen T-Shirts und dem Aufdruck „einmal Malle und dann Ehe“, sitzen Golfspieler neben der Kneipen-Kegelmannschaft „die geilen Pinne“ aus Wanne-Eikel und kostet der Kaschmirpulli in der Boutique 500€ und die LV- Tasche am Strand 20€. (2 Taschen für 30)
Und wieder, es ist nur ein kleiner Ausschnitt, aber eine Insel der Extreme. Horrororte und wunderschöne. Landschaft, völlig zugepflastert und manchmal weit und leer und einfach zauberhaft.Read more














