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  • Day19

    Der Instinkt

    January 14, 2020 in South Africa ⋅ ⛅ 20 °C

    Der Tag hat damit begonnen, dass ich von allein um 6 Uhr wach wurde, mir einen Kaffee gemacht habe und diesen in Ruhe auf der Terrasse getrunken habe mit der Sicht auf Impalas und Zebras.
    Nach und nach trudelten die anderen ein und wir hörten einige spannende Funfacts über Tiere. Da ist zum Beispiel die Zwergmanguste. Da treffen sich die Männchen zu einem kleinen Leck:Wettbewerb. Sie lecken einander so lange ab, bis einer nach dem anderen aufgibt. Das kann über Tage gehen. Am Ende ist der das Alpha Männchen, welches das Lecken am längsten durchgehalten hat.

    Nach dem Frühstück begaben wir uns auf eine Orientationsfahrt, damit wir die Umgebung besser kennelernen. Wir sehen Impalas, Mistkäfer, Schildkröten, Warzenschweine und Zebras, aber keinen der Big 5. Schließlich sagt unser Guide, der, der als erstes einen Löwen oder Elefanten entdeckt, bekommt das erste Bier heute Abend. Mein Interesse war geweckt. Wir fuhren schmale Schleichwege entlang, mit dichtem Geäst ud Gebüsch am Wegesrand, was schwer einsehbar ist. Die Sonne brennt auf der Haut, alle blicken suchend nach links und rechts in die Ferne, ich schweife mit den Gedanken ab und schaue nach vorn. Wir biegen nach rechts ab, die Abbiegung ist ebenso schwer einsehbar, der große SUV bewegt sich schwerfällig um die Kurve, und da steht er. Eine Pracht von einem großen, stolzen Löwen. Eine dichte Mähne, die Augen auf uns gerichtet ist er nur ca. 5 Meter entfernt. Und mit meinem Körper geschieht etwas seltsames. Meine Sinne schärfen sich, ich atme tief ein, rieche viel intensiver, meine Augen weiten sich und fixieren diese riesige Katze. Mir stehen alle Haare zu Berge, ich habe Gänsehaut und meine Ohren versuchen Geräusche zu filtern. Ich merke, dass tief in mir der Instinkt geweckt wird sich hier richtig zu verhalten, ruhig zu bleiben und die Situation richtig abzuschätzen. Das einzige, was ich hervorzubringen vermag ist ein leises, von meinem Atem versticktes: "lion" um die anderen darauf aufmerksam zu machen.
    Letztendlich trottet der Löwe desinteressiert an uns vorbei und verschwindet im Gebüsch. Später sollen wir ihn am Wasserloch wiederfinden.

    In der Unterkunft angekommen kann sich jeder ein Mittagessen zubereiten. Als wir uns wieder draußen versammeln entdecken wir zwei grüne Schlangen, die in dem Farn kaum erkennbar sind. Es stellt sich heraus, dass es sich hier um die Boomslang handelt. Wird man von ihr gebissen, wird das Blut so dünn, dass es aus den Augen und allen anderen Körpeeröffnungen fließt.

    Heute nachmittag ging es in eine Suppenkücche für arme bzw Waisenkinder. Mit ihnen haben wir gespielt, haben das Essen ausgegeben und die Küche sauber gemacht. Ich denke darüber nach der Einrichtung Geld zu spenden, weil ich hier weiß, dass es gut verwendet wird. Was hälst du davon? Man merkt den Kindern sehr an, dass sie vor allem Liebe, Körperkontakt und Zuneigung brauchen. Sie kommen zu mir, halten meine Hand und wollen sie nicht loslasse, signalisieren mir, dass sie hochgehoben werden wollen, drücken mich ganz fest und lang. Sie fordern was sie brauchen und machen es mir somit ziemlich einfach mit ihnen zurecht zu kommen.

    Der Tag endete mit einem Bier und einer Bananenpizza in einem netten Restaurant am Strand.
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    Monika Van de Kamp

    Das mit dem Spenden muss man sich mal In Ruhe überlegen. Du spendest ja auch schon

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